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Analysen - Ausland
05.11.2009
Nestlé aufstocken
Oldenburgische Landesbank

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Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank, stuft die Aktie von Nestlé (ISIN CH0038863350/ WKN A0Q4DC) mit dem Votum "aufstocken" ein.

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé habe die ersten neun Monate des Jahres 2009 gut zurückgelegt. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wechselkursbedingt um 2,2% auf 79,5 Mrd. CHF gesunken, habe aber damit noch im Bereich der Analystenerwartungen gelegen. Der Gewinn sei halbjährlich betrachtet etwas stärker um 11,5% auf nunmehr 5,07 Mrd. CHF geschmolzen. Damit habe man leicht über den Analystenschätzungen gelegen.

Für das zweite Halbjahr werde mit einer Fortschreibung des Geschäfts auf diesem Niveau gerechnet und ein Netto-Ergebnis von 10,3 Mrd. CHF erwartet, bei einem Jahresumsatz von 108,7 Mrd. CHF. Die prognostizierte Eigenkapitalrendite liege bei 20,2% und sei damit für einen Lebensmittelkonzern gut. Der Grund hierfür liege in dem konsequenten, organischen Wachstum, dem sich der Konzern seit Jahren verpflichtet habe. Daneben helfe den Schweizern die starke Präsenz in den Schwellenländern, womit die Absatzschwäche in den Industrienationen ausgeglichen werden könne.

Die Umsatzsteigerungen in den BRIC-Staaten würden zwischen 15% und 20% jährlich liegen. Nestlé setze auf punktuelle Verstärkungen, so werde man zum 01.01.2010 den Anteil am saarländischen Tiefkühlpizza-Hersteller Wagner um weitere 25% auf dann 74% aufstocken. Die Nachfrage nach Tiefkühlpizza sei weltweit ungebrochen, allein in Deutschland würden jährlich 245.000 Tonnen vertilgt.

Mit der Kaufofferte von Kraft Foods an Cadburys sei mal wieder die Frage aufgetaucht, wie es Nestlé mit dem Süßwarengeschäft halte. Das Cadbury-Management habe die Kaufofferte über 16,7 Mrd. USD als zu niedrig abgewiesen und hoffe nun sicherlich auf ein Gegenangebot der Schweizer. Die Fantasie werde besonders angeregt, da Nestlé aus dem Verkauf der Alcon-Anteile an Novartis bis zu 28 Mrd. USD erlösen könnte. Geld wäre also ausreichend vorhanden.

Daneben sei Nestlé im Süßwarengeschäft nach Marktanteilen weltweit auf Platz drei abgerutscht, was dem Konzerncredo widerspreche, wonach man nämlich entweder Nummer 1 oder eine starke Nummer zwei sein wolle. Möglich wäre auch ein intensiveres Engagement im Kosmetikgeschäft, habe man doch in diesem Jahr mit Azzalure ein Konkurrenzprodukt zu Botox auf den Markt gebracht. Der Markt mit Schönheitsprodukten wachse auch in den westlichen Industrienationen überdurchschnittlich. Nestlé könne sich so ein zweites Standbein aufbauen, um neben dem defensiven Süßwarengeschäft noch einen offensiveren Ertragsbringer im Konzern zu installieren.

Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank bewerten die Aktie von Nestlé mit dem Votum "aufstocken". (Analyse vom 05.11.2009) (05.11.2009/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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