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Analysen - Ausland
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14.08.2009
Raiffeisen International halten
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Günter Hohberger, stuft die Aktie von Raiffeisen International (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) weiterhin mit dem Rating "halten" ein.
Im Gegensatz zu den meisten über den Erwartungen liegenden Quartalsergebnissen der CEE-Banken habe Raiffeisen International mit einem erneuten Gewinneinbruch im 2. Quartal keine positive Überraschung liefern können. Der Periodenüberschuss habe mit EUR 22 Mio. zwar genau dort gelegen wo die Analysten ihn erwartet hätten, sei damit aber 93% unter Vorjahr und 61% unter Vorquartal gewesen. Wieder sei der Hauptgrund dafür die erwartungsgemäß stark gestiegene Risikovorsorge gewesen, die sich gegenüber dem 2. Quartal 2008 fast verfünffacht habe und gegenüber dem Vorquartal um weitere 18% angestiegen sei, was hauptsächlich auf den Anstieg der NPL-Ratio (notleidende Kredite in % der Gesamtkredite) auf 6,8% (+2%-Punkte vs. 1. Quartal 2009) zurückzuführen sei.
Dafür sei neben der Ukraine, deren NPL-Ratio nach ca. 10% im 1. Quartal auf über 18% gestiegen sei, auch Russland (NPL-Ratio 7,2% nach 3,3% im 1. Quartal 2009) hauptverantwortlich gewesen. Nach dem Firmenkundenbereich habe die Raiffeisen International auch für den Retailbereich ein Kreditrestrukturierungsprogramm mit Laufzeitverlängerung, vorübergehender Ratenkürzung, etc. initiiert, womit per Ende Juni 4% der Privatkundenkredite und 12% der Firmenkundenkredite restrukturiert worden seien.
Die gute Nachricht sei im 2. Quartal vom Provisionsergebnis gekommen, das 6% über den Erwartungen der Analysten gelegen habe und sich auf Quartalsbasis durch den wieder erstarkten Zahlungsverkehr (+4% q/q) stabilisiert habe. Das Nettozinsergebnis, das unter dem anhaltenden Margendruck bei den Kundeneinlagen sowie einem um 4% q/q geschrumpften Kreditportfolio gelitten habe, sei abermals rückläufig gewesen(-5% q/q, -7% y/y). Bei den operativen Kosten (-14% y/y, -0,7% q/q) sei vor allem der um 2% q/q verminderte Personalaufwand durch Personalkürzungen von 5,8% seit Jahresanfang verantwortlich gewesen.
Für die nächsten Quartale würden die Analysten einen weiteren Anstieg der notleidenden Kredite und damit weiterhin schwache, von Risikovorsorgen getriebene Ergebnisse erwarten, wobei auch negative Quartale nicht auszuschließen seien. Während beim Zinsergebnis die Umschichtung der Refinanzierung auf den günstiger gewordenen Geldmarkt für etwas Entspannung bei den Margen sorgen sollte, würden sie beim Provisionsergebnis eine leichte Verbesserung durch das Währungsgeschäft erwarten. Mit einem Halbjahresergebnisbeitrag von 112% zu ihrer Gesamtjahresschätzung 2009 hätten die Analysten zwar etwas Luft für ein leicht negatives Quartal, ob am Ende aber nicht doch ein Verlust herausspringe, habe auch das Raiffeisen International-Management nicht ganz auszuschließen vermocht.
Die Analysten der Erste Bank bleiben vorerst bei ihrer "halten"-Empfehlung für die Raiffeisen International-Aktie mit einem Kursziel von EUR 33. (Analyse vom 14.08.2009) (14.08.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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