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Analysen - Ausland
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13.11.2009
Raiffeisen International halten
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Günter Hohberger, stuft die Aktie von Raiffeisen International (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) weiterhin mit dem Rating "halten" ein.
Raiffeisen International konnte mit einem Gewinn von EUR 78 Mio. im 3. Quartal selbst die kühnen Erwartungen der Analysten der Erste Bank noch um EUR 35 Mio. übertreffen, vom Konsensus, der einen Verlust von EUR 7 Mio. erwartete, ganz zu schweigen. Dieses Mal seien erneut die Risikovorsorgen für die Abweichungen hauptverantwortlich gewesen, allerdings erstmals als positive Überraschung aufgrund eines Rückgangs von 24% q/q. Das habe überwiegend an der schwächer werdenden Dynamik des Problemkreditwachstums von 12% q/q gegenüber 37% q/q in 2Q 2009 gelegen und sei hauptsächlich auf Russland (13,5% q/q vs. 94% q/q in 2Q 2009) und andere GUS-Länder (5,9% q/q vs. 33% q/q in 2Q 2009) zurückzuführen.
Die NPL-Ratio (notleidende Kredite in % der Gesamtkredite) sei somit langsamer um 110 BP auf 7,9% (6,8% in 2Q 2009) gestiegen und die Deckungsquote der Problemkredite sei mit 67% (69% in 2Q 2009) weiter rückläufig gewesen, was zusammen für die moderate Risiko/Ertragsrelation von 54% (vs. 72% in 2Q 2009) verantwortlich gewesen sei.
Positiv überrascht waren die Analysten der Erste Bank auch vom Provisionsergebnis, das 11% gegenüber dem Vorquartal zulegen konnte und damit einen zwei Quartale andauernden Negativtrend brechen konnte. Dies sei hauptsächlich auf das Fremdwährungs- und das Zahlungsverkehrsgeschäft zurückzuführen gewesen. Das Nettozinsergebnis sei trotz 3,1% q/q vermindertem Kreditvolumen gegenüber 2Q 2009 gleich geblieben und damit in den Erwartungen. Auf der Kostenseite habe sich der Personalabbau (-8,3% y/y) mit 22% y/y verminderten operativen Kosten bemerkbar gemacht.
Die Analysten der Erste Bank sehen das 3. Quartal als klar besser als erwartet an, glauben aber nicht, dass es als Zielgröße für die kommenden Quartale geeignet ist, weil das 4. Quartal traditionell mit höheren operativen Kosten belastet ist. Außerdem bleibe abzuwarten, ob die rückläufige Wachstumsdynamik bei den Problemkrediten nachhaltig sei. Man glaube, dass mit steigenden Arbeitslosenzahlen die Problemkredite im Privatkundensegment zunehmen würden, während im Firmenkundensegment mit der wirtschaftlichen Erholung der Höhepunkt überschritten sein könnte. Alles in allem gehe man in den kommenden Quartalen von weiteren massiven Risikovorsorgen aus, die auf den Gewinn drücken würden und insbesondere das 4. Quartal ins Minus drehen lassen könnten.
Die Analysten der Erste Bank bleiben bei ihrer Gewinnschätzung für das Gesamtjahr von EUR 59 Mio. und ihrer "halten"-Empfehlung für die Aktie von Raiffeisen International, mit Kursziel von EUR 51,00. (Analyse vom 13.11.2009) (13.11.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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