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Analysen - Ausland
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27.08.2009
ING Groep "hold"
SEB
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, stuft die ING Groep-Aktie (ISIN NL0000303600/ WKN 881111) mit "hold" ein.
Nach 3 Quartalsverlusten (rd. 5 Mrd. EUR Verlust insgesamt) sei ING Groep im 2. Quartal (Q2) 2009 in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Allerdings würden die Zahlen im Halbjahresvergleich tiefrot bleiben. So habe die ING Groep ein Vorsteuerergebnis von gerade 74 Mio. EUR nach -218 Mio. EUR (Q1) erwirtschaftet (Vorjahr noch +2,1 Mrd. EUR). Der Quartalsüberschuss liege bei 229 Mio. EUR nach 1,9 Mrd. EUR im Vorjahr.
Vor allem die Bankaktivitäten hätten für das schwache Abschneiden in Q2 gesorgt. Hier habe sich das Vorsteuerergebnis auf -204 Mio. EUR nach 698 Mio. EUR im Vorquartal (Vorjahr noch bei 1,1 Mrd. EUR) belaufen. Während aus dem Retailbanking gute Beiträge gekommen seien (Vorsteuergewinn 426 Mio. EUR (Q1: 139 Mio. EUR), seien ING direct (-175 Mio. EUR nach +44 Mio. in Q1) und Commercial Banking (-148 Mio. EUR nach +506 Mio. EUR) in die rote Zahlen zurückgefallen.
Eine hohe Risikovorsorge von insgesamt 852 Mio. EUR sei hierfür maßgeblich verantwortlich. Im Versicherungssektor dagegen sei ein Vorsteuergewinn von 278 Mio. EUR (nach -979 Mio. EUR im Q1) eingefahren worden. Hier seien in Q1 hohe Abschreibungen angefallen. In Q2 habe man von einem verbesserten Kapitalmarktumfeld profitiert. Risiken würden weiter stark zurückzufahren. ROE -5,2% (Q1: -11,5% /Vj. 19,0%), Cost/Income-R. 78,1% (Q1: 61,5% /Vj. 64,6%).
Im 2. Quartal habe es einige positivere Entwicklungen gegeben (Turnaround bei Versicherungen), wenngleich eine zügige Gesamterholung derzeit schwer falle. Von einer weiteren Aufhellung der Kapitalmärkte dürften aber einige Geschäftsbereiche - teils überproportional - profitieren.
Beim Konzernumbau (auch eine Forderung der EU-Kommission, da ING Staatshilfe in Anspruch genommen habe) seien Portfolio-Veräußerungen in Höhe von 6-8 Mrd. zu erwarten. Für die bereits beschlossenen Verkäufe des Private-Banking-Geschäfts in Asien und in der Schweiz laufe gerade die 2. Bieterrunde. Hier seien Erlöse von 1,8-2,0 Mrd. USD zu erwarten. Diese Maßnahmen würden zu weiteren Bilanzverkürzungen führen und die künftigen Kapitalanforderungen schonen. Ferner werde die Komplexität des Konzerns verringert. Die EPS-Prognosen seien für 2009 reduziert, für 2010 relativ stark erhöht worden.
ING Groep habe erneut verhältnismäßig stark unter der Finanzmarktkrise gelitten. So habe vor allem das Commercial Banking - insbesondere die Finanzierung von gewerblichen Immobilien - und das Direktbankgeschäft enttäuscht. Aber auch im Versicherungssektor sei der Gewinn gefallen (auch ggü. Q1) und somit nicht überzeugend gewesen. Der gesamte Turnaround stehe weiter auf fragilen Beinen. Falls die Finanzkrise sich wieder verschärfe, verschiebe sich der Turnaround. Auch die Kernkapitalquote werde dann wieder belastet (Tier-1-Ratio bei 9,4%). Die weltweite Rezession bremse das Neugeschäft.
Das Flaggschiff bewege sich. Operativ gehe es in die richtige Richtung. Aber das 2. Halbjahr werde weiter sehr schwierig. Bei einem Anhalten des verbesserten Kapitalmarkt-Umfelds gelinge der Turnaround zweifelsohne um einiges leichter.
Die Analysten der SEB stufen die Aktie der ING Groep mit "hold" ein. Das Kursziel werde von 7,50 EUR auf 11,00 EUR angehoben. (Analyse vom 27.08.2009) (27.08.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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