|
Analysen - DAX 100
|
01.09.2009
ElringKlinger verkaufen
Bankhaus Lampe
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die ElringKlinger-Aktie (ISIN DE0007856023/ WKN 785602) unverändert mit "verkaufen" ein.
Der Umsatz habe sich im ersten Halbjahr 2009 um 23,5% auf 267,9 Mio. EUR (Vj.: 350,2 Mio. EUR) ermäßigt. Vor allem das Segment Erstausrüstung der ElringKlinger-Gruppe sei vom Einbruch der weltweiten Fahrzeugmärkte betroffen gewesen. Insgesamt seien die Umsatzerlöse im H1 2009 in diesem Segment um 27,1% auf 185,8 Mio. EUR (Vj.: 254,8 Mio. EUR) gesunken.
Das Ersatzteilgeschäft habe sich nach den starken Zuwächsen des Vorjahres im H1 2009 leicht rückläufig entwickelt. Die Umsätze seien um 8,4% auf 47,5 Mio. EUR (Vj.: 51,8 Mio. EUR) zurückgegangen. Der auf wichtigen internationalen Märkten wie Osteuropa und Mittlerer Osten im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise feststellbare erschwerte Kreditzugang für Kunden des Ersatzteilgeschäfts habe sich negativ auf deren Orderverhalten bzw. die bestellten Mengen ausgewirkt.
Während die Vertriebskosten leicht gestiegen seien, habe das laufende Kosteneinsparungsprogramm im Ergebnis zu einer weiteren deutlichen Verbesserung bei den Verwaltungskosten geführt, die im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum um 27,5% hätten verringert werden können. Die Forschungs- und Entwicklungskosten seien auf 19,1 Mio. EUR (Vj.: 16,5 Mio. EUR) gestiegen und würden die Bedeutung für die Zukunftssicherung der Gruppe zeigen.
Vor allem wegen der ersten Teilauflösung der Rückstellungen für die Nickelpreisabsicherung im Q2 2009 hätten sich die sonstigen betrieblichen Erträge im ersten Halbjahr 2009 insgesamt um 22,6% auf 13,0 Mio. EUR erhöht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die im H1 2008 5,9 Mio. EUR ausgemacht hätten, seien im ersten Halbjahr 2009 auf 1,1 Mio. EUR gesunken. Der deutliche Rückgang habe im Wesentlichen an der im Vorjahr enthaltenen Bildung einer Rückstellung für rohwarenbezogene Absicherungsgeschäfte in Höhe von 4,0 Mio. EUR gelegen.
Das EBITDA habe zum Halbjahr 2009 bei 56,0 Mio. EUR (Vj.: 87,5 Mio. EUR) gelegen. Die starke Investitionstätigkeit der Vorjahre habe einen Anstieg bei den Abschreibungen auf 33,4 Mio. EUR (Vj.: 27,1 Mio. EUR) bewirkt. Eine vergleichbare Entwicklung habe das EBIT gezeigt, das 22,6 Mio. EUR erreicht habe, nach 60,4 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Das Finanzergebnis habe bei -5,1 Mio. EUR gelegen. Damit habe sich im H1/2009 ein um 72,5% niedrigeres Ergebnis vor Ertragsteuern von 15,3 Mio. EUR (55,6 Mio. EUR) ergeben. Nach Abzug der Ertragsteuerquote von 29,4% (Vj.: 28,4%) habe das Periodenergebnis somit bei 10,8 Mio. EUR (39,8 Mio. EUR) zum Halbjahr gelegen. Der Anteil der Aktionäre der ElringKlinger am Periodenergebnis habe bei 10,0 Mio. EUR (Vj.: 38,1 Mio. EUR) gelegen.
Das Jahr 2009 werde zweifelsohne als eines der schwierigsten Jahre der Automobilindustrie in die Geschichte eingehen. Auch in der zweiten Jahreshälfte 2009 sei in Summe von einem im Vorjahresvergleich deutlichen, zweistelligen Rückgang der Pkw-Neuzulassungszahlen auszugehen. Allerdings sollte die Talsohle im ersten Halbjahr 2009 durchschritten worden sein und sich die Pkw-Nachfrage im weiteren Jahresverlauf von Quartal zu Quartal sukzessive verbessern.
Anhaltend schwierig bleibe die Situation auf den weltweiten Nutzfahrzeugmärkten. Nicht wenige Hersteller hätten zur Jahresmitte noch Rückgänge bei den Auftragseingängen von über 50% hinnehmen müssen. Während sich der europäische Markt, ausgehend von einem Produktionsrückgang bei Pkw von 15% bis 20%, im Gesamtjahr 2009 im zweiten Halbjahr gegenüber der ersten Jahreshälfte weiter moderat verbessern sollte, schließe ElringKlinger allerdings nicht aus, dass die Fahrzeugproduktion in Nordamerika im Gesamtjahr 2009 nochmals um 25% bis 30% unter dem Vorjahresniveau liegen werde und erst in 2010 wieder stärker anziehe.
Die ElringKlinger-Gruppe erwarte aktuell in diesem Umfeld - abhängig von der weiteren Marktentwicklung - für das Gesamtjahr einen Konzernumsatz von 540 bis 580 Mio. EUR. Die EBIT-Marge solle 8 bis 10% erreichen. Die Prognostizierbarkeit der Geschäftsentwicklung bleibe in der aktuellen, historisch außergewöhnlichen Marktsituation aber schwierig und risikobehaftet.
Im Fokus des Unternehmens stehe die Weiterentwicklung von neuen Geschäftsfeldern. So sei ein neues von der Bundesregierung gefördertes Projekt zur Herstellung einer Brennstoffzellenanwendung in Kraft-Wärme-Kopplung für Ein- und Mehrfamilienhäuser begonnen worden. Zudem arbeite ElringKlinger an Brennstoffzellen- und Batteriekomponenten sowie im Rahmen des laufenden Dieselpartikelfilterprojekts an einem neuartigen Beschichtungsmaterial und Beschichtungsverfahren zur Rußreduzierung in Partikelfilterkörpern.
Eine überdurchschnittliche Entwicklung sei zudem in den Bereichen Abschirmtechnik und Spezialdichtungen erkennbar. Beide Bereiche würden von Produktneuanläufen sowie dem steigenden Interesse der Kunden aus der Fahrzeugindustrie nach Produkten profitieren, die zur Reduzierung von CO² sowie zur Verbrauchsreduzierung bei Verbrennungsmotoren durch Downsizing-Konzepte beitragen würden.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die ElringKlinger-Aktie unverändert mit dem Rating "verkaufen" und bestätigen ihr Kursziel von 11,00 EUR. (Studie "MDAX-Guide Herbst 2009" vom 01.09.2009) (01.09.2009/ac/a/d)
|