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Analysen - Nebenwerte
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12.11.2009
Funkwerk verkaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Funkwerk (ISIN DE0005753149/ WKN 575314) unverändert mit "verkaufen" ein.
Am 06.11.2009 habe die Funkwerk AG die Zahlen für die das dritte Quartal 2009 bekannt gegeben. Diese seien wie folgt ausgefallen: Der Umsatz sei auf 54,0 Mio. Euro gefallen, nach 71,9 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBIT habe -9,6 Mio. Euro betragen, nach 1,3 Mio. Euro im Vorjahr. Das Nettoergebnis habe sich auf -7,4 Mio. Euro belaufen, nach 1,0 Mio. Euro im Vorjahr.
Wie das Unternehmen bereits Mitte Oktober bekannt gegeben habe, sei das operative Geschäft durch den wirtschaftlichen Abschwung sowie das eingebrochene Auslandsgeschäft, hier insbesondere in Algerien durch das Ausbleiben eines Großauftrages, belastet worden. Deutlich rückläufig habe sich der Auftragseingang entwickelt, der mit einem Volumen von 164,8 Mio. Euro um 26,5% unter dem Vorjahreswert liege.
Das Geschäftsfeld Automotive Communication (AC) habe im dritten Quartal 2009 einen Umsatz von 6,8 Mio. Euro sowie ein EBIT von -2,5 Mio. Euro erzielt. Das Unternehmen habe Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet (Reduzierung der Kapazitäten, Abbau von Personalmaßnahmen und Kurzarbeit), wobei auch in 2010 lediglich eine Stabilisierung der Umsatzzahlen zu erwarten sei.
Das Segment Security Communication (SC) habe aufgrund des stark rückläufigen Auslandsgeschäftes im dritten Quartal einen Umsatz von 13,0 Mio. Euro und ein EBIT in Höhe von -5,9 Mio. Euro verbucht. Auch hier seien Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet worden, mit denen das Unternehmen jährlich rund drei Mio. Euro einsparen wolle.
Der umsatzstärkste Geschäftsbereich, Traffic & Control Communication (TCC) habe Erlöse in Höhe von 27,8 Mio. Euro sowie ein EBIT von 1,0 Mio. Euro erzielt. Ursache für diese Entwicklung sei das stark eingebrochene Auslandsgeschäft gewesen. Besonders in Osteuropa und im Nahen Osten hätten verschlechterte Finanzierungsmöglichkeiten der Kunden zu ausbleibenden Aufträgen geführt. Bis zum Ende des Jahres hoffe Funkwerk, in diesem Segment von den staatlichen Konjunkturpaketen in Europa profitieren zu können.
Bei Enterprise Communication (EC) sei die Restrukturierung angabegemäß bereits abgeschlossen. Der Umsatz sei hier um 13,2% auf 25,2 Mio. Euro gestiegen. Das EBIT habe im gleichen Zeitraum 1,7 Mio. Euro betragen.
Im kommenden Quartal wolle Funkwerk einen operativen Gewinn ausweisen. Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten vom Bankhaus Lampe einen Verlust von -18,8 Mio. Euro. Ziehe man für das vierte Quartal die Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 5 Mio. Euro ab, so verbleibe nach ihren Modellen ein operativer Gewinn von 1,3 Mio. Euro in Q4.
Aktuell sollte man bei Funkwerk folgende Dinge beachten: Im vierten Quartal wolle das Unternehmen wieder operativ schwarze Zahlen schreiben. Der Auftragseingang sei stark eingebrochen. Das Management müsse mehrere Baustellen gleichzeitig angehen (Bouyer, Working Capital Management, Controlling).
Die vorgelegten Zahlen blieben insgesamt im Rahmen der im Vorfeld reduzierten Erwartungen der Analysten vom Bankhaus Lampe. Funkwerk benötige sowohl ein deutliches Anziehen der Konjunktur als auch eigene Prozessverbesserungen, um nachhaltig wieder profitabel zu werden. Das Ertragsniveau sollte erst 2011 wieder anziehen.
Nach den vorgelegten Zahlen bestätigen die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre Verkaufsempfehlung für die Funkwerk-Aktie. Das Kursziel werde unverändert bei 5,50 Euro gesehen. (Analyse vom 12.11.2009) (12.11.2009/ac/a/nw)
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