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Analysen - Ausland
29.04.2002
Vertex Pharma. verkaufen
sunday-market

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Die Analysten von "sunday-market" empfehlen derzeit die Aktien von Vertex Pharmaceuticals (WKN 882807) zum Verkauf.

Vertex sei ein typischer Entwickler biopharmazeutischer Medikamente, der sich auf therapeutische Enzym- und Virusinhibitoren für die Behandlung von Krebs, Autoimmunerkrankungen und Hepatitis spezialisiert habe. Ein Produkt aus der Vertex-Forschung sei bereits auf dem Markt, sechs Substanzen würden sich in den klinischen Testphasen und sieben in vorklinischer Testung befinden.

Das erste Vertex-Produkt sei seit Frühjahr 1999 in den USA zugelassen. Es sei der HIV-Proteasehemmer Agenerase, der durch GlaxoSmithKline vermarktet werde. Etwa 60 Prozent der 350.000 HIV-Patienten in den USA würden mit einem Proteasehemmer behandelt. Der Weltmarkt für diese Medikamenten-Klasse habe 1999 bei knapp 2 Milliarden Dollar gelegen. Vertex arbeite auch bereits an einem Nachfolgeprodukt, das sich in der dritten klinischen Phase befinde. Es sei damit das am weitesten fort geschrittene Produkt der Pipeline. In der zweiten Phase der klinischen Erprobung würden sich je ein Mittel gegen Hepatitis C, rheumatische Arthritis und solide Tumore befinden.

Pech habe Vertex im letzten September mit seinem am weitesten fortgeschrittenen Kandidaten gegen rheumatische Arthritis gehabt. Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem bei Tieren hätten zum Abbruch des Projektes gezwungen. Diese Meldung habe zusammen mit den Kursauswirkungen der Terroranschläge zu einem Wertverlust von über 50 Prozent geführt.

Die Ergebnisse einer klinischen Studie für ein weiteres Arthritismittel seien am letzten Mittwoch veröffentlicht worden. Dort heiße es: "Die Ergebnisse der Studie zeigen, das Patienten, die Pralnacasan (so laute der Name des Mittels) über zwölf Wochen erhielten, eine starke Tendenz zu einer dosisabhängigen Verbesserung ihrer Krankheitssymptome aufwiesen (p=0,076)". Für viele Leser könnte die umständliche Formulierung durchaus wie ein erfolgreicher Abschluss der Studie klingen.

Dennoch sei die Aktie kurz nach Veröffentlichung der Meldung eingebrochen, weil p=0,076 den wahren Sachverhalt verrate. Der Ausdruck stamme aus der Statistik und gebe die Signifikanz der Ergebnisse wider. Alles unter p=0,05 werde als "signifikant", alles darüber als "kaum signifikant" bezeichnet. Richtig gelesen bedeute also die Vertex-Meldung, dass das Mittel in diesen Tests kaum besser als ein Placebo gewirkt habe!

Vertex werde in den nächsten Jahren keine schwarzen Zahlen schreiben. Die Produktumsätze würden voraussichtlich im Bereich von 15 Prozent pro Jahr steigen. Das am weitesten fortgeschrittene Präparat der Produktpipeline sei lediglich ein Nachfolgeprodukt, das sogar eine Konkurrenz für das einzige zugelassene Medikament von Vertex sein könnte. "sunday-market" sehe Vertex daher als Aktie an, die man nicht unbedingt brauche.

Das Rating der Analysten von "sunday-market" für Vertex lautet daher auf "verkaufen".



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