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Analysen - Ausland
23.04.2002
Honeywell kaufen
Berliner Volksbank

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Bodo Orlowski, Analyst der Berliner Volksbank, rät die Aktie von Honeywell (WKN 870153) zu kaufen.

Honeywell in der heutigen Größenordnung sei durch den Zusammenschluss von AlliedSignal und Honeywell im Jahre 1999 entstanden. Die Wurzeln des in Morristown, New Jersey ansässigen Konzern würden allerdings bis in das Jahr 1885 zurück reichen. Honeywell sei ein global tätiges, diversifiziertes Konglomerat, das sich mit rund 115.000 Mitarbeitern in 95 Ländern zu den Marktführern im Bereich Technologie und Fertigungsverfahren zähle. Nach der geplatzten Fusion mit General Electric bekräftige Honeywell seine Eigenständigkeit.

Das Industrieunternehmen habe seine Aktivitäten in vier Geschäftsfelder geordnet. Sowohl gemessen am Umsatz als auch am Ergebnisbeitrag bilde der Bereich Luftfahrt die größte Sparte. Das breit gefasste Produktangebot reiche von Bremsen, Flugzeugelektronik, Radar- und Navigationssystemen über Flugzeugsicherheits- und Landesysteme bis zu passenden Servicedienstleistungen. Zu den Kunden würden u.a. Boeing, Bombardier, EADS/Airbus und Lockheed Martin zählen.

Honeywell sei auch am neuen Joint Strike Fighter beteiligt, für den der Konzern beispielsweise Landesysteme liefern werde. In dem Großraumflugzeug Airbus A380 würden Teile des Triebwerks aus dem Hause Honeywell stammen. Die zweitgrößte Sparte würden Automations- und Kontrollsysteme bilden. Mehr als 100 Mio. Häuser und Gebäude seien mit Kontrollsystemen für Klima, Feuer und Energiesparen oder Alarmanlagen von Honeywell ausgestattet. Industriekonzerne wie Alcoa, BASF, ExxonMobil oder DuPont würden entsprechende Produkte nutzen.

Auch bei der Sparte Spezialmaterialien lese sich die Kundenliste wie das "Who is Who" der Großkonzerne. Hier umfasse das Produktangebot beispielsweise Polymere, Fasern, Nylon, Fluorprodukte und Spezialchemikalien, die in der Elektro-, Halbleiter-, Pharma- oder Automobilindustrie zum Einsatz kämen. Transport und Energiesysteme würden das Tätigkeitsspektrum von Honeywell abrunden. Die führenden Automobilkonzerne würden eine breite Palette an Automobilprodukten des Konzerns nachfragen. Im Geschäftsjahr 2001 habe Honeywell einige Turbulenzen zu überstehen gehabt, die ihre Spuren im Jahresabschluss hinterlassen hätten.

Neben der Konjunkturschwäche habe sich natürlich der Einbruch in der Luftfahrtindustrie infolge der Terroranschläge vom 11. September negativ ausgewirkt. Hinzu seien finanzielle Belastungen für Stellenstreichungen und Restrukturierungsmaßnahmen gekommen. Die Sparte Spezialmaterialien habe unter steigenden Rohstoffpreisen und Überkapazitäten gelitten. Lediglich das Geschäftsfeld Transport und Energiesysteme habe ein leichtes Ergebnisplus verzeichnen können. Per Saldo sei der Umsatz um 5,5% auf 23,65 Mrd. US-Dollar gefallen, und der operative Gewinn habe sich um 24,3% auf knapp 2,75 Mrd. US-Dollar reduziert. Das Nettoergebnis sei mit 99 Mio. US-Dollar negativ ausgefallen.

Für 2002 plane das Management ein prozentual zweistelliges Ergebnisplus bei rückläufigem Umsatz. Die Geschäftsentwicklung von Honeywell dürfte 2002 die Talsohle durchschreiten. In Erwartung einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmendaten kombiniert mit Produktivitätsfortschritten seien nachhaltige Ertragssteigerungen zu erwarten, die sich im Hinblick auf das KGV (03e) in weiteren Kurssteigerungen niederschlagen sollten.

Daher empfehlen die Analysten der Berliner Volksbank den Dow-Jones-Titel Honeywell zum Kauf.



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