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Analysen - Ausland
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11.10.1999
Austrian Airlines übergewichten
Bayerische Landesbank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Austrian Airlines (WKN 875224) überzugewichten rät Dr. Ulrich Horstmann von der Bayerischen Landesbank.
Kürzlich erst habe AUA angekündigt, der Star Alliance beizutreten. Die Allianzpartner des neuen Verbundes Air France – Delta würden in den nächsten Monaten bekanntgegeben. Herr Horstmann hält es nach dem Ausscheiden der AUA aus dem Qualiflyer Verbund für möglich, dass aus diesem Kreis von Fluggesellschaften eine engere Kooperation mit Air France/Delta angestrebt werde. Mit der Einbindung in die Star Allianz verbesserten sich die Langfristperspektiven der Airline nachhaltig. Wesentliche Trümpfe seien auch die relativ junge Flotte und die niedrige Bewertung.
Die verschlechterten Rahmenbedingungen, zu denen auch die stark steigenden Kerosinpreise zu zählen seien, hätten zu einem kräftigen Kurseinbruch in den letzten Monaten geführt, zumal der Treibstoff rd. 10-15% der operativen Kosten der Airline ausmache und damit einen wesentlichen Kostenblock darstelle. Der von der Bayerischen Landesbank erwartete weitere Anstieg der Kerosinpreise von gut 20% bis zum Jahresende dürfte angesichts der vielfältigen Preisunterbietungsmaßnahmen nicht auf die Flugtarife abgewälzt werden können.
Neben den bereits angesprochenen betriebswirtschaftlichen Problemen durch den „Preiskrieg“ sei die EU-Wettbewerbspolitik nach dem Wechsel der EU-Kommission noch unklar. Durch scharfe Auflagen könnten vermeintliche Allianzvorteile eventuell nicht realisiert werden.
Die KGV-Reihe für die Jahre 1997 bis 2001 sieht nach dem Analysten so aus: 10,0 ; 5,8 ; 11,5 ; 9,0 ; 7,1 . Mit KGV`s in der Range von 5 bis11 ergebe sich eine relativ niedrige Bewertung. Damit werde der hohen zyklischen Abhängigkeit des Transportsektors speziell in der hart umkämpften europäischen Luftfahrtbranche Rechnung getragen. Ein niedriges KGV könne aber auch ein Indiz für die Einschätzung des Marktes sein, dass bei einem Titel vergleichsweise hohe Risiken bestehen. Daher finde das DFCF-Verfahren vorrangig als Bewertungskriterium Anwendung. Grundsätzlich gelte als Faustregel, dass eine faire Bewertung vorliege, wenn das KGV der durchschnittlichen Gewinnwachstumsrate entspräche. Das implizite KGV werde hier definiert als: [ jeweilige KGV / (erwartete durchschnittliche Gewinnwachstumsrate in % der Jahre 1997 bis 2001 ]. Diese Kennzahl betrage für die AUA 1,25 für das Jahr 2000 und 0,98 für das Jahr 2001. Demnach wäre die AUA verhältnismäßig niedrig bewertet. Diese für klassische Wachstumswerte aussagefähigere Kennzahl besitze bei zyklischen Luftfahrttiteln kaum Aussagewert. Der Unternehmenswert nach der DFCF-Methode für AUA betrage 23,8 EUR je Aktie. Der bereinigte Unternehmenswert betrage nach Berücksichtigung der unterschiedlichen Flugzeugabschreibungen 26 EUR je Aktie. Der aktuelle Aktienkurs hingegen beträgt 19,2 EUR.
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