|
Analysen - Nebenwerte
|
22.06.2009
BayWa kaufen
Bankhaus Lampe
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die BayWa-Aktie (ISIN DE0005194062/ WKN 519406) nach wie vor mit dem Rating "kaufen".
Am 19.6.2009 seien die Analysten mit Head of Finance Andreas Helber und IR Josko Radeljic bei Investoren in Wien gewesen. BayWa verfüge mit der österreichischen Raiffeisen-Gruppe über einen Großaktionär und Österreich sei einer der wichtigsten Kernmärkte für die Gesellschaft. Der Fokus der Investoren habe bei den Präsentationen auf folgenden Schwerpunktthemen gelegen:
1.) Aktuelle Entwicklungen im Düngemittelmarkt: Nachdem die Düngemittelhersteller die Produktion reduziert hätten, da die Nachfrage aufgrund des Weglassens der zweiten Düngung der Landwirte immer noch sehr gering sei, sei es nur schwer vorstellbar, dass sich die Situation in den kommenden Monaten weiter fortsetzen werde. Da die Düngemittelpreise inzwischen ebenfalls zurückgekommen seien, sehe man derzeit bereits bei einigen Düngemitteln Lieferengpässe bis in den September. Die Ernte 2009 dürfte in den "BayWa-Regionen" gut ausfallen und die Getreidepreise würden sich gut entwickeln, so dass es nach Erachten der Analysten nicht zu weiteren massiven Preisreduzierungen bei den Düngemitteln kommen werde.
2.) Agrarhandel als Megatrend sei weiterhin intakt: Das Unternehmen sehe angesichts eines weiter rückläufigen weltweiten Getreidebestands den "Megatrend AGRAR" weiter als intakt an. Aktuell reiche der weltweite Getreidelagerbestand für 50 Tage, während er vor Jahren noch bei 90 Tagen gelegen habe. In den kommenden zehn Jahren dürfte sich dieses Angebot in Richtung 30 Tage bewegen. Trotz Wirtschaftskrise wachse die Weltbevölkerung und der Trend zu mehr Wohlstand in den Wachstumsregionen halte an.
3.) BayWa sei als Käufer in der Wirtschaftskrise willkommen: Mit der Wirtschaftskrise gebe es einige private Agrarhändler, die in Schwierigkeiten kämen. Das sei wiederum für die BayWa eine gute Chance in neue Regionen zu wachsen. Vor einigen Tagen habe die Gruppe die geplante Übernahme von vier Standorten in Sachsen-Anhalt (Umsatz ca. 30 Mio. EUR) vom württembergischen Agrarhändler Wurth gemeldet. Neben der Expansion in Deutschland verfolge das Unternehmen weiterhin die Akquisition in Osteuropa, wobei man in Tschechien leider nicht bei der ursprünglich geplanten Übernahme zum Zuge gekommen sei. Hier sei es zu einem Zusammenschluss der Nr. 1 (Agrofert) mit der Nr. 2 (Agropol) im Agrarhandel gekommen. Für BayWa bleibe nur die Möglichkeit, die als Kartellauflage zur Disposition gestellten Standorte zu erwerben.
4.) Das Segment Bau profitiere vom HomingTrend: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden die Menschen weniger in Urlaub fahren sondern in ein gemütliches Zuhause (Homing) investieren. Dies sei insbesondere im Retailgeschäft der BayWa zu spüren. Hier wachse das Unternehmen deutlich stärker als die Wettbewerber. Die Geschäftsentwicklung im April sei sehr gut gewesen und dürfte sich fortsetzen. Hinsichtlich der DIY-Märkte strebe die Gesellschaft eine Kooperation mit einem Partner an, da man mit dem jetzigen Platz 9 innerhalb der Wettbewerbsgruppe nicht über die kritische Größe verfüge, um das Geschäft sinnvoll auszubauen. Beim Segment Bau sehe der CFO die besten Chancen zur Verbesserung der Margenentwicklung.
5.) Das Segment Energy werde "grüner": Der Energiehandel mit seinem klassischen Logistikgeschäft (Ölhandel, d.h. morgens das Öl von der Raffinerie mit eigenen Tankwagen zum Kunden bringen) sei ein sehr margenarmes Geschäft (0,4% EGT-Marge). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital sei dafür umso besser, da teilweise mit negativem Working Capital gearbeitet werden könne. Zudem sei das Preisrisiko geringer. Der Bereich werde Kerngeschäftsfeld bleiben und das Unternehmen wolle zudem in dem Bereich alternative Energien weiter wachsen und plane dazu den Gegenwert der freiwerdenden Mittel aus dem De-Investment des Autohandels (bis zu 100 Mio. EUR gebundene Mittel) in die beiden Energieformen Biogas und Photovoltaik zu investieren. Erste Beteiligungen habe man bereits erworben.
Die Analysten hätten erneut einen sehr positiven Eindruck gewonnen und sähen sich in ihrer Kaufempfehlung bestätigt. Die Gesellschaft sei einer der wenigen möglichen Krisengewinner, da zum einen das Geschäftsfeld konjunkturresistenter sei und man über eine solide Finanzierungsstruktur verfüge. Beim Finanzergebnis spare man in diesem Jahr aufgrund der gesunkenen Zinsbelastung etwa 20 Mio. EUR Zinsaufwand. Die Aktie könnte nach Erachten der Analysten spätestens im September in den MDAX aufrücken, womit sie dann auch stärker ins Interesse internationaler Investoren fallen werde.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe erhöhen ihr Kursziel von 27,00 EUR auf 29,00 EUR und stufen die Aktie von BayWa unverändert mit "kaufen" ein. Sie würden den Wert in ihre Favoritenliste (Tops & Flops 2009) aufnehmen. (Analyse vom 22.06.2009) (22.06.2009/ac/a/nw)
|