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Analysen - DAX 100
18.08.2009
HHLA halten
HSH Nordbank AG

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Claudia Erdmann, Analystin der HSH Nordbank AG, stuft die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) von "kaufen" auf "halten" herab.

Wie befürchtet sei das zweite Quartal (Q2) 2009 schlimmer als das erste gewesen, allerdings seien die Erwartungen der Analysten noch unterboten worden. Der Umschlag an den HHLA-Terminals sei in den ersten sechs Monaten um 35,3% auf 2,419 Mio. TEU eingebrochen (Q1: -30%, Q2: -42%). Der schon im ersten Quartal schwache Feeder-Verkehr in den Ostsee-Raum sei auf gut die Hälfte des Vorjahreswertes (-49,8%) kollabiert. Weiterhin problematisch seien die Überseeverkehre nach Fernost mit -30,7%.

Diese beiden Handelswege zusammen hätten einen Anteil von ca. ¾ am Gesamtumschlag der HHLA in Hamburg. Der Umsatz sei mit -24,1% weniger stark zurückgefallen, was auf einen verbesserten Erlösmix zurückzuführen sei. Er habe sich - auch aufgrund der strikten Preispolitik der HHLA - hin zu den höherpreisigen O&D-Verkehren ins Hinterland und weg von den Transshipment-Verkehren verschoben, bei denen zusätzlich zur Wirtschaftsflaute zusätzlich die Verlagerung in Wettbewerbshäfen wie Rotterdam ins Kontor geschlagen hätten.

Die Guidance des Vorstands sei enttäuschend. Das Erfreulichste am Ausblick der HHLA sei, dass man sich getraut habe, konkreter zu werden als bisher. Die genannten Eckwerte seien aber leider ernüchternd. Einen Umsatz im Gesamtkonzern von 1 Mrd. EUR zu erreichen sei anspruchsvoll, wo doch im ersten Halbjahr schon 501 Mio. EUR erzielt worden seien. Die EBIT-Marge für die fortgeführten Aktivitäten werde bei 14-16% gesehen, obwohl sie im ersten Halbjahr noch 19,1% betragen habe und die Kosteneinsparungen in der zweiten Jahreshälfte noch effektiver sein würden.

Dies zeige, wie stark der Vorstand den Druck auf die Preise einschätze. Da die Mengenentwicklung ihren Boden gefunden habe, komme die Ergebnisbelastung aus dem Preisdruck in der Containerschifffahrt und dem Hinterlandverkehr sowie sinkenden Lagerentgelten. Alles in allem rechne das Management mit Einsparungen beim operativen Aufwand von 160-180 Mio. EUR, was natürlich auch auf die gesunkenen variablen Kosten zurückzuführen sei. Die Investitionen sollten auf 220 Mio. EUR begrenzt werden.

HHLA bekomme zurzeit die Schattenseiten der vertikalen Strategie mit der Fokussierung auf Hamburg zu spüren. Der Hamburger Hafen leide am stärksten unter dem Einbruch des Welthandels. HHLA habe überdies auch einen heftigeren Mengeneinbruch verzeichnet als der Konkurrent Eurogate in Hamburg (-17%), wobei Eurogate in 2008 bereits Mengenrückgänge erlebt habe und daher die Vergleichsbasis schon niedriger gewesen sei. Die Verschiebung der Elbvertiefung und die Erhöhung der Hafengebühren würden böse Vorahnungen aufkommen lassen, dass Hamburg länger als andere Häfen brauchen könnte, um sich wieder zu erholen.

Verlorengegangene Verkehre seien schwierig zurück zu erobern, zumal die Konkurrenzhäfen ihre Kapazitäten ausbauen würden und niemand in nächster Zeit wegen Überfüllung nach Hamburg zurückkehren müsse. Andererseits würden die Analysten es positiv bewerten, dass der Vorstand keinen Preiskrieg um die Feederverkehre führen wolle. Das Preisniveau solle nicht kaputt gemacht werden, da Preisabschläge im Aufschwung schwer wieder zurück genommen werden könnten.

Der Hinterlandverkehr sei vom zu erzielenden Preis und der Marge ohnehin attraktiver als das Transshipment. Allerdings habe der Hamburger Hafen meinen vergleichsweise hohen Transshipment-Anteil am gesamten Containerumschlag von knapp der Hälfte. Wenn auf den Transshipment-Verkehr kein Wert mehr gelegt würde, hätte das einen großen Einfluss auf das Umschlagspotenzial des Hamburger Hafens.

Die HHLA-Aktie habe seit März eine kleine Rally bis auf über 32 EUR erlebt und sei ihrem Kursziel schon recht nahe gekommen. Die schlechten Nachrichten der letzten 2 Wochen hätten den Kurs aber wieder spürbar absacken lassen. Dennoch würden die Analysten das Kurspotenzial als begrenzt ansehen. Mit ihrer reduzierten Gewinnprognose sei auch das Kursziel niedriger ausgefallen. Auf Basis ihrer DCF- und EVA®-Modelle würden die Analysten zu einem Wert je Aktie von 33,30 bzw. 30,69 EUR kommen. Ihr Fair Value sei 32,00 EUR.

Daher senken die Analysten der HSH Nordbank AG ihr Rating für die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik AG von "kaufen" auf "halten" herab. Das Kursziel auf Sicht von 12-18 Monaten werde von 36,45 EUR auf 32,00 EUR reduziert. Das Anlagerisiko schätze man als mittel ein. (Analyse vom 18.08.2009)
(18.08.2009/ac/a/d)

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