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Analysen - Nebenwerte
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06.07.2009
Bertrandt kaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Bertrandt (ISIN DE0005232805/ WKN 523280) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die Gesellschaft sei bislang nicht stark im Fokus der internationalen Anleger gewesen, so dass die Vorstellung der Unternehmensstrategie und die Bedeutung der Ingenieurskompetenz für die Automobilproduzenten in Europa von besonderem Interesse gewesen seien. Des Weiteren würden die Zulieferer (Automotive: Umsatzanteil von 30%) zur wichtigsten Kundengruppe zählen. Hier verspüre das Unternehmen aktuell die Zurückhaltung bei den Projektierungen deutlicher als bei den OEMs.
Um das Unternehmen zu diversifizieren habe die Gesellschaft sich neben dem Standbein Luftfahrtdienstleistungen Anfang 2008 mit der Bertrandt Services GmbH auf weitere Zielgruppen ausgerichtet. So biete das Unternehmen inzwischen sowohl den Bahnfahrzeugproduzenten als auch Maschinenbaukonzernen sein Unternehmensspektrum an. Zwei Rahmenverträge mit Siemens und AREVA würden den Fokus auf Energiethemen legen. Damit profitiere das Unternehmen auch hier von Trend zum Outsourcing von Entwicklungsarbeiten.
Porsche und LBBW würden jeweils ein Viertel der Aktien halten. Beide Aktionäre würden ihr Investment als strategisch und langfristig ansehen. Der aktuelle Marktwert der Beteiligung würde die Probleme bei Porsche nicht beheben, schließlich brauche das Unternehmen aktuell 2,5 Mrd. EUR neue Krediten. Zudem wäre ein Verkauf rein strategisch unklug und man würde die Beteiligung stark unter ihrem fairen Wert verkaufen.
Einem aktuellen Marktwert von circa 150 Mio. EUR stünden etwa 110 Mio. EUR Eigenkapital und nach Erachten der Analysten etwa 30 Mio. EUR liquide Mittel gegenüber. Das Unternehmen habe sich im letzten Jahr vor der Kreditkrise etwa 80 Mio. EUR freie Kreditlinien für drei Jahre gesichert. Tatsächlich hätten die sparsamen Schwaben nur etwa 4 Mio. EUR langfristige Bankverbindlichkeiten. Die Eigenkapitalquote von über 50% (BHLe 2009) biete den Kunden eine hohe solide Basis für die gemeinsamen Projekte. Diese Projekte würden teilweise bis zu vier Jahren laufen (Modellentwicklungszeit). Da wolle der OEM einen verlässlichen Geschäftspartner haben.
Auch wenn bei Bertrandt zunehmender Preisdruck zu spüren sei, so würden die langfristig anhaltende Innovationsnotwendigkeit und Modellvielfalt bei den Automobilherstellern genügend Potenzial für eine Fortsetzung des Wachstumskurs bieten. Das gelte vorrangig für die europäischen OEMs in dem mittelfristig wieder anziehenden US-Markt. Das im laufenden Jahr die Geschäftsentwicklung zurückgehen werde, sollte die Gesellschaft zum Atemholen nutzen, nachdem der Umsatz in den letzten beiden Geschäftsjahren um mehr als 30% p. a. organisch gewachsen sei. Mittels Akquisitionen zu wachsen sei nicht Ziel des Unternehmens, man baue auf die eigenen Mitarbeiter.
Man habe den wertorientierten Ansatz bei der Bewertung der Gesellschaft bestätigt gesehen. Die Bertrandt-Aktie sei einer der wenigen Value-Stocks im deutschen Aktienmarkt, die deutliches Potenzial habe.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe erhöhen ihr Kursziel von 19 EUR auf 20 EUR und bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Aktie von Bertrandt. (Analyse vom 06.07.2009) (06.07.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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