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Analysen - Nebenwerte
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10.08.2009
BayWa kaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die BayWa-Aktie (ISIN DE0005194062/ WKN 519406) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die Geschäftsentwicklung habe im ersten Halbjahr nicht an die Rekordwerte des Vorjahres anknüpfen können, was im Hinblick auf die "Vorjahres-Hausse" im Agrarsegment nicht überrascht habe. Die Ergebnisse würden sich wie folgt präsentieren: Umsatz: 3,72 Mrd. EUR (H1/2008: 4,38 Mrd. EUR); EBIT: 52,3 Mio. EUR (H1/2008: 107,5 Mio. EUR); EBT: 30,5 Mio. EUR (H1/2008: 79,7 Mio. EUR); Nettoergebnis: 15,2 Mio. EUR (H1/2008: 46,8 Mio. EUR); Ergebnis je Aktie: 0,45 EUR (H1/2008: 1,38 EUR).
Im Segment Agrar - den Sparten Agrarhandel und Technik - habe der BayWa-Konzern im ersten Halbjahr einen Umsatz von 1,8 Mrd. EUR gegenüber knapp 2,2 Mrd. EUR im Vergleichszeitraum 2008 erzielt. Dieser Rückgang resultiere aus dem erheblichen Rückgang der Getreide- und Düngemittelpreise seit Oktober 2008. Die gehandelten Mengen an Getreide hätten in den ersten sechs Monaten 2009 mit 2,3 Tonnen jedoch deutlich über dem Vorjahreswert von 1,6 Mio. Tonnen gelegen.
Das EBIT habe mit 34,3 Mio. EUR leicht über den Erwartungen der Analysten gelegen (BHLe: 33,7 Mio. EUR). Ein Vergleich mit dem Vorjahr mache angesichts der Sondersituation des Vorjahrs (windfall profits von 20 Mio. EUR +Getreidepreishausse) nach Erachten der Analysten keinen Sinn. Mit Blick auf den Durchschnitt der normalen Vergleichsperioden 2005 bis 2007 habe BayWa überdurchschnittlich abschließen können.
Der Baubereich habe einen Umsatzrückgang von 3,7% zum Vorjahr auf 800,5 Mio. EUR (H1/2008: 831,2 Mio. EUR) verzeichnet, dennoch habe der Quartalsumsatz mit 530,6 Mio. EUR die Erwartungen der Analysten von 520,1 Mio. EUR übertreffen können. Beim Quartalsergebnis habe das Unternehmen mit 26,2 Mio. EUR exakt die Analystenerwartung getroffen. Damit habe das EBIT im Halbjahr bei 1,5 Mio. EUR gelegen, was dem schwächeren Q1/09 aufgrund des strengen Winters geschuldet gewesen sei.
Der Umsatz im Segment Energie habe mit rund 892 Mio. EUR aufgrund des Preisrückgangs bei Heizöl zwar unter dem Vorjahreszeitraum (1,1 Mrd. EUR) gelegen. Das EBIT habe aber mit 13,7 Mio. EUR eine neue Bestmarke erreicht und das Vorjahresergebnis (H1/2008: 5,7 Mio. EUR) deutlich überschritten. Verantwortlich für diese Entwicklung sei die anhaltend hohe Nachfrage nach Heizöl gewesen, die durch den immer noch verhältnismäßig niedrigen Ölpreis getrieben worden sei.
Folgende positive und negative Effekte sollten bei dem Ergebnis beachtet werden: Der Autohandel werde zum 1.10.2009 zu 51% an die Dt. Raiffeisen Warenzentrale und Raiffeisen EG Karlsruhe verkauft; der restliche Anteil werde nur noch atequity bei BayWa bilanziert. Die Immobilien des Autohandels würden separat verkauft (Buchgewinne). Im Energiebereich wolle BayWa weitere Vertriebsaktivitäten der Multis übernehmen, die ein Volumen von ca. 100 Mio. l Heizöl zusätzlich bringen würden. Laut Rangliste der Deutschen Börse sei BayWa aktuell ein MDAX Aufstiegskandidat. Die Abschreibungen bei Düngemittelbeständen hätten auch in Q2 belastet. Die Kooperationsvereinbarung im DIY-Bereich lasse weiter auf sich warten.
Die Ergebnisse des ersten Halbjahrs könnten nicht auf das Gesamtjahr übertragen werden, so dass die Analysten keine Veranlassung sehen würden, Änderungen bei ihren Schätzungen vorzunehmen, da Gewinne aus Real-Estate-Verkäufen (Autohandel) hinzukommen sollten. Die Aktie bleibe auf ihrer Top-Liste 2009.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die BayWa-Aktie weiterhin mit dem Rating "kaufen". Das Kursziel sehe man unverändert bei 29,00 EUR. (Analyse vom 10.08.2009) (10.08.2009/ac/a/nw)
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