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Analysen - Ausland
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23.10.2009
SES Global kaufen
National-Bank AG
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Essen (aktiencheck.de AG) - Andrea Großmann, Analystin der National-Bank AG, stuft die Aktie von SES Global (ISIN LU0088087324/ WKN 914993) nach wie vor mit dem Rating "kaufen" ein.
Die Q3-Ergebnisse des Satellitenbetreibers würden ein gemischtes Bild bieten. So seien die Steigerungen bei Umsatz und EBITDA mit 2,4% (auf 416,3 Mio. EUR) bzw. 4,0% (auf 294,1 Mio. EUR) unter den Konsensschätzungen geblieben, wohingegen beim Gewinn (+15,3 % auf 118,8 Mio. EUR) die Erwartungen übertroffen worden seien. Das schwächer als erwartete Erlöswachstum sei v. a. auf Verzögerungen bei großen Service-Projekten zurückzuführen, während sich das Infrastrukturgeschäft erneut mit solidem Wachstum profiliert habe. Dank einer geringeren Finanzbelastung sei der Gewinnzuwachs unter dem Strich höher als vom Konsens erwartet ausgefallen.
Während die Prognose für das Infrastrukturgeschäft (Umsatz: +3-4%, EBITDA-Marge >82%) bestätigt worden sei, rechne SES auf Konzernebene für 2009 aufgrund des volatilen Service-Geschäfts nur noch mit einem Erlösplus von 1,5%. Der längerfristige Ausblick des Konzerns (2010-2012) falle mit prognostizierten Steigerungen von durchschnittlich 5% bei Umsatz und EBITDA zuversichtlich aus und unterstreiche die hohe Visibilität, über die der Konzern dank des hohen Orderbestands und der langfristigen Geschäftsbeziehungen verfüge.
SES habe im Infrastruktur-Kerngeschäft eine solide Leistung erzielen können. Trotz der ungünstigen Wechselkursentwicklung weise der Bereich ein Erlösplus von 4,2% sowie eine EBITDA-Marge von 82% auf. Der Satellitenbetreiber habe im Berichtszeitraum für die gesamte Flotte 20 zusätzliche Transponder vermarktet, was sich in einer Verbesserung der Auslastung auf 82,2% niedergeschlagen habe. Im Service-Geschäft habe indes ein Erlösrückgang von 3,6% verbucht werden müssen, was auf Verzögerungen bei größeren Dienstleistungsverträgen sowie einen geringeren Equipment-Absatz zurückgeführt werde.
Der Erlösrückgang in dem kleineren, margenschwächeren Bereich (Umsatzanteil ca. 19%) habe sich jedoch nur geringfügig auf die Entwicklung des konzernweiten EBITDA ausgewirkt. Das Service-Geschäft habe sich im Vergleich zum Infrastruktur-Geschäft wesentlicher volatiler entwickelt. Möglicherweise stelle die Erlösabschwächung in Q3 daher nur einen temporären Faktor dar. Das operative Ergebnis habe mit 177,6 Mio. EUR nahezu auf dem Niveau des Vorjahres verharrt, was zusätzlichen Wertberichtigungen auf neue Satelliten geschuldet sei. Die geringeren Finanzierungsaufwendungen, die sich in einer überproportionalen Gewinnsteigerung niedergeschlagen hätten, hätten aus der Verbuchung von Wechselkursgewinnen sowie dem niedrigeren Zinsniveau resultiert. Die Nettoverschuldung von SES habe per Ende Q3 bei 3,64 Mrd. EUR gelegen. Damit bewege sich das Verhältnis von Nettoverschuldung/EBITDA mit 3,12 unter dem vom Konzern gesteckten Grenzwert von 3,3.
SES habe im Berichtsquartal keine neuen Satelliten gestartet. Dem Vernehmen nach hätten die Vorbereitungen für den Start des NSS-12 Satelliten (geplant für den 29. Oktober) gute Fortschritte gemacht. NSS-12 werde eine Mischung aus DTH-Diensten, VSAT- und Telekom-Anwendungen für Europa, Afrika, den Nahen Osten, Indien, Zentralasien und Australien bieten. Der Satellitenbetreiber habe dem Vernehmen nach in den letzten Monaten in allen Geschäftssegmenten, einschließlich HDTV und Direct-To-Home TV, neue Verträge abgeschlossen. Zudem habe die Vermarktung von Breitband-Internetdiensten via Satellit über den ASTRA2Connect-Dienst verstärkt werden können. Bis 2011 wolle SES insgesamt neun neue Satelliten in Betrieb nehmen, was einem Zuwachs von 204 Transpondern und einer Ausweitung der kommerziell verfügbaren Kapazitäten von 19% entspreche. Den Konzernangaben zufolge würden alle Erweiterungsprojekte eine interne Rendite oberhalb der konzernweit gesetzten Hürde von 10-15% aufweisen.
Angesichts der geplanten Kapazitätsausweitungen sehe sich SES gut für weiteres Wachstum aufgestellt. Die Erlösprognose für das laufende Jahr sei aufgrund der Schwäche im Service-Geschäft jedoch reduziert worden. SES rechne nunmehr nur noch mit einem Zuwachs von ca. 1,5%. Angesichts des hohen Auftragsbestandes, der unveränderten Nachfrage im Infrastrukturgeschäft sowie der neuen Satellitenkapazitäten sei das Unternehmen zuversichtlich im Zeitraum von 2010-2012 ein Erlöswachstum von durchschnittlich 5% zu realisieren. In punkto EBITDA würden entsprechende Steigerungsraten erwartet. Die Ergebnisentwicklung dürfte dabei von geringeren Investitionsausgaben begünstigt werden, da ab 2010 mit geringeren Ersatzinvestitionen gerechnet werde. Im Infrastrukturgeschäft werde weiterhin eine EBITDA-Marge oberhalb von 82% angestrebt.
Die Q3-Ergebnisse hätten zwar die Erwartungen nicht in allen Punkten erfüllen können, was v. a. auf (temporäre) Schwächen im unbedeutenderen Service-Geschäft zurückzuführen sei. Währenddessen habe sich das Infrastrukturgeschäft erneut mit solidem Umsatzwachstum und einer hohen EBITDA-Marge profiliert. Die Ergebnisse sowie der zuversichtliche mittelfristige Ausblick würden nach Erachten der Analysten insgesamt die Solidität des Geschäftsmodells unterstreichen, das v. a. durch langfristige Geschäftsbeziehungen geprägt sei.
Vor dem Hintergrund der sowohl im Vergleich zur Peergroup als zu historischen Relationen moderaten Bewertung stufen die Analysten der National-Bank AG die Aktie von SES Global unverändert mit "kaufen" ein. Das Kursziel werde bei 19 EUR gesehen. (Analyse vom 23.10.2009) (23.10.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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