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Analysen - Ausland
08.04.2002
Enzon akkumulieren
sunday-market

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Die Analysten von "sunday-market" nehmen derzeit die Aktien von Enzon (WKN 873997) genauer unter die Lupe.

Stellen Sie sich vor, ein Medikament sei so stark nachgefragt, dass der Hersteller nicht mit der Produktion nachkomme und es heiße: Medikament ausverkauft. Diese Befürchtung würden tatsächlich verschiedene Analysten bei PEG-Intron hegen, einem Mittel gegen Hepatitis C. Im Gegensatz zu Hepatitis B stehe für den C-Typ bis heute kein Impfstoff zur Verfügung.

Dabei entwickele Hepatitis C zu 70 bis 80 Prozent eine chronische Leberentzündung und breite sich nach Ansicht von Experten weiterhin rasch aus. Allein in den USA erwarte man jedes Jahr zwischen 8.000 bis 10.000 durch den Hepatitis C Virus verursachte Todesfälle. Eine US-Studie prognostiziere, dass im Zeitraum von 2010 bis 2019 nahezu 13 Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Behandlung von Hepatitiserkrankungen ausgegeben werden müssten.

Mittels einer von Enzon entwickelten Technologie gelinge es, für den Körper fremde Arzneimittel vor den Attacken des Immunsystems zu schützen. Dazu werde der Wirkstoff an ein wasserlösliches Polymer gebunden, das Polyethylenglycol oder PEG heiße. Das gekoppelte ("pegylierte") Arzneimittel weise danach eine längere Verweildauer im Körper auf und zeige weniger Nebenwirkung, weil es niedriger dosiert werden könne.

Neben PEG-Intron und den beiden anderen bereits zugelassenen Präparaten Oncaspar gegen Leukämie und Adagen gegen Immunschwäche seien zwei weitere Medikamente in Enzons Pipeline. Die Krebstherapeutika PEG-Prothecan und PEG-Paclitaxel würden sich zur Zeit in den klinischen Testphasen II bzw. I befinden.

Das "pegylierte" Intron-A sei eine gemeinsame Entwicklung von Schering-Plough und Enzon. PEG-Intron sei seit 2001 auf dem Markt und werde exklusiv von Schering-Plough vermarktet. Enzon erhalte eine Umsatzbeteiligung von ca. 7,5 Prozent. Das jährliche Umsatzpotenzial solle vorsichtig geschätzt bei 2,0 Milliarden US-Dollar liegen, entsprechend etwa 150 Millionen US-Dollar für Enzon.

An diesem Punkt würden allerdings die Probleme beginnen. Im Januar seien Zweifel darüber in Umlauf gekommen, ob die Nachfrage überhaupt bedient werden könne. Schering-Plough habe nämlich bekannt werden lassen, dass eine Warteliste eingerichtet worden sei. Es bleibe abzuwarten, ob sich daraus negative Folgen für den Umsatz entwickeln würden.

Enzon schreibe als eines der wenigen innovativen Biotech-/Pharma-Unternehmen schwarze Zahlen. Die Konsensusschätzungen für das im Juni ablaufende Geschäftsjahr würden sich auf einen Gewinn je Aktie von knapp 0,90 US-Dollar für 2001/02 und etwa 1,50 US-Dollar für 2002/03 belaufen. Damit errechne sich ein KGV von 30. Die Aktie sei damit keineswegs überbewertet. Allerdings halte "sunday-market" die augenblickliche Chartsituation davon ab, zu einem Kauf zu raten.

Das Rating der Analysten von "sunday-market" für Enzon lautet auf "akkumulieren".



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