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Analysen - Nebenwerte
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01.07.2009
H&R WASAG günstig bewertet
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Laut den Experten von "TradeCentre.de" ist die H&R WASAG-Aktie (ISIN DE0007757007/ WKN 775700) günstig bewertet.
Das Spezialchemieunternehmen werde nicht ungeschoren von der Krise davon kommen. "Wir sind von der Rezession betroffen. Allerdings ist der Einfluss deutlich geringer als bei anderen Unternehmen, da wir ein spezialisiertes Geschäft betreiben und gut diversifiziert sind", erkläre Vorstandschef Gert Wendroth den Experten im Hintergrundgespräch. Als sehr stabil erweise sich beispielsweise das Geschäft mit der Lebensmittel-, Kosmetik-, und Pharmaindustrie. Auch im Bereich der Paraffine und Wachse sei die Nachfrage robust. Hingegen spüre die Gesellschaft die massiven Absatzrückgänge in der Automobilindustrie. Der geringere Absatz und die schwächere Nachfrage nach Reifen wirke sich entsprechend negativ auf das Weichmachergeschäft aus. "Um den Umsatzrückgang im Konzern etwas aufzufangen, wollen wir in diesem Jahr auf der Kostenseite fünf bis sieben Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr einsparen", sage der CEO.
Angesichts des schwierigen Umfelds habe Wendroth für die ersten drei Monate des laufenden Jahres ordentliche Zahlen präsentieren können. Das EBITDA habe sich lediglich von 21,2 auf 18,2 Millionen Euro reduziert. Die entsprechende Marge sei sogar von 9,3 auf 11,4 Prozent angestiegen. "Aufgrund fixierter Preisvereinbarungen mit Kunden konnten wir den Umsatzrückgang im erheblichen Teil kompensieren". Der Umsatz habe sich um mehr als ein Viertel auf knapp 160 Millionen Euro reduziert, während das Ergebnis deutlich unterproportional gesunken sei. Vor Steuern und Zinsen sei ein Gewinn von rund 14 Millionen Euro eingefahren worden und unterm Strich habe in der Kasse ein Gewinn von 8,5 Millionen Euro oder 28 Cent je Aktie geklingelt.
Das Kerngeschäft, die chemisch-pharmazeutischen Segmente, hätten zu Beginn des Quartals noch von hohen Preisvereinbarungen mit Kunden profitiert, die auf Grundlage höherer Rohölnotierungen getroffen worden seien. Zwischenzeitlich habe sich das Margenniveau für viele Produkte dieses Bereichs verschlechtert, was eine Wiederholung der Ergebnisse des ersten Quartals ambitioniert mache. "Im zweiten Quartal werden die Margen geringer als in Q1 sein. Daher werden wir in dieser Periode etwas schwächer abschneiden als im Startquartal", sage Wendroth. Der Rohölpreis habe sich seit dem Tief auf inzwischen mehr als 70 USD verdoppelt. Kurzfristig wirke sich dies für H+R WASAG negativ aus. "Mit einem zeitlichen Verzug von circa drei Monaten können wir unsere Preise anheben und an die Kunden weiterreichen. Auch wenn dies sich momentan etwas schwieriger gestalten wird, sind wir zuversichtlich in der zweiten Jahreshälfte die Margen und Absatzmengen wieder zu steigern".
Für das Gesamtjahr erwarte der Firmenchef einen deutlichen Umsatzrückgang. EBITDA und EBT würden vermutlich aber nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Bereinigt um die Kartellstrafe habe das EBITDA in 2008 bei 75 Millionen Euro und das EBT bei 48 Millionen Euro gelegen. "Unsere Planung basiert auf einem Rohölpreis von 65 Dollar im Durchschnitt". Zur alten Ertragsstärke, Vorsteuermargen von circa zehn Prozent einzufahren, will Wendroth schnell zurückkehren. "Sobald die Wirtschaft wieder in Schwung komme, würden die Analysten ganz schnell wieder starke Margen zeigen können. An dieser Stelle sind wir sehr optimistisch, denn dafür haben wir mit dem Projekt 40 in der Vergangenheit stark investiert. Das wird sich auszahlen".
Größter Aktionär der Gesellschaft sei die Familie Hansen mit einem Anteil von knapp 45 Prozent. Aufsichtsrat Nils Hansen trete derzeit regelmäßig als Käufer in der Aktie auf. Er dürfte seinen Bestand weiter ausbauen.
Die H&R WASAG-Aktie ist bei Kursen um zehn Euro sehr günstig zu haben, so die Experten von "TradeCentre.de". Das KGV für 2010 liege schätzungsweise zwischen zehn und zwölf. (Analyse vom 01.07.2009) (01.07.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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