|
Analysen - TecDAX
|
04.06.2009
JENOPTIK beobachten
TradeCentre.de
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten die Aktie von JENOPTIK (ISIN DE0006229107/ WKN 622910) zu beobachten.
Der Technologiekonzern aus Jena habe in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen Umsatz von 117,7 Millionen Euro erzielt. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal entspreche dies einem Rückgang von neun Prozent. Das EBIT habe sich von 9,2 auf 0,4 Millionen Euro reduziert. Unterm Strich habe der Verlust bei 3,4 Millionen Euro gelegen. Ursachen für den Rückgang des Umsatzes und des operativen Ergebnisses seien eine anhaltend schwache Nachfrage aus der Halbleiter- und der Automobilindustrie.
Besonders betroffen seien die Segmente Laser & Optische Systeme sowie Messtechnik. Weiter positiv habe sich das Segment Verteidigung & Zivile Systeme entwickelt. Die Schwerpunkte lägen in diesem Bereich unter anderem bei optischen Sensoren und Informationssystemen, bodengestützten Beobachtungsplattformen für die Nachrichtengewinnung und Aufklärung sowie militärischer und ziviler Fahr- und Flugzeugausrüstung. Im Startquartal seien die Einnahmen in dieser Einheit im zweistelligen Prozentbereich geklettert bei einer nahezu Verdopplung des operativen Gewinns.
Wie Finanzvorstand Frank Einhellinger den Experten im Hintergrundgespräch berichte, solle das Segment auch im Gesamtjahr stabil laufen. Der Umsatzbeitrag solle sich erneut auf über 200 Millionen Euro belaufen. "Das Geschäft ist hier sehr langfristig angelegt. Bei einzelnen Themen wie der Weltraumtechnologie sowie Applikationen rund um Infrarot-Themen erzielen wir Wachstum", so der CFO.
Ebenfalls werde ein stabiler Verlauf der Sparte Verkehrssicherheit im Gesamtjahr 2009 erwartet. Mit Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlagen lasse sich auch in der Krise Geld verdienen. "Die Sparte ist jährlich von ein bis zwei größeren Aufträgen geprägt. An dieser Stelle sind wir sehr zuversichtlich". Zudem sei die Weiterentwicklung der Technologie stets gefragt. Beispielsweise Fotos von Schnellfahrern im Tunnel ohne sichtbaren Blitz oder künftig auch "point to point" Messungen bei Baustellen auf Autobahnen. Wie heute schon in Nordamerika, sei es Ziel der Sparte, künftig stärker Dienstleistungen für Kommunen rund um das Thema Verkehrssicherheit zu übernehmen.
Einen Nachfragerückgang und entsprechend geringere Einnahmen als im Vorjahr erwarte JENOPTIK in den Sparten Optische Systeme und Industrielle Messtechnik. Die Aktivitäten bei Optiken für die Halbleiterausrüster seien immer schon zyklisch gewesen. "Wir sehen bei der Krise momentan eine gewisse Bodenbildung, aber noch keine richtige Belebung. Ab dem zweiten Halbjahr gehen wir von einer leichten Verbesserung aus". Die Nachfrage sollte höher als in der ersten Jahreshälfte sein, aber geringer als in den Vorjahren. Die industrielle Messtechnik- und Teile des Lasergeschäftes würden zudem stark an der Automobilindustrie hängen. Laseranlagen würden aber auch an die Solarindustrie geliefert. Hier hänge die Nachfrage auch vom Finanzierungsspielraum der Kunden ab.
In der Summe könne JENOPTIK die Rezession durch eine breite Diversifizierung halbwegs abfedern. Die gut laufenden Sparten könnten die schwachen Einheiten allerdings nicht vollständig ausgleichen. Einhellinger erwarte im Gesamtjahr einen Umsatzrückgang. Das EBIT im Konzern solle positiv ausfallen. Netto hingegen könnte das Unternehmen den Berechnungen der Experten zufolge wegen relativ hoher Zinsaufwendungen und anfallender Restrukturierungskosten rote Zahlen ausweisen. Zudem könnten Abschreibungen auf der Aktivseite das Ergebnis belasten, die jedoch nicht Cash wirksam seien.
JENOPTIK sei per Ende März mit knapp 200 Millionen Euro netto verschuldet. Noch in diesem Jahr müsse eine Anleihe mit einem Restwert von knapp 50 Millionen Euro zurückbezahlt werden. Einhellinger werde für die Rückzahlung einen neuen Kredit aufnehmen und die kurzfristigen Schulden in langfristige Verbindlichkeiten umwandeln. Um die Schulden weiter zu reduzieren, plane der CFO mittelfristig diverse Immobilien zu veräußern. Zudem würden Investitionen zurückgefahren. "Wir investieren das Nötigste. Auf "nice to have" Ausgaben verzichten wir schon seit 2007". Durch die diversen Maßnahmen und Immobilienverkäufe sollte die Verschuldung im schlimmsten Fall in diesem Jahr nach Einschätzung der Experten nur moderat ansteigen.
Einhellinger bekräftige das langfristige Ziel, pro Jahr um zehn Prozent zu wachsen und mit einer EBIT-Marge von bis zu neun Prozent profitabel zu wirtschaften. Das Umsatzziel liege mittelfristig unverändert bei einer Milliarde Euro, inklusive kleinerer Akquisitionen. Zukäufe seien nicht ausgeschlossen. "Wir interessieren uns für Unternehmen, die unsere Produktpalette ergänzen. Das sind einerseits kleinere Mittelständler mit der Nachfolgeproblematik oder weniger rentable Firmen, die wir durch Synergien schnell in ihrer Profitabilität heben können", erkläre der Finanzchef.
Die rund 52 Millionen Aktien würden einen Börsenwert von 180 Millionen Euro repräsentieren. Ein Schnäppchen sei die Aktie des über 3.000 Mitarbeiter starken Konzerns nicht.
Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen zunächst den Verlauf des zweiten Quartals abzuwarten und die JENOPTIK-Aktie zu beobachten. (Analyse vom 04.06.2009) (04.06.2009/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|