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Analysen - Nebenwerte
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22.10.2009
Funkwerk verkaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Funkwerk (ISIN DE0005753149/ WKN 575314) von "halten" auf "verkaufen" herab.
Funkwerk habe am Montag dieser Woche den diesjährigen Capital Market Day in Frankfurt durchgeführt. Die Veranstaltung habe im Zeichen der Gewinnwarnung aus der vergangenen Woche gestanden. Funkwerk habe bekannt gegeben, dass die wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr voraussichtlich ausbleibe, wobei insbesondere ein ausbleibender Auslandsauftrag zu einem Umsatzeinbruch auf bis etwa 230 Mio. EUR (2008: 290,2 Mio. EUR) führen sollte. Das EBIT, inklusive notwendiger Restrukturierungs- und Anpassungsmaßnahmen, solle bei bis zu -19 Mio. EUR liegen.
Das Management habe den Capital Market Day genutzt, um die zentralen Themen, die zu dem operativen Einbruch geführt hätten, zu adressieren. Hauptgrund für den Umsatzeinbruch sei ein nicht realisierter Algerien-Auftrag im Segment Security Communication (SC). Dieser Auftrag mit einem Volumen von ca. 30 Mio. EUR sei Bestandteil der Planungen bei der Gesellschaft gewesen und werde nun auch im Folgejahr nicht mehr eingeplant. Funkwerk sei für dieses Projekt bereits in Vorleistung getreten gewesen. Insgesamt müssten für Algerien ca. 2 Mio. EUR Working Capital abgeschrieben werden; hinzu kämen 2,5 Mio. EUR durch Währungsverluste.
Der Objektschutz in Algerien sei bis dato eine Erfolgsgeschichte gewesen und habe über Plan gelegen. Weiterhin sollte Funkwerk in diesem Markt gut aufgestellt sein, wobei die Organisation und das Controlling jetzt neu aufgesetzt würden, um Risiken stärker kontrollieren zu können. Eine weitere Baustelle sei das Working Capital Management. Hier sollten im gesamten Konzern Verbesserungspotenziale bestehen. Insbesondere bei SC und Traffic and Control Communication (TCC) würden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt, die u.a. Personalreduktionen und Organisationsanpassungen beinhalten würden.
Eine zentrale Baustelle sei weiterhin auch Bouyer. Hier sei noch kein Sozialplan implementiert, wobei in den nächsten Wochen aus Sicht der Analysten News-flow zu erwarten sei. Marktseitig treffe Funkwerk der Einbruch im Automotive Geschäft. Hier sei aktuell mit einem Umsatzeinbruch von 50% im Gesamtjahr zu rechnen. Zudem gebe es angabegemäß Qualitätsprobleme im Nachrüstgeschäft, die die operative Entwicklung hemmen würden.
Für die kommenden Jahre erwarte das Management einen operativen Schub durch elektronische Stellwerke. Funkwerk erwarte einen Jahresumsatz von 25-30 Mio. EUR p.a. über die kommenden zehn Jahre. Insgesamt sei ein Strategiewechsel bei Funkwerk zu erwarten. Während in den vergangenen Jahren Wachstum als strategisches Ziel genannt worden sei, liege nunmehr der Fokus verstärkt auf dem aktiven Management der operativen Einheiten.
Funkwerk werde am 06.11.2009 die Q3-Zahlen vorlegen. Die Analysten würden davon ausgehen, dass der Großteil der Restrukturierungsaufwendungen in Q3 verbucht werde, so dass das operative Ergebnis deutlich belastet werden sollte. Weiterer negativer News-flow scheine somit vorprogrammiert. Zudem sollten die Unsicherheiten über die Dauer der Investitionszurückhaltung im Transportsektor belasten.
Funkwerk habe mit der Gewinnwarnung negativ überrascht. Es bleibe abzuwarten, ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichend seien, um den Konzern wieder in die Spur zu bringen. Eine Veränderung des Ertragsniveaus sei nicht vor 2011 zu erwarten.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Funkwerk-Aktie von "halten" auf "verkaufen" herab. Das Kursziel werde von 7,00 auf 5,50 EUR gesenkt. (Analyse vom 22.10.2009) (22.10.2009/ac/a/nw)
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