|
News - DAX 100
|
24.11.2009
Presse: Douglas - Einstieg von Müller sorgt bei Gesellschaftern für Zündstoff
aktiencheck.de
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Hagen (aktiencheck.de AG) - Der Drogeriemarktkettenbetreiber Müller hat mit seinem Einstieg beim Handelskonzern Douglas Holding AG (ISIN DE0006099005/ WKN 609900) bei den Gesellschaftern des im MDAX notierten Konzerns offenbar für Unmut gesorgt.
"Das ist ein unfreundlicher Akt", zitiert die "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe) einen Branchenexperten. Müller hat laut einer Mitteilung von Douglas mindestens 3 Prozent der Anteilsscheine des Einzelhandelskonzerns übernommen und strebt offenbar eine Zusammenarbeit seiner Drogeriekette mit dem Parfümerie-, Buch- und Süßwarenhändler Douglas an. "Zum Beispiel könnte die Firma Müller künftig die Douglas-Filialen beliefern", erklärte Erwin Müller, Chef der Drogeriemarktkette Müller, in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "FOCUS" am Wochenende. Müller hatte im Herbst ein 55 Mio. Euro teures neues Zentrallager eröffnet, das so besser ausgelastet werden würde. Auch im Einkauf gebe es Synergien. "Die Investition in die Douglas-Aktie sehe ich für mich bereits als zweites Standbein", sagte er. Douglas wies den Vorschlag am Montag zurück: "Wir sind gut aufgestellt - auch in den Bereichen Einkauf und Logistik", teilte Firmenchef Henning Kreke der "FTD" in einer schriftlichen Stellungnahme mit.
Unklar ist, wie Müller seine Vorstellungen durchsetzen will. Die beiden bisherigen Großaktionäre halten laut dem Bericht gemeinsam rund 56 Prozent der Anteile. Fraglich ist, was die Schweizer Sarasin-Bank vorhat, die 14 Prozent der Douglas-Aktien zusammengekauft hat. Ein Sprecher betonte am Montag lediglich, dass die Papiere nicht im fremden Auftrag erworben wurden. Die restlichen Anteile sind im Streubesitz.
Die tonangebenden Unternehmerclans zeigten am Montag ihre Verbundenheit: "Die Familien Kreke/Eklöh sowie die Oetker-Gruppe sind seit über 40 Jahren mehrheitlich an der Douglas-Gruppe beteiligt und beabsichtigen, ihre Aktien auch weiterhin langfristig zu halten und das Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln", schrieb Henning Kreke. August Oetker, persönlich haftender Gesellschafter der Oetker-Gruppe, sagte der "FTD": "Wir bleiben bei unserer bestehenden Douglas-Beteiligung von 25,84 Prozent. Derzeit planen wir weder Ver- noch Zukäufe." Oetker hatte den Anteil im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Die Familien Eklöh/Kreke halten nach eigenen Angaben noch etwa 30 Prozent an Douglas. Firmenchef Henning und sein Vater, Aufsichtsratschef Jörn Kreke, besitzen als größte Einzelaktionäre innerhalb dieser Gruppe zusammen 12,17 Prozent.
Die Aktie von Douglas notiert aktuell mit einem Plus von 0,18 Prozent bei 32,91 Euro. (24.11.2009/ac/n/d)
|