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Analysen - Nebenwerte
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11.09.2009
BayWa kaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die BayWa-Aktie (ISIN DE0005194062/ WKN 519406) nach wie vor mit "kaufen" ein.
Auf dem ersten BayWa-Kapitalmarkttag am 09.09.2009 habe das Management den Geschäftsbereich Agrar an dem Standort Freiberg am Neckar präsentiert. Die BayWa habe hier vor gut zwei Jahren rund 5,5 Mio. EUR in den neuen Standort investiert, mit dem vier kleinere Standorte zusammengelegt worden seien. Die leistungsfähige Getreideerfassung mit 14.000 Tonnen Lagerraum und einer Trocknungsanlage für Mais setze ebenso Maßstäbe wie der fortschrittliche Umschlag von Dünger. Dafür stehe eine Halle mit einer Kapazität von 5.400 Tonnen zur Verfügung.
Der Vorstand für den Agrarbereich, Dr. Josef Krapf habe die langfristige Marktentwicklung im dem Segment erläutert. Der wachsende Wohlstand in Entwicklungsländern treibe den Konsum von Fleisch an. Dies sorge langfristig für eine Verknappung landwirtschaftlicher Güter und Wasser. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch betrage weltweit durchschnittlich 39 kg, wobei die entwickelten Regionen (Europa und Nordamerika) auf über 100 kg Pro-Kopf-Verbrauch kommen würden, während dieser in Asien erst 32 kg betrage. Während sich das Verhältnis von Fleisch- zu Getreideverbrauch in Westeuropa sowie in Nord- und Lateinamerika während der vergangenen 30 Jahre nicht wesentlich verändert habe, sei der Fleischverbrauch in Asien um mehr als das Dreifache gewachsen.
Zur Erinnerung: Um 1 kg Rindfleisch zu produzieren benötige man 7 kg Weizen und über 15.000 l Wasser. Damit werde die Bedeutung des Agrarmarkts deutlich. Ein weiteres Indiz für mittelfristig steigende Agrarpreise sei nach Erachten der Analysten auch in dem begrenzten Potenzial von zusätzlichem Ackerland zu sehen. Weltweit seien bis zum Jahr 2020 nur etwa 80 Mio. ha zusätzliches Ackerland verfügbar.
Mit dem weltweiten Bevölkerungswachstum und dem höheren Lebensstandard werde das zusätzlich erschlossene Ackerland nicht ausreichen. Steigende Investments von Staaten in die Landwirtschaft würden dies verdeutlichen. So würden die arabischen Staaten mit den Regierungen in Afrika um fruchtbare Ländereien verhandeln und Süd-Korea und China seien weltweit mit Käufen von Ackerland aufgetreten. (China habe alleine rund 80 Mrd. EUR in landwirtschaftliche Investments investiert), um den steigenden Bedarf zu decken.
Aktuell sei die USA immer noch der weltweit größte Exporteur gefolgt von Europa. Aber auch Russland und die Ukraine würden immer bedeutender. Für die BayWa bleibe die Region Osteuropa das strategische Ziel für weiteres Wachstum, da die Möglichkeiten in Deutschland und Österreich aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nahezu ausgeschlossen seien.
In den vergangenen 12 Monaten habe das Unternehmen mit stark sinkenden Getreide- und Futtermittelpreisen zu kämpfen gehabt, die temporär problematisch gewesen seien. Die Preise von Gerste und Brotweizen seien innerhalb des letzten Jahres um rund die Hälfte gefallen. Man müsse jedoch positiv hervorheben, dass die Agrarwirtschaft im historischen Vergleich (besonders in Krisenzeiten) in Relation zu anderen Branchen deutlich stabiler gewesen sei und das sollte sich auch in Zukunft zeigen.
Der deutsche Agrarsektor werde zunehmend professioneller und spezieller. Die Erzeugerpreise für Brotweizen seien in den letzten 25 Jahren von 250 EUR/t auf aktuell 80 EUR/t reduziert worden, lediglich im Vorjahr seien die Preise aufgrund der Düngemittelpreisentwicklung stark angestiegen, würden inzwischen jedoch wieder auf historisch niedrigem Niveau liegen. Der Strukturwandel (Hofsterben) führe zu steigenden Großbauerhöfen, die zudem deutlich effizienter arbeiten, so dass sich die Landwirte immer stärker zum Entrepreneur entwickeln würden.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe sehen ihre positive Haltung für ein Investment in das Unternehmen bestätigt und bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die BayWa-Aktie, die ab dem 21.9.2009 in den MDAX aufsteigen wird. Alleine der MDAX-Aufstieg dürfte dafür sorgen, dass die Aktie stärker in den Fokus institutioneller Investoren rücke. Das Kursziel werde von 29,00 auf 30,00 EUR erhöht. (Analyse vom 11.09.2009) (11.09.2009/ac/a/nw)
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