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Analysen - Nebenwerte
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06.08.2009
Manz Automation Engagement abwarten
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten bei der Aktie von Manz Automation (ISIN DE000A0JQ5U3/ WKN A0JQ5U) ein Engagement noch abzuwarten.
Der Technologieanbieter für die Photovoltaik- und LCD-Industrie setze auf einen neuen Geschäftsbereich. Fokus sei die industrielle Fertigung von Litihium-Ionen-Batterien. Haupteinsatzgebiet für diese Batterien seien vor allem Elektro- und Hybridfahrzeuge. Partner der Reutlinger für dieses Projekt sei die Li-Tec Battery GmbH, an der die Daimler AG und Evonik AG beteiligt seien. Ein erster Auftrag sei bereits erteilt worden.
Wie CFO Martin Hipp den Experten bei einem Besuch in der Reutlinger Firmenzentrale erläutere, solle der dritte Bereich in diesem Jahr bereits einen Umsatz im einstelligen Millionenbereich zum Konzern beisteuern. Für 2010 sei ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag möglich. "In zwei bis drei Jahren könnte das Geschäftsfeld ähnlich groß sein wie der Solarbereich", sage Hipp. Das Beste: Für die Einheit müsse lediglich ein überschaubarer Betrag investiert werden. "Wir haben einen Großteil des Know-how für das Projekt bereits im Haus". Sollte es je nicht funktionieren, hätte Manz Automation nahezu kein Geld verbrannt.
Wie von den Experten bereits im Januar berichtet, würden die Reutlinger stark unter der Flaute in der Solarindustrie leiden. Im ersten Quartal sei der Umsatz um über 57 Prozent auf 16,5 Millionen Euro gesunken. Das EBIT sei mit fünf Millionen Euro negativ ausgefallen. Enttäuschend der Auftragseingang. In den ersten drei Monaten habe dieser lediglich 3,5 Millionen Euro betragen. Per Ende Mai habe der Orderbestand bei 89 Millionen Euro gelegen.
Von diesem Bestand seien mehr als 30 Millionen Euro auf den US-Konzern Applied Materials zurückzuführen. Da dieser Kunde inzwischen selbst über eine Tochter als Systemlieferant im Markt auftrete, bestehe das Risiko, dass der aktuelle Auftrag nicht mehr vollständig abgerufen werde. "Wir sind mit Applied Material im Gespräch wie es weitergeht". Ob die Amerikaner zukünftig weitere Orders bei Manz platzieren würden, sei offen.
Laut Hipp sei bisher von einer Trendwende für Equipment für die Solarindustrie nichts zu spüren. Auch das zweite Quartal sei recht schwach verlaufen. Der Odereingang dürfte auf ähnlichem Niveau wie in Q1 liegen. Problem sei unverändert die Finanzierung von Großprojekten. Für das zweite Halbjahr sehe Hipp dennoch Chancen weitere Aufträge zu erhalten. "Wir befinden uns in viel versprechenden Gesprächen, die uns optimistisch stimmen", so Hipp.
Besserung spüre das Unternehmen bei der Nachfrage aus der LCD-Industrie. "Hier hat sich die Stimmung ausgehend von Asien erheblich verbessert". Im Gesamtjahr werde der Umsatz der Gesellschaft nichtsdestotrotz massiv einbrechen. Ein positives Ergebnis werde angestrebt. Garantieren könne Hipp dies angesichts des Umfeldes jedoch nicht. Um der Flaute entgegenzusteuern reagiere die Firma mit Kurzarbeit. Entlassungen seien weiterhin nicht geplant.
Manz stehe finanziell auf gesunden Beinen. In der Kasse würden rund 50 Millionen Euro Cash schlummern. Laut Hipp könnte das Geld für Zukäufe eingesetzt werden. Ziel seien neue Technologien und nicht der Kauf von Wettbewerbern. Selbst ein größerer Zukauf sei möglich. Für diesen Fall wäre dann eine Kapitalerhöhung auch nicht ausgeschlossen.
Die Experten von "TradeCentre.de" raten bei der Aktie von Manz Automation zunächst die Veröffentlichung der Zahlen für das erste Halbjahr abzuwarten. Dann könnte die Aktie nochmals abrutschen und günstiger zu haben sein. Insgesamt dürfte der Börse aber inzwischen auch bekannt sein, dass Manz in 2009 angesichts des Zahlenwerkes keinen Blumentopf gewinnen werde. Somit sollte die Aktie allmählich ihren Boden gefunden haben. (Analyse vom 06.08.2009) (06.08.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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