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Analysen - Ausland
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12.11.2009
AT&S kaufenswert
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von AT&S (ISIN AT0000969985/ WKN 922230) kaufenswert.
Der Hersteller von Leiterplatten sei "back on track". In den ersten drei Monaten des Wirtschaftsjahres 2009/2010 (Ende März) hätten die Österreicher operativ rund 50 Millionen Euro versenkt. Darin enthalten seien allerdings Einmalaufwendungen für die Restrukturierung in Höhe von rund 38 Millionen Euro. Bereinigt habe sich in Q1 ein EBITDA von minus 0,5 Millionen Euro sowie ein negatives EBIT von knapp zwölf Millionen Euro errechnet. Die Restrukturierung sei nunmehr weitgehend abgeschlossen. Weitere Abschreibungen auf Aktiva seien nicht zu erwarten.
Bereits im zweiten Quartal sei die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen. Bei Einnahmen von 88 Millionen Euro sei ein EBIT von fast fünf Millionen Euro erwirtschaftet worden. Die Marge habe 5,5 Prozent betragen. Das EBITDA habe bei über 15 Millionen Euro gelegen und die entsprechende Marge bei 17,2 Prozent. Der Turnaround dürfte nachhaltig sein. Laut Vorstandschef Harald Sommerer sei der Tiefpunkt im ersten Quartal erreicht worden. Wie zu hören sei, würden die Geschäfte im dritten Quartal wie geschmiert laufen. Ein Umsatz von bis zu 100 Millionen Euro sei realistisch bei einer erneut verbesserten Marge gegenüber Q2.
Grund für das Comeback sei eine Vollauslastung aller Werke. Einige Aufträge hätten sogar aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden müssen. Selbst in Europa. Seit dem letzten Jahr habe das europäische Geschäft mehr als verdoppelt werden können. In europäischen Gefilden konzentriere sich AT&S auf Design, das Prototypengeschäft sowie die Automobilindustrie, die Medizintechnik und das Industriegeschäft. Das zahle sich aus. Das Volumengeschäft sei inzwischen für den Bereich "Mobile Devices" komplett in das Werk nach Shanghai verlagert worden. Dort hätten die Österreicher ein Werk im Volumen von rund 400 Millionen Euro aufgebaut. Nach Informationen der Experten aus Branchenkreisen brumme in China das Geschäft.
Sommerer konzentriere sich in Asien auf das High-End Segment. Also margenstarke Produkte. Handyhersteller von Billigtelefonen seien eher weniger die Kunden. Dafür Produzenten von Spielkonsolen, Digitalkameras sowie tragbaren Musikgeräten, deren Leiterplatten komplexer seien. Am meisten Freude habe AT&S allerdings mit Herstellern von Smartphones. Das Wachstum dieser beliebten Telefone sei üppig. Die Österreicher seien Lieferant von acht der zehn größten Hersteller von Mobiltelefonen. Wichtiger Kunde sei zum Beispiel der kanadische BlackBerry Konzern RIM. Zudem dürfte der eine oder andere sehr beliebte Produzent von Smartphones auf der Kundenliste stehen.
Ein Analyst der LBBW habe zum Beispiel vor einiger Zeit ein Notebook von Apple auseinander genommen. Er sei fündig geworden und habe Komponenten von AT&S gefunden. AT&S inside Apple. Eine Kundenbeziehung scheine zu bestehen. Ein Sprecher des Unternehmens habe die Nachfrage der Experten hinsichtlich der Lieferung von Leiterplatten für das Smartphone des Apple-Konzerns jedoch nicht kommentieren wollen.
Für das Gesamtjahr 2009/2010 würden die Experten davon ausgehen, dass die Firma bereinigt um Sondereffekte einen Gewinn erziele. Die operativen Verluste aus Q1 dürften vollständig ausgeglichen werden. Kräftig Geld verdienen werde AT&S im Wirtschaftsjahr 2010/2011. Der Umsatz dürfte von 350 auf über 400 Millionen Euro steigen. Dank Sparprogramm und Kosteneffizienz würden die Experten eine EBIT-Marge von circa sieben Prozent sowie eine EBITDA-Marge von rund 20 Prozent erwarten. Das EBITDA dürfte somit bei 80 Millionen Euro landen und das EBIT bei circa 30 Millionen Euro. Abzüglich Finanzaufwendungen und einer moderaten Steuerquote von zehn bis 15 Prozent (dank üppiger Gewinne in China und der dort niedrigen Steuerbelastung), würden sie netto mit einem Profit von circa 20 Millionen Euro rechnen.
Pro Aktie entspreche dies einem Gewinn von fast 80 Cent. Mache ein KGV von sieben. Günstig! Voraussetzung sei natürlich, dass die allgemeine Wirtschaft nicht erneut absaufe. Aktuell werde das Unternehmen mit 150 Millionen Euro kapitalisiert. Man bekomme die Aktie unter dem Buchwert, der bei 185 Millionen Euro liege. Die Nettoverschuldung betrage aktuell 160 Millionen Euro. Auf den ersten Blick sportlich. Allerdings dürfte AT&S sowohl heuer als auch im kommenden Jahr Free Cashflows einfahren. In 2010/2011 würden die Experten in Abhängigkeit der Investitionen mit einem freien Mittelzufluss zwischen 20 und 45 Millionen Euro rechnen. Daher sei die Verschuldung mit dem zweifachen EBITDA in Ordnung.
Der einstige Favorit der Experten feiere ein Comeback. Altleser würden das Unternehmen sehr gut kennen. Mit AT&S hätten in den Jahren nach Beerdigung des Neuen Marktes mehrere Hundert Prozent verdient werden können. Damals sei die Situation durchaus ähnlich gewesen. Die Firma habe Verluste geschrieben und die Aktie am Boden gelegen.
Die AT&S-Aktie, unser jüngster Musterdepotwert, ist kaufenswert mit einer Kurschance von 50, wenn nicht gar 100 Prozent, so die Experten von "TradeCentre.de". (Analyse vom 12.11.2009) (12.11.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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