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Analysen - TecDAX
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30.10.2009
Phoenix Solar abwarten
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten bei der Phoenix-Solar-Aktie (ISIN DE000A0BVU93/ WKN A0BVU9) abzuwarten.
Die neue Bundesregierung wolle die Förderung für Solaranlagen überprüfen. Die Förderung von Solaranlagen auf Freiflächen solle stärker auf die Nutzung von versiegelten oder vorbelasteten Flächen ausgerichtet werden. Diese Änderungen könnten schon im Laufe des Jahres 2011 in Kraft treten.
Betroffen davon sei die Phoenix Solar AG, die wesentliche Umsätze mit diesen Anlagen mache. Andreas Hänel, Vorstandschef des Unternehmens, zeige sich im Hintergrundgespräch hinsichtlich der Diskussion der neuen Regierung "relativ entspannt": "Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist in der EU festgeschrieben. Ich erwarte keinen Bruch und einmalige Absenkungen von 30 Prozent sind schlichtweg nicht durchdacht. Die Politik sollte mit Augenmaß agieren".
Nichtsdestotrotz wäre eine vorgezogene Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes kein Untergang. Schließlich seien in der Zukunft weitere Preissenkungen in der Branche zu erwarten. Und das Beste: Nach einer Delle in 2009 erwarte Hänel für die Branche ab 2010 wieder ein sehr dynamisches Wachstum. "Wir wurden in diesem Jahr arg geprügelt. Ich erwarte 2010 Zuwächse in Deutschland und schnell wachsende Auslandsmärkte. Der Weltmarkt im Solarsektor wird nächstes Jahr um mindestens 40 Prozent wachsen", sage Hänel. Sollte in Deutschland die Förderung ab 2011 schneller reduziert werden, könnte dies sogar einen Boom im Jahr 2010 auslösen, um sich die höheren Tarife zu sichern.
Ziel des Vorstands sei in 2010 wieder deutlich zu wachsen und bessere Margen einzufahren. Zur Margenverbesserung werde eine Stabilität der Modulpreise beitragen: "Wir werden ab dem kommenden Jahr von geringeren Modulpreisen profitieren".
Dem Vernehmen nach hätten sich die Modulpreise inzwischen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Nachdem in den ersten zwei Quartalen Abschreibungen auf den Lagerbestand hätten verdaut werden müssen, sei dies im dritten Quartal nicht mehr zu erwarten. Dennoch sollten Investoren nicht zuviel vom Q3 erwarten würden. "Das dritte Quartal hat sich etwas zäh entwickelt. Vor allem bei Kraftwerken, da es oft an der Finanzierung hapert".
Nach Ablauf der ersten drei Perioden würden die Jahresziele ambitioniert erscheinen. "Wir müssen im vierten Quartal über 50 Prozent unseres Umsatzes erwirtschaften, um unser Umsatzziel von 520 Millionen Euro zu erreichen. Seit Ende September ziehe die Nachfrage stark an. Es finde eine typische Jahresendrally statt. Das macht hoffnungsvoll für das Gesamtjahr. Bei Kraftwerken bessert sich die Situation seit Oktober ebenfalls etwas", so Hänel.
Allerdings müsse Phoenix Solar die Nachfrage auch bedienen und die Anlagen bauen. Dazu müsse das Wetter stimmen. Zwei bis drei Wochen Arbeitsstillstand bedingt durch eine schlechtere Witterung, könnte die Prognose zunichte machen.
Sofern das Umsatzziel erreicht werde, stehe auch die Aussage ein positives EBIT zu erzielen. Allerdings erwarte man keine signifikanten Gewinne. Dafür sei das EBIT mit einem Verlust von mehr als sieben Millionen Euro in der ersten Jahreshälfte schlicht zu schwach gewesen. Insgesamt sollten Investoren das Jahr 2009 ertragstechnisch abhaken. Positive Überraschungen erwarte man nicht.
Im Jahr 2010 dürfte Phoenix Solar wieder kräftig Geld verdienen. Für 2013 werde ein EBIT von 100 Millionen Euro erwartet bei Einnahmen von 1,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen gehöre unverändert zu den "besseren" Solaraktien am Markt. Kurzfristig könnten Anleger indes enttäuscht sein über den Bericht zu Q3 und die ambitionierten Jahresziele. Im Regelfall führe dies zu günstigen Kaufkursen, die im Hinblick auf 2010 zum Einstieg genutzt werden sollten.
Entsprechend empfehlen die Experten von "TradeCentre.de" bei der Phoenix-Solar-Aktie den Neunmonatsbericht abzuwarten. (30.10.2009/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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