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Analysen - TecDAX
28.09.2009
Phoenix Solar auf Rücksetzer warten
Heibel-Ticker

www.optionsscheinecheck.de

Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" raten bei der Aktie von Phoenix Solar (ISIN DE000A0BVU93/ WKN A0BVU9) mit einem Kauf auf einen Rücksetzer warten.

Als Projektentwickler profitiere Phoenix Solar von dem Preiskampf bei den Solarmodulen und könne zu relativ stabilen Preisen Solarparks anbieten. Die Experten würden eine rasante Entwicklung in der Solarbranche erwarten und die Aktie vorerst nur für einige Monate ins Depot nehmen.

Der Bund der Energieverbraucher e. V. habe 1994 die Phoenix Solarinitiative gegründet, mit der die Entwicklung des deutschen Solarmarktes gefördert werden sollte. Aus der Initiative sei 1999 das Unternehmen Phoenix Sonnenstrom gegründet worden, das sich später in Phoenix Solar umbenannt habe. Insbesondere die Wirtschaftlichkeit von qualitativ hochwertigen Solaranlagen werde von Phoenix vorangetrieben: Als Großabnehmer erziele Phoenix günstige Einkaufspreise und könne Standardlösungen anbieten, die bislang durch das EEG - später vielleicht auch einmal ohne - profitabel seien.

Als Projektentwickler kümmere sich Phoenix Solar um die Planung, Finanzierung und Durchführung von Solarparkprojekten. Selbst der anschließende Betrieb oder auch ein Verkauf werde von Phoenix begleitet.

Insbesondere durch die enge Kooperation mit der Fondsgesellschaft KG Allgemeine Leasing (KGAL) erhalte Phoenix Solar immer wieder Großaufträge. KGAL sammle Gelder von Investoren sowohl aus dem institutionellen, als auch aus dem privaten Bereich ein und beauftrage Phoenix Solar mit der Investition dieser Gelder in Solarparks. Je mehr Anleger Geld an die KGAL geben würden, desto mehr Aufträge werde Phoenix Solar erhalten.

Erst vor zwei Wochen hätten die KGAL und Phoenix Solar ihre strategische Kooperation erneuert. In einem Rahmenvertrag sichere die KGAL der Phoenix Solar ein Auftragsvolumen für Solarparks von 525 Mio. Euro bis 2012 zu.

Als Projektentwickler könne Phoenix Solar verschiedenste Solarparks in Auftrag geben. So werde stets die modernste Technologie eingekauft, sodass eine hohe Wirtschaftlichkeit bei den Projekten gegeben sei. Aktuell könnten beispielsweise mit "Concentrating Solar Power" - Kraftwerken (CCP) Stromgestehungskosten von 23 Cents je kWh erzielt werden. Herkömmliche Solarparks würden derzeit nur 30 Cents je kWh schaffen. Die CCP Technologie nutze fokussierende Reflektorflächen, die das Sonnenlicht auf einen Absorber bündeln würden.

Als Händler und Projektentwickler könne Phoenix Solar nicht nur die Technologie auswählen, sondern auch scharfe Preisverhandlungen führen. Derzeit würden günstige Solarmodule aus China auf den Markt strömen, zusätzlich revolutioniere die Dünnschichttechnologie die herkömmlichen Kraftwerksanlagen, sodass Überkapazitäten insbesondere in Deutschland bestünden. SOLON beispielsweise produziere derzeit mit einer Kapazitätsauslastung von nur 20%. Da sei die Preisverhandlungsmacht eines Projektentwicklers wie Phoenix Solar groß, während der Abnahmepreis für die Solarparks durch die gesicherte Einspeisevergütung relativ stabil sei. Die Gewinnmarge steige also.

Die Experten hätten eine Solarstudie erstellt, in der sie auf diese Hintergründe näher eingehen würden. Darüber hinaus werden dort auch die Solarmodulhersteller miteinander verglichen. Der Preiskampf werde in den Augen der Experten dazu führen, dass in einigen Jahren nur noch wenige Modulhersteller existieren würden. Diese würden jedoch in ihrer Größe mit Intel vergleichbar sein. Die drei aussichtsreichsten Unternehmen (eines aus den USA, eines aus China und eines aus Deutschland) hätten die Experten in der Solarstudie identifiziert.

Mit einer Eigenkapitalquote von 50% sei Phoenix Solar solide aufgestellt. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten würden bei 53 Mio. Euro liegen, dem stünden 31,5 Mio. Euro liquide Mittel gegenüber. Die Experten würden kein Problem für Phoenix Solar sehen, weitere Finanzierungen zu erhalten.

Allerdings schleppe Phoenix Solar Lagerbestände im Wert von 50% der Bilanzsumme mit sich rum. Vor dem Hintergrund der fallenden Modulpreise würden die Experten hier einen kräftigen Abschreibungsbedarf fürchten. Ein Umstand, der in den Schätzungen von Analysten offensichtlich bereits enthalten sei, denn für das laufende Jahr werde ein Anstieg des KGVs von 11 auf 25 geschätzt. Beim Umsatzwachstum sei jedoch von Krise nichts zu sehen, im laufenden Jahr springe der Umsatz den Schätzungen der Experten zufolge um 25% auf 500 Mio. Euro an.

So wäre selbst das KGV 09e von 25 für den Geschmack der Experten nicht zu hoch. Doch bereits im nächsten Jahr steige der Gewinn überproportional an und es werde ein KGV von 11% erwartet - bei einem Umsatzwachstum von weiterhin 25%. Das sei extrem günstig und die Experten würden den hohen Lagerbestand daher zwar als ein Problem sehen, nicht jedoch als K.O.-Kriterium.

Solarparks würden planen, bauen und betreiben, das könnten inzwischen auch unsere Versorger wie E.ON oder RWE. Mithilfe von Pilotprojekten hätten sich die Giganten das notwendige Know-how im eigenen Hause heran gezüchtet. Nun sei in den Augen der Experten darauf zu achten, ob die Versorger nur für den Eigenbedarf Projekte entwickeln, oder auch auf dem Markt als Projektentwickler auftreten würden.

Letzteres wäre für Phoenix Solar ein Zeichen dafür, dass die Preishoheit, die dem Unternehmen derzeit noch zustehe, auf absehbare Zeit beendet werde. Ein Preiskampf würde dann auch bei der Projektentwicklung erfolgen. Wenn sich die Experten hier also positiv für die Zukunft von Phoenix Solar äußern würden, dann betreffe das eher die kurz- und mittelfristige Aussicht, von dem Preiskampf im Modulmarkt zu profitieren. Langfristig seien die Karten noch nicht verteilt.

Die Phoenix Solar-Aktie ist nach der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung mit KGAL bereits angesprungen und die Experten von "Heibel-Ticker" würden mit einem Kauf auf einen Rücksetzer warten. Dieser könnte ihrer Einschätzung nach schon bald erfolgen und den Kurs unter 38,50 Euro drücken (aktuell 41 Euro). Sodann würden sie die nächsten Monate mit der Aktie mitfahren, als Kursziel bis zum nächsten Frühjahr würden sie die alten Hochs aus dem Jahr 2008 bei 50 Euro sehen. Stets würden die Experten jedoch auf die Aktivitäten der großen Versorger achten. Wenn sich ein Preiskampf bei den Projektentwicklern von Solarparks abzeichne, dann würden sie der Aktie den Rücken kehren. (Ausgabe 38 vom 25.09.2009) (28.09.2009/ac/a/t)

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