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08.07.2009
Presse: HRE-Fiasko bedrohte deutsches Bankensystem
aktiencheck.de

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München (aktiencheck.de AG) - Das deutsche Bankensystem stand durch den drohenden Kollaps der Hypo Real Estate Holding AG (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) offenbar kurz vor dem Kollaps.

Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Dienstag Online-Ausgabe), die sich bei ihren Angaben auf ein bisher geheimes Protokoll der Finanzaufsicht BaFin über die größte Rettungsaktion in der deutschen Bankengeschichte bezieht, kämpften zwischen Freitag, dem 26., und Montag, dem 29. September 2008 Vertreter von Banken, Finanzaufsicht und Politik um das Überleben des taumelnden Immobilienfinanzierers. Er wurde letztlich mit einem Hilfspaket in Höhe von 35 Mrd. Euro gerettet und wird heute mit rund 100 Mrd. Euro gestützt.

Glaubt man protokollierten Äußerungen von Josef Ackermann, Chef der Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000), ging es an diesem Wochenende aber nicht nur um die HRE, sondern um das Überleben einer ganzen Branche. "Ackermann führt aus, dass dies der Tod des deutschen Bankensystems sei", vermerkt das Protokoll am Sonntagabend um 22:45 Uhr, als die Verhandlungen zwischen Staat und Banken bereits gescheitert scheinen. Auch der Chef der Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200), Martin Blessing, setzte sich eindringlich für staatliche Hilfen für das ins Schlingern geratene Kreditinstitut ein. "Ansonsten stehe am Montag keine deutsche Bank mehr", so der Manager laut Protokoll.

Derzeit streiten Regierung und Opposition im HRE-Untersuchungsausschuss über die Umstände der Rettungsaktion. Oppositionsvertreter forderten in der vergangenen Woche den Rücktritt von Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen (SPD), weil dieser zu spät und schlecht vorbereitet in die Rettungsverhandlungen gegangen sei.

Die Aktie der Hypo Real Estate notierte zuletzt mit einem Plus von 0,68 Prozent bei 1,48 Euro. (08.07.2009/ac/n/d)



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