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Analysen - Nebenwerte
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23.07.2009
SNP kaufen
BankM-Repräsentanz der biw AG
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Daniel Großjohann und Michael Vara, Analysten der BankM-biw AG, stufen die Aktie von SNP (ISIN DE0007203705/ WKN 720370) mit "kaufen" ein.
Mit den vorgelegten Zahlen habe SNP, insbesondere bezogen auf die Q2-EBIT-Marge von 20% (1. Hj. 09: 18,5%), die Schätzungen der Analysten übertroffen. Auch der Quartalsumsatz habe mit EUR 5 Mio. leicht über ihren Erwartungen gelegen. Die neue Softwarelösung "SNP T-Bone", deren Markteinführung im September geplant sei, werde den Anteil der hochmargigen Softwareumsätze im kommenden Jahr weiter erhöhen. Aufgrund der zu erwartenden Anlaufkosten dürfte sich dies jedoch erst mittelfristig spürbar in den Margen zeigen. Da noch nicht alle Details zum Release von T-Bone feststünden, hätten die Analysten die zusätzlichen T-Bone-Umsätze noch nicht in ihren Schätzungen berücksichtigt. Auf 2009er Basis sei das Wachstumsunternehmen mit einem EV/EBIT von 5,6 weiterhin günstig bewertet.
Die Softwarelizenzerlöse von SNP hätten im ersten Halbjahr mit EUR 1,5 Mio. trotz des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds 13,5% über dem Vorjahreswert gelegen. Die Wartungserlöse seien deutlich auf EUR 0,44 Mio. (1.Hj.08: EUR 0,23 Mio.) gestiegen. Die 12% rückläufigen Beratungsumsätze seien so in Teilen durch gestiegene Softwareerlöse kompensiert worden.
Mit dem vorteilhaften Produktmix (hoher Anteil an Softwareumsätzen) und einer geringeren Kostenbasis (Senkung von Reisekosten, Personalsuchkosten und Rückgang der Vertriebsprovisionen) sei eine unerwartet deutliche Margenverbesserung gelungen. Diese habe zum höchsten EBIT in der SNP-Unternehmensgeschichte in einem ersten Kalenderhalbjahr beigetragen. Zwar hätten die Beratungsumsätze absolut noch unter den Vorjahreswerten gelegen, jedoch sei hier im 2. Quartal gegenüber dem 1. Quartal bereits ein Anziehen der Umsätze (+11% ggü. Vorquartal) zu verspüren gewesen.
Den Auftragsbestand, der sich nur auf den Bereich Software-related Services beziehe, habe SNP auf EUR 8,89 Mio. gesteigert, was einem fast 80%-igen Zuwachs gegenüber Vorjahr entspreche. Hierin und in der guten Entwicklung insbesondere in Mai und Juni würden die Analysten starke Anzeichen für ein gutes zweites Halbjahr sehen. Das Umsatzniveau des Vorjahres könnte damit leicht übertroffen werden.
SNP erwarte im Gesamtjahr 2009 Impulse vor allem aus dem Segment "Software", insbesondere im saisonal starken 4. Quartal. Mit Umsatzbeiträgen der T-Bone-Lösung werde im Jahr 2009 dagegen noch nicht gerechnet. Bedingt durch die Markteinführungs- und die nicht aktivierten Entwicklungskosten liege die EBIT-Margen-Erwartung des Unternehmens für das Jahr 2009 weiterhin zwischen 18% und 20%.
Die Entwicklung von SNP zeige auch die Krisenresistenz des Geschäftsmodells. In gewisser Weise sei SNP sogar zu den Profiteuren der gegenwärtigen Krise zu rechnen. Auch wenn Projektverschiebungen das Unternehmen im 4. Quartal 2008 belastet hätten, bestehe eine Notwendigkeit von Business Landscape Transformation (BLT) Projekten auf der Kundenseite. Business Landscape Transformation-Projekte hätten für die Kunden eine hohe strategische Bedeutung, weil die Anpassung der IT-Strukturen die Reaktionsfähigkeit der weltweit agierenden Unternehmen determiniere. Gerade gegenwärtig stünden bei vielen Großunternehmen Restrukturierungen und Umorganisationen an, die notwendigerweise in Anpassungen bei der konzernweiten IT-Landschaft münden würden. Dementsprechend würden SNP lediglich Verschiebungen der Projektstarts, aber keine Projektstreichungen drohen.
