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Analysen - Nebenwerte
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18.11.2009
alstria office REIT halten
HSH Nordbank AG
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der HSH Nordbank AG, Steffen Wollnik, stuft die alstria office REIT-Aktie (ISIN DE000A0LD2U1/ WKN A0LD2U) von "kaufen" auf "halten" zurück.
Die alstria office REIT AG habe kürzlich Geschäftszahlen für die ersten drei Quartale 2009 veröffentlicht. Die Umsätze seien um 2% auf 77,3 Mio. EUR gewachsen. Dank gestiegener operativer Effizienz seien die Personal- und Verwaltungskosten um 17,6% auf 7,6 Mio. EUR gesunken. Das Ergebnis aus der Immobilienbewertung habe sich auf -16,5 Mio. EUR belaufen. Der Großteil dieser Abwertung sei auf die Erhöhung der Grunderwerbssteuer in Hamburg von 3,5% auf 4,5% zurückzuführen. Im gleichen Vorjahreszeitraum seien die Immobilien um 29,8 Mio. EUR abgewertet worden. Insgesamt sei das Nettobetriebsergebnis um 43,6% auf 46,8 Mio. EUR gestiegen.
Das Netto-Finanzergebnis habe sich um 11,5% auf -39,6 Mio. EUR verschlechtert. Die höhere Darlehensinanspruchnahme bei gestiegenen Zinsmargen (ca. 1,7 Mio. EUR), Nebenkosten der Refinanzierung des Hauptkredits (ca. 0,8 Mio. EUR) sowie geringere Zinserträge (1,1 Mio. EUR) hätten im Wesentlichen zu diesem Anstieg geführt. Darüber hinaus sei trotz Hedge-Accounting ein in der GuV ausgewiesener Verlust von 4,7 Mio. EUR bei der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente angefallen.
Alles in allem sei das Konzernergebnis von -5,7 Mio. EUR auf 2,3 Mio. EUR gestiegen. Das Ergebnis pro Aktie betrage 0,04 EUR. Der FFO sei aufgrund der gestiegenen Finanzierungskosten sowie der geringeren sonstigen betrieblichen Erträge um 19% auf 24,2 Mio. EUR bzw. 0,43 EUR pro Aktie gefallen. Dieser Rückgang sei jedoch von der Geschäftsleitung erwartet worden und stehe im Einklang mit dem Jahresziel von 32 Mio. EUR. Die REIT-Eigenkapitalquote habe sich per 30.09.2009 auf 39,1% belaufen, nach 40,3% zum Jahresende 2008.
alstria verfüge über einen Konsortialkredit in Höhe von knapp 1,1 Mrd. EUR, der im November 2011 fällig werde und schrittweise durch die Refinanzierung sowie den Verkauf einzelner Objekte zurückgeführt werden solle. Auf Basis der jüngsten Informationen habe alstria den Kredit auf 784 Mio. EUR reduzieren können. Refinanzierungen im Umfang von 221 Mio. EUR und Verkäufe mit einem Volumen von 98 Mio. EUR hätten dazu beigetragen. Die durchschnittliche Marge der neuen Kredite liege bei etwa 130 Basispunkten über dem 3-Monats-Euribor. Die Preise der veräußerten Objekte hätten oberhalb der beizulegenden Zeitwerte gelegen.
Man gehe davon aus, dass alstria die eingeschlagene Strategie aus Refinanzierung und Schuldenreduzierung durch Veräußerungen fortsetzten werde. Der bisherige Verkaufserfolg dürfte schneller zu sinkenden Mieteinnahmen führen als bisher von den Analysten der HSH Nordbank AG angenommen. Andererseits verbessere sich dadurch trotz voraussichtlich steigender Zinsen das Finanzergebnis. Außerdem würden sich die gesunkenen Verwaltungsaufwendungen positiv auf den Unternehmenswert auswirken.
Vom Management erwartete weitere Portfolioabwertungen haben die Analysten der HSH Nordbank AG bereits in ihren früheren Analysen integriert. Sie hätten daher keinen zusätzlichen negativen Einfluss auf die Bewertung. Mittels der Economic Value Added-Methode (EVA®) hätten sie nun einen fairen Wert von 9,50 EUR je Aktie (vorher 8,50 EUR) ermittelt.
Gleichwohl reduzieren die Analysten der HSH Nordbank AG ihre Empfehlung für die alstria office REIT-Aktie von "kaufen" auf "halten", weil die erwartete Rendite das hohe Anlagerisiko nicht kompensiert. Das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten liege bei 9,50 EUR. Das Anlagerisiko bleibe aufgrund der Volatilität des Aktienkurses hoch. (Analyse vom 18.11.2009) (18.11.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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