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Analysen - Nebenwerte
21.08.2009
Bertrandt kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Bertrandt (ISIN DE0005232805/ WKN 523280) weiterhin mit "kaufen" ein.

Das Unternehmen habe folgende Ergebnisse der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 (1.10.-30.09.) vorgelegt: Umsatz 83,9 Mio. EUR; EBITDA 9,1 Mio. EUR; EBITA 6,4 Mio. EUR; Nettogewinn (ber.) 4,6 Mio. EUR; Ergebnis je Aktie 0,45 EUR.

Damit habe lediglich der Umsatz unterhalb der Erwartungen der Analysten gelegen, was zum einen in der Zurückhaltung der Automobilindustrie (und hier verstärkt der Zulieferer) hinsichtlich der Auftragsvergabe für Forschungs- und Entwicklungsaufträge begründet sei. Zum anderen seien in Q3 weniger Arbeitstage angefallen. Das Ingenieurdienstleistungsunternehmen verspüre zunehmend Auftragsverschiebungen, was die Analysten jedoch hinsichtlich der Krise innerhalb der Branche nicht wesentlich überrascht habe. Insgesamt könnten die Ergebnisse bottom-line durchaus überzeugen. Mit einem Gewinn von 19,9 Mio. EUR nach neun Monaten liege das Ergebnis nur knapp unter der bisherigen Gesamtjahreserwartung der Analysten von 21 Mio. EUR.

Der Treiber sei vor allem der Personalabbau (-6% auf 5.476 Mitarbeiter zum Vorquartal) gewesen. Da sich die Entlastung bei den Personalkosten fortsetze und eine leichte Geschäftsbelebung im vierten Quartal zu spüren sei, hätten die Analysten ihre Nettogewinnerwartung von 21 Mio. EUR auf 25,9 Mio. EUR (+23%) angehoben und würden das Erreichen dieser Erwartung für das Jahr 2009 trotz der Krise prinzipiell in "trockenen Tüchern" sehen. Zwar dürfte sich die Zurückhaltung der Industrie auch 2010 fortsetzen, weshalb sich Bertrandt ein gezieltes Kosten- und Kapazitätsmanagement mit dem Ziel der Ergebnissicherung auferlegt habe. Gleichwohl ermögliche die solide finanzielle Lage (akt. EK-Quote von 53,9%) erheblichen Spielraum, um die Krise gut zu überstehen.

Dabei könnte es inzwischen durchaus sinnvoll sein, über Akquisitionen nachzudenken, um die Konsolidierung innerhalb der Branche aktiv zu führen. Damit könnte das Unternehmen ebenfalls die Gefahr einer möglichen Übernahme verringern. Es bestehe nach Erachten der Analysten die Möglichkeit, dass der Volkswagen-Konzern, die 25% Beteiligung an der Bertrandt AG, die über Porsche gehalten worden sei, zur Disposition stellen werde. Bevor ein gezielter LBO-Angriff komme, sollte das Unternehmen sich vielleicht doch ein paar Finanzschulden in die Bilanz nehmen.

Für das kommende Jahr würden die Analysten mit einem Rückgang bei der EBIT-Marge auf 5,9% (2008/09e: 8,8%) und beim Nettoergebnis auf 4,3% rechnen (2008/09e: 6,7%). Bei der Bewertung würden sie auf den Median der Peer-Group zurückgreifen und aufgrund der geringen Liquidität der Aktie einen Abschlag von 20% auf diesen Wert nehmen. Die Erhöhung des Kursziels von 20,00 EUR auf 22,00 EUR reflektiere das Modellupdate.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Aktie von Bertrandt unverändert mit dem Rating "kaufen". (Analyse vom 21.08.2009) (21.08.2009/ac/a/nw)



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