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Analysen - Ausland
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03.04.2002
Schoeller-Bleckmann übergewichten
Raiffeisen Centrobank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bleiben trotz der konservativeren Strategie des Unternehmens bei ihrer Empfehlung, Aktien von Schoeller-Bleckmann (WKN 907391), kurz SBOE, überzugewichten.
Nach dem Rekordjahr 2001 erwarten die Analysten 2002 einen leichten Rückgang des SBOE-Konzernumsatzes auf EUR 199 Mio. (-8%). Das EBIT und das EGT würden sich um etwa 10% auf EUR 32,4 Mio. und EUR 29,1 Mio. vermindern. Das entspreche einem Gewinn je Aktie 2002e von EUR 1,26 (-17%) und einer Dividende je Aktie von EUR 0,4. Die Analysten gehen davon aus, dass SBOE im Jahr 2003 wieder an das Rekordjahr 2001 anschließen werde. Die Analysten rechnen mit einer Umsatzsteigerung von 7% und mit einem Gewinn je Aktie von EUR 1,49.
SBOE habe eine Wende in der Strategie angekündigt. Nach den erfolgreichen Jahren mit überdurchschnittlich starkem Wachstum werde sich die Gruppe mehr auf die Wertsteigerung konzentrieren und mit dem Markt wachsen. Die Kernbereiche, wo SBOE Marktführer sei, könnten durch Unternehmenszukäufe verstärkt werden. Demgegenüber werde sich SBOE von der Bohrmotorensparte trennen. In diesem Bereich sei es dem Unternehmen "nur" gelungen, die Marktposition Nr. 3 zu erreichen. Ein weiterer Ausbau der Marktposition erscheine unprofitabel. (Die Sparte habe 2001 einen Umsatz von EUR 18 Mio. erwirtschaftet. Der Verkauf dieser Gesellschaft sei noch nicht in der Planung der Analysten enthalten.) Die geplanten kleineren Unternehmensübernahmen könne die SBOE-Gruppe aus dem Cash Flow finanzieren. Ohne Akquisitionen rechnen die Analysten 2002 mit einem Rückgang des Investitionsvolumens auf EUR 11-12 Mio..
Seit Januar habe sich der Ölpreis verdoppelte und sei auf über USD 25 per Fass klettert. Dieses Preisniveau sei von den ersten Zeichen eines konjunkturellen Aufschwungs unterstützt worden, jedoch enthalte es eine deutliche Prämie wegen der politischen Unsicherheiten im Nahen Osten. Im zweiten Halbjahr 2001 habe sich der Auftragsstand von etwa EUR 80 Mio. auf EUR 53-54 Mio. vermindert. Die Analysten erwarten keinen weiteren Rückgang und rechnen mit einer Erholung beim Auftagseingang im zweiten Halbjahr 2002, da dieser unverzüglich auf das schwächere Branchenumfeld und fallende Ölpreise reagieren werde.
SBOE sei für 2002 und 2003 mit einem KGV von 6,7 und 5,7 und einem Kurs-EBITDA-Verhältnis von 3,2 und 3,0 bewertet. Demgegenüber zeige die Peer Group ein KGV von 28 und 19 und ein Kurs-EBITDA-Verhältnis von 12-10. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank behalten daher ihre Empfehlung "übergewichten" mit einem Kursziel von EUR 17 bei.
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