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Analysen - Ausland
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12.11.2009
UniCredit "hold"
SEB
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, stuft die UniCredit-Aktie (ISIN IT0000064854/ WKN 850832) mit "hold" ein.
Die UniCredit (UCG) habe mit den Zahlen zum dritten Quartal 2009 zwar überwiegend den operativen Aufwärtstrend aufgezeigt, hinke aber angesichts der milliardenschweren Wertberichtigungen (2,16 Mrd. Euro) im Vergleich zu vielen Wettbewerbern nach. So sei der Nettogewinn im Jahresvergleich von 531 Mio. Euro auf 394 Mio. Euro gesunken. Während der Zinsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr und Q2 zurückgegangen sei, habe man beim Provisionsüberschuss überzeugt. Gegenüber dem Vorquartal sei er weiter um 2,2% auf 1,93 Mrd. Euro angestiegen (ggü Vj. -12,2%). Das Handelsergebnis sei mit 715 Mio. Euro ggü. dem sehr guten Q2 zwar zurückgeblieben, aber gegenüber dem Vorjahr (-524 Mio. Euro) habe sich hier der Turnaround fortgesetzt. Die operativen Kosten seien im Vergleich zum Vorjahr um 7,8% auf 3,83 Mrd. Euro zurückgefahren.
Die Cost/Income-Ratio (CIR) stelle sich im 9M-Vergleich auf 54,5% (nach 60,2%). Dagegen liege die Eigenkapitalrendite (ROE) bei "nur" 4,0% (nach 11,1%). Die Kernkapitalquote habe sich per Ende September auf 7,55% verbessert (Q2: 6,85% / Ende 08 bei 6,00%).
In Q3 habe die UCG eine Fortsetzung des operativen Turnarounds gezeigt. Das operative Ergebnis sei um 12% auf 2,9 Mrd. Euro gestiegen; im Neunmonatsvergleich sei es um rund 16% auf 9,61 Mrd. Euro geklettert. Kräftiger Turnaround bei der HVB: Das operative Ergebnis sei um mehr als das Dreifache auf 2,86 Mrd. Euro gestiegen. Die HVB habe dabei von Verbesserungen beim Zinsüberschuss profitiert und vor allem von einem deutlich positiven Handelsergebnis, das um 1,8 Mrd. Euro auf 1,0 Mrd. Euro gestiegen sei. Die hohe Effizienz des Hauses unterstütze den Ergebnistrend. So liege die CIR bei 54,5% (nach 53,7% in Q2 bzw. 60,2% im Vorjahresquartal). Bei der HVB liege die CIR bei 47,6% (76,0).
Der Turnaround in Q3 2009 auf Nettobasis sei angesichts hoher Wertberichtigungen und Risikovorsorge noch nicht nachhaltig. Er sei maßgeblich im Wege des guten Kapitalmarktumfeldes zustande gekommen. Der ROE liege weiterhin bei 4,0% und sei damit nicht zufriedenstellend. Die Kernkapitalquote mit 7,55% (nach 6,00 per Ende 2008), sei aktuell hinreichend, aber bei einem Anhalten der Rezession (oder Verlangsamung der Erholung) sei dies nicht sehr komfortabel. Die Risiken aus dem großen Kreditbuch, vor allem auch in Mittel- und Osteuropa, seien nicht zu unterschätzen. Eine weitere Kapitalerhöhung in Q1 2010 sei daher geplant (4 Mrd. Euro erwartet!). In Osteuropa bleibe die Lage in einigen Regionen noch schwierig.
Trotz der verbleibenden Unwägbarkeiten schaffe die UCG dank ihrer breiten Aufstellung operativ den Turnaround.
Die Analysten der SEB heben das Kursziel von 2,30 auf 2,60 Euro an und bewerten die UniCredit-Aktie mit "hold". (Analyse vom 12.11.2009) (12.11.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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