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Analysen - TecDAX
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27.07.2009
MediGene für spekulativ orientierte Anleger
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen spekulativ orientierten Anlegern sich ein paar Stücke von MediGene (ISIN DE0005020903/ WKN 502090) ins Depot zu legen.
Sehnsüchtig warte die Börse auf einen Entwicklungs- und Vermarktungspartner für den potenziellen Blockbuster EndoTAG-1. Die Substanz habe die Phase II-Studie in der Indikation Bauchspeicheldrüsenkrebs positiv abgeschlossen und solle über eine Partnerschaft weiterentwickelt werden. "Wir befinden uns in den Verpartnerungsgesprächen auf einem guten Weg", sage Finanzvorstand Thomas Klaue im Gespräch mit TradeCentre.de. Wer allerdings darauf hoffe, das Unternehmen erhalte bei Vertragsabschluss einen hohen zweistelligen Millionenbetrag als Vorabzahlung, werde enttäuscht sein. "Pharmafirmen sind aufgrund der Finanzkrise mit hohen Vorabzahlungen zurückhaltender und teilen das Risiko vermehrt über Meilensteinzahlungen in der weiteren Entwicklungsphase", erkläre der CFO.
Die Deal-Struktur dürfte sich anders gestalten als erhofft. Somit werde MediGene bei Vertragsunterschrift eine vergleichsweise geringe Vorabzahlung erhalten und verstärke Meilensteinzahlungen in der weiteren Entwicklungsphase bis hin zur möglichen Zulassung. Dennoch könnte bei einem Gesamtdeal über Meilensteine aus Sicht der Experten ein dreistelliger Millionenbetrag in die Kasse der Bayern fließen. Wunschpartner sei laut Klaue ein in der Biotechnologie tätiges und in der Onkologie starkes Unternehmen, das MediGene als Partner Co-Promotion-Rechte in Europa überlasse. Das Profil passe zum US-Biotech-Konzern Amgen. Einen Bezug zu Amgen habe die Firma. MediGenes CEO Frank Mathias sei einst Deutschland-Chef von Amgen gewesen.
Sehr zufrieden zeige sich der Finanzchef mit der Entwicklung des Produktes Eligard. "Eligard zeigt ein robustes und starkes Wachstum. Der vom Vertriebspartner erzielte Produktumsatz von Eligard könnte in diesem Jahr die Marke von 100 Millionen Euro knacken nach 80 Millionen Euro im Vorjahr", sage Klaue. Der auf MediGene entfallende Umsatz könnte die Marke von 35 Millionen Euro nach 30 Millionen Euro im Vorjahr überschreiten. Die Peak-Sales für MediGenes Umsatz aus Eligard sehe der CFO zwischen 40 und 45 Millionen Euro. Mit Veregen habe das Unternehmen ein zweites Produkt am Markt. "Über unseren Partner in den USA erwarten wir ab dem dritten Quartal erste spürbare Effekte und ab 2010 steigende Umsätze".
Für Europa erschließe das Unternehmen einzelne Territorien über verschiedene Partner. "Wir sind in Verhandlungen und erwarten nach dem Abschluss in Spanien weitere Vertriebspartnerschaften". Erste Erlöse aus europäischen Gefilden seien ab 2010 zu erwarten. Da sich MediGene auf Onkologie und Immunologie fokussiere, passe Veregen nicht mehr zur strategischen Ausrichtung. Klaue habe eine Veräußerung der Rechte nicht kategorisch ausgeschlossen. "Derzeit ist dies jedoch kein Thema". Die Rechte an Oracea habe MediGene bereits veräußert. Aus dieser Veräußerung würden noch bis zu 24 Millionen Euro in die Kasse fließen. Eine erste Tranche solle Anfang 2011 eintreffen. Weitere Meilensteine würden in 2011 und 2012 erwartet.
Auf der Zahlenseite werde das Unternehmen den Vorjahresumsatz von über 39 Millionen Euro aufgrund der Produktumsätze durch Eligard leicht übertreffen. "Das bezieht sich insbesondere auf Eligard. Erlöse aus kommenden Deals sind darin nicht eingerechnet". Der Verlust beim EBITDA werde sich nach rund minus 25 Millionen Euro im Vorjahr verbessern. "Im ersten Quartal lagen wir bereinigt um Einmaleffekte bei 1,1 Millionen Cashburn pro Monat. In den verbleibenden neun Monaten wird der monatliche Barmittelverbrauch bei circa 1,5 Millionen Euro liegen". Per Ende März habe der Cashbestand bei 16,6 Millionen Euro gelegen.
MediGene habe weiteren Zugriff auf 25 Millionen Euro durch Ausgabe neuer Aktien. Damit sei die Firma zunächst finanziert. Immer wieder sei MediGene Opfer der Übernahmegerüchteküche. Alternativ solle seit Jahr und Tag eine Fusion mit dem Biotechunternehmen Wilex geplant sein. "Wir sprechen derzeit weder über Fusionen, noch sprechen wir mit Interessenten für eine komplette Übernahme", kommentiere Klaue diese Spekulationen.
Der Börsenwert von MediGene betrage rund 140 Millionen Euro. Im Bereich um vier Euro bilde die Aktie einen stabilen Boden. Bei erfolgreichem Abschluss von EndoTAG-1 dürfte das Papier wach geküsst werden.
Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" können spekulativ orientierte Anleger sich ein paar Stücke von MediGene ins Depot legen. Den Stoppkurs rate man, circa 15 Prozent unter Einstieg zu platzieren. (Analyse vom 27.07.2009) (27.07.2009/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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