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Analysen - Ausland
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11.11.2009
UniCredit "under review"
SEB
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, nimmt die UniCredit-Aktie (ISIN IT0000064854/ WKN 850832) im aktuellen "AnlageFlash" "under review".
Die UniCredit (UCG) habe mit den Zahlen zum 3. Quartal zwar überwiegend die richtigen Trends aufzeigen können, hinke aber angesichts der milliardenschweren Wertberichtigungen (2,16 Mrd. EUR) im Vergleich zu vielen Wettbewerbern etwas zurück. So sei der Nettogewinn im Jahresvergleich von 531 Mio. EUR auf 394 Mio. EUR gesunken. Während der Zinsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr und dem 2. Quartal zurückgegangen sei und enttäuscht habe, habe das Haus beim Provisionsüberschuss überzeugen können. Zumindest gegenüber dem Vorquartal sei er weiter um 2,2% auf 1,93 Mrd. EUR gestiegen (ggü Vj. -12,2%). Das Handelsergebnis sei mit 715 Mio. EUR gegenüber dem sehr guten 2. Quartal zwar zurückgeblieben, aber gegenüber dem Vorjahr (-524 Mi. EUR) habe sich auch hier der Ertragsturnaround fortgesetzt.
Die operativen Kosten hätten im Vergleich zum Vorjahr um 7,8% auf 3,83 Mrd. EUR zurückgefahren werden können. Die Cost/Income-Ratio stelle sich im Neun-Monatsvergleich auf 54,5% (nach 60,2%). Das seien schon nahezu die niedrigen Niveaus wie in den besten Jahren. Noch nicht zufriedenstellend falle der ROE aus, der bei 4,0% (nach 11,1% im Vorjahr) verharre. Zufriedenstellend demgegenüber sei das Niveau bei der Kernkapitalquote. Sie habe sich per Ende September weiter auf 7,55% verbessert (Q2: 6,85%/ Ende 08 bei 6,00%).
Insgesamt komme auch UniCredit in die richtige Spur, wenngleich hier die Altlasten bzw. die Kreditrisiken nicht zu unterschätzen seien.
Aus Sicht der technischen Analyse hat die Aktie von UniCredit den Aufwärtstrend zwar aufgelöst, sie scheint sich aber verhältnismäßig schnell wieder gefangen zu haben, so Andreas Klähn, technischer Analyst der SEB. Dies würden insbesondere die mittelfristigen Overbought/Oversold-Indikatoren zeigen, die im Falle des RSI nach oben, bei den Stochastiks immerhin zur Seite hin abgedreht seien. Schwieriger könnte es nun werden, den Widerstand bei 2,58 EUR zurückzuerobern. Die gewichtete 13-Wochen Linie (aktuell 2,53 EUR, tendenziell leicht fallend) dürfte dieses Unterfangen zusätzlich erschweren.
Die Analysten würden daher von Investitionen vorerst noch abraten, zumal sie auch das langfristige Trendumfeld noch nicht 100%ig überzeuge, wenngleich es sich verbessere. Sollte die Aktie den Widerstand bei 2,58 EUR auf Basis zweier Wochenschlusskurse aber überwinden, so würden sie Potenzial bis 3,10 EUR sehen. Solange heiße es aber "abwarten".
Die Analysten der SEB überprüfen derzeit die Gewinnprognosen und setzen die UniCredit-Aktie kurzfristig "under review". (Analyse vom 11.11.2009) (11.11.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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