Der Business Landscape Transformation (BLT) Markt sei ein Wachstumsmarkt, der zurzeit nahezu ausschließlich von Beratungsunternehmen und internen IT-Abteilungen betreut werde. Die Prozesse seien unstandardisiert mit hohem Anteil manueller Tätigkeiten und den damit verbundenen qualitativen Unterschieden. Eine Standardsoftware zur Darstellung von Transformationsprozessen in ERP-Systemen existiere bisher nicht - SNP werde hier mit dem SNP T-Bone ein neues Marktsegment, für das ein großes Potenzial bestehe, betreten. Die SNP T-Bone wäre die weltweit erste vollintegrierte Standardlösung für den ERP-Transformationsmarkt. In diese fließe die in über 900 BLT-Projekten gewonnene Erfahrung der SNP ein und eröffne zugleich die Möglichkeit der Skalierung.
Mit dem für September 2009 geplanten ersten Release der SNP Transformation Backbone Lösung ("SNP T-Bone") gehe das Unternehmen weiter den konsequenten Weg der Produktisierung von Beratungsdienstleistungen. Die T-Bone Pilotphase (bis Dezember 2009) werde durch ausgewählte Partner begleitet. Wie im Fall der Lösung SAP-TDMS, die derzeit zusammen mit SAP direkt vertrieben werde, würde ein Markterfolg mit erheblichen Lizenzerlösen einhergehen und das attraktive Margenniveau der Gruppe (09e: 18,5%) mittelfristig weiter anwachsen lassen.
Das abgelaufene Quartal sei dagegen von Entwicklungskosten (nicht aktiviert) belastet gewesen, in den kommenden Quartalen würden sich die Markteinführungskosten der neuen Software niederschlagen. Die Idee der Produktisierung mittels "T-Bone" sei die Abbildung von Transformationsprozessen in einer integrierten Standardsoftwarelösung. Hierdurch sei es möglich, Prozesse transparenter, schneller und sicherer zu gestalten als durch das traditionelle Vorgehen.
Als im Vergleich zum adressierbaren Markt kleines Unternehmen setze SNP hier konsequent auf Partnerschaften zu Systemhäusern und Wirtschaftsprüfern und erreiche so die nötige Skalierbarkeit. Auf einer von SNP veranstalteten Präsentationsveranstaltung Ende Juni hätten sich relevante Partner von SNP aus dem Umfeld der Systemhäuser, Wirtschaftsprüfer und spezialisierten Systemintegratoren bereits von einigen Vorteilen der neuen Standardsoftwarelösung überzeugen können. Aufgrund der bisherigen überaus positiven Resonanz sei zu erwarten, dass ein hoher Bedarf für die neue Lösung von SNP auf dem BLT-Markt bestehe.
Bereits bei den bisherigen BLT-Projekten habe SNP auf namhafte IT/Dienstleister und Wirtschaftsprüfer sowie zahlreiche andere spezialisierte Systemintegratoren zurückgegriffen. Das Partnerprogramm sichere den Partnern aus den Feldern Systemhäuser, Wirtschaftsprüfer und Managementconsultants jeweils keine Exklusivität zu. Vorteile für die Partner seien die AlleinsteIlung durch die Verwendung der Software, die Erschließung einer neuen Projektklasse innerhalb der Dienstleistungen im SAP-Umfeld, sowie die Partizipation an den Lizenzerlösen der SNP.
Den zertifizierten Partnern würden jedoch auch bestimmte Vorgaben gemacht, z. B. bezüglich der Mindestzahl der umzusetzenden Projekte, der Betreuung und der Presales-Unterstützung. SNP profitiere erheblich von Vertriebsstärke und Reichweite dieser Partner und der Skalierung durch den Einsatz der geschulten Berater des Partners. Die Expansion solle in Zukunft verstärkt mit Partnern durchgeführt werden, die auf einzelne Märkte fokussiert seien. Neben dem US-Projektgeschäft seien Projekte in Osteuropa und den stark wachsenden GUS-Staaten von Interesse. Da SNP-Berater bei komplexen Projekten weiter involviert seien, bleibe das Unternehmen trotz Skalierung über die Berater der Partner nah am Markt.
Die Eigenkapitalquote zum 30.06.2009 habe bei komfortablen 65,6% (30.06.2008: 57,9%) gelegen, trotz der im zweiten Quartal erfolgten Dividendenausschüttung von in Summe EUR 1,193 Mio. (EUR 1,15 pro Aktie).
Die Analysten der BankM-biw AG empfehlen die SNP-Aktie zum Kauf. (Analyse vom 23.07.2009) (23.07.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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