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Analysen - Nebenwerte
22.10.2009
SNP neutral
BankM-Repräsentanz der biw AG

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Daniel Großjohann und Michael Vara, Analysten der BankM-biw AG, stufen die Aktie von SNP (ISIN DE0007203705/ WKN 720370) mit "neutral" ein.

Die SNP-Aktie habe in den vergangenen Tagen eine Neubewertung durch den Kapitalmarkt erfahren. Ein Grund hiefür sei sicherlich das mit Vorlage der Vorab- Zahlen zum 3. Quartal (Q3) deutlich angehobene Margenziel. Bezogen auf Q3 habe die EBIT-Marge bei 28,5% (Jan.- Sept. 2009: 21,9%) gelegen und damit deutlich über dem Vorjahreswert (23,2%). Angesichts der implementierten Kostensenkungen, dem erfolgreichen Turnaround der Tochter EINS und den Belastungen durch die Entwicklung der SNP T-Bone-Lösung in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld erscheinen den Analysten der BankM-biw AG nun nachhaltige EBIT-Margenniveaus von über 22% erzielbar.

Die Analysten würden unter Berücksichtigung von Kosten aus dem Aufbau des Partnermanagements und Service (Hotline, Schulungen) für SNP T-Bone mit einer Marge von 22,5% rechnen. Tendenziell dürfte die angestrebte Steigerung des Softwareanteils die Marge weiter steigen lassen, was vom Kapitalmarkt derzeit wohl schon vorweg genommen werde. Die Analysten seien aus Gründen der Vorsicht in ihrem Forecast jedoch von einer stabilen EBIT-Marge für die kommenden drei Jahre ausgegangen.

In Q3 habe SNP erstmals in 2009 im Vorjahresquartalsvergleich wieder anziehende Umsätze (+2%) gezeigt. Auch der gestiegene Auftragsbestand zum 30.09. von 8,4 Mio. EUR (Vorjahr: 8,1 Mio. EUR) deute auf eine Normalisierung der Auftragslage hin. Die implizierte Umsatzerwartung für Q4 (rd. 6,2 Mio. EUR) werde das Unternehmen auch auf Grund der Fakturierung in Q3 begonnener Dienstleistungsprojekte erreichen können. Bezogen auf Umsätze aus dem Bereich Software würden die Analysten keine deutliche Verbesserung gegenüber Q4 2008 erwarten. Die impliziten EBIT- und Margenziele für Q4 (1,35 Mio. EUR bzw. rd. 22%) sollten gut erreichbar sein.

Aus der im Rahmen des SAP-Anwendertages im September erstmals vorgestellten SNP T-Bone-Lösung seien für 2009 noch keine Umsätze zu erwarten. Auf Grund der positiven Resonanz und des Interesses von marktführenden Systemintegratoren, beratenden Wirtschaftsprüfern und Systemhäusern würden die Analysten davon ausgehen, dass SNP im ersten Halbjahr 2010 namhafte Partner aus diesen Branchen präsentieren werde.

SNP T-Bone sei ein Bündel verschiedener Tools und Verfahrenstechniken zur Unterstützung und Automatisierung von SAP-Systemtransformationen. Hierdurch würden sich für die potenziellen Partner neue strategische Felder in der SAP-Beratung eröffnen. Konkrete Angaben zum Potenzial des neuen Produktes könne SNP zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht machen, daher hätten die Analysten zusätzliche Umsätze aus dem SNP T-Bone Produkt bisher nicht berücksichtigt.

SNP habe im Zuge der SNP T-Bone Einführung den eigenen Außenauftritt umgestaltet und das Thema Software (Lizenzen und Wartung) forciert. Der Umsatzanteil des Software Segmentes und damit auch das nachhaltige Margenniveau würden sich in den kommenden Jahren kontinuierlich erhöhen. Jedoch werde SNP immer auch Dienstleister im SAP Umfeld bleiben, da dies essentiell sei, um das nötige Know-How aus SAP-Transformationsprozessen in Softwarelösungen abbilden zu können. Die stärkere Ausrichtung auf Software erfordere auch den Auf- und Ausbau von Serviceangeboten wie Schulungen für Kunden und Partner sowie Hotline. Zudem müsse ein Key-Account Management zur Steuerung der Partner etabliert werden.

Die strategische Bedeutung von Projekten zur Optimierung und Transformierung von SAP-Systemen zeige sich in dem Umstand, dass SNP auch im konjunkturell schwierigen Jahr 2009 keine Auftragsstornierungen zu verzeichnen habe. Die Wirtschaftskrise habe dazu geführt, dass Unternehmen Neupositionierungen vorgenommen hätten, auch bei strategischen Projekten sei es dadurch zu Verschiebungen gekommen. Nach anfänglicher Zurückhaltung in den ersten Kalendermonaten, hätten sich die Neukundenanfragen bei SNP nun wieder auf dem Niveau des Vorjahres eingependelt.

Die Eigenkapitalquote zum 30.09.2009 habe sich auf 68,7% (31.12.2008: 60,7%) belaufen. Der Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit befinde sich mit 2,2 Mio. EUR bereits nach neun Monaten auf dem Niveau des gesamten Vorjahres. Die liquiden Mittel hätten zum 30.09.2009 bei rund 3,8 Mio. EUR betragen und damit rund 0,6 Mio. EUR über dem Vorjahreswert gelegen.

Die Analysten hätten ihren Forecast auf die neue Margensituation angepasst. Zwar dürfte der sich mittelfristig erhöhende Softwareanteil das Margenniveau weiter verbessern, hier seien sie jedoch aus Gründen der Vorsicht von konstanten EBIT-Margen ausgegangen (22,5%). Ihre Umsatzerwartungen, die ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 25% in den kommenden fünf Jahren unterstelle, hätten die Analysten dagegen unverändert belassen. Der Faire Wert von 46,90 EUR pro Aktie ermittle sich zu gleichen Teilen aus der FCF-Analyse (56,40 EUR) und dem auf 2010 basierenden Peer-Gruppen-Vergleich (37,40 EUR).

Das Unternehmen halte vor dem Hintergrund der weiter stabilen Auftragslage an der bisherigen Umsatzerwartung für das Gesamtjahr 2009 (21 Mio. EUR) fest. Das EBIT-Margenziel liege nun bei mindestens 22% (zuvor zwischen 18% und 20%) was einem EBIT von mindestens 4,6 Mio. EUR entspräche.

SNP zeige trotz schwierigen konjunkturellen Umfelds Stärke. So könne das Unternehmen an den Rekordumsatz des Vorjahres anknüpfen und werde die sehr gute EBIT-Marge des Vorjahres (21,3%) sogar noch übertreffen. Das Unternehmen selbst habe den bisherigen Margenkorridor von 18% bis 20% auf nunmehr über 22% angehoben. Grund hierfür seien implementierte Kostensenkungsmaßnahmen, der günstigere Produktmix und die weiterhin gute Auftragslage, die auch die geringe Konjunkturabhängigkeit des Unternehmens unterstreiche.

Bei der Bewertung der im September vorgestellten Software "SNP T-Bone" seien die Analysten noch vorsichtig. Sobald konkretere Aussagen zu Umsatzpotenzialen von SNP T-Bone möglich seien, würden sie diese in den Schätzungen berücksichtigen.

Die Analysten der BankM-biw AG sehen den Fairen Wert pro SNP-Aktie nun bei 46,90 EUR (zuvor: 29,60 EUR) und setzen ihre Empfehlung nach den starken Kursanstiegen der letzten Tage auf "neutral". (Analyse vom 22.10.2009)
(22.10.2009/ac/a/nw)
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