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Analysen - DAX 100
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02.06.2009
BAUER an schwachen Tagen aussichtsreich
TradeCentre.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" halten die BAUER-Aktie (ISIN DE0005168108/ WKN 516810) an schwachen Tagen für aussichtsreich.
Die Bau- und Maschinenbau-Gruppe sei solide in das Jahr 2009 gestartet. Die Konzernleistung habe um über zehn Prozent expandiert. Das EBITDA habe sich auf 38,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal konstant gehalten. Leicht rückläufig sei das EBIT ausgefallen. Netto habe das Unternehmen elf Millionen Euro verdient. Von der Rezession sei das Startquartal auf der Zahlenseite noch relativ unberührt. Deutliche Hinweise liefere der Ordereingang. Der Auftragsbestand sei per Ende des ersten Quartals um rund 28 Prozent gesunken.
Beim Auftragseingang habe die Wirtschaftskrise deutliche Spuren hinterlassen. Dieser habe sich fast halbiert. Wie den Experten Vorstandschef Thomas Bauer im Hintergrundgespräch erläutere, weise der weitere Jahresverlauf für die Geschäftsfelder unterschiedliche Tendenzen auf. "Im Baubereich haben wir noch die besten Chancen, relativ unkompliziert durch die Krise zu kommen. Da wir weltweit gut vertreten sind, können wir eine teilweise regional schwächere Nachfrage ausgleichen", sage der CEO. Die Gruppe sei in dieser Einheit im letzten Jahr deutlich über 30 Prozent gewachsen. "Ein kleinerer Rückgang in 2009 stellt angesichts des vorherigen Wachstums immer noch eine gute Entwicklung dar", sage Bauer.
Eine positive Entwicklung erwarte der Firmenchef und Großaktionär auch im Segment Resources. Hier beackere die Firma zentrale Themen, die die Welt bewege. Beispielswiese Umwelttechnik, Wasser, Energie und Rohstoffe sowie Geothermiebohrungen. Mit den entsprechenden Geräten könne bis zu einer Tiefe von 5.000 Meter gebohrt werden. "In 2009 wird dieses Segment weiter wachsen und auch beim Ergebnis weiter zulegen", so Bauer. Allerdings sei diese Einheit bisher noch recht klein. Nach knapp neun Prozent solle dieser Bereich mittelfristig mehr als 15 Prozent der Konzernleistung ausmachen bei Margen zwischen denen der Bauwirtschaft und dem Maschinenbau.
Im dritten Segment durchlebe die BAUER AG eine schwierige Marktphase. "Der Maschinenbau ist derzeit schwer zu beurteilen. Unser Auftragsbestand ist auch aufgrund der geringeren Lieferzeiterwartungen unserer Kunden deutlich zurückgegangen. Und es kann noch ein Stück weiter runter gehen. Der Tiefpunkt ist nach dem ersten Quartal vermutlich noch nicht erreicht.", erkläre Bauer.
Wegen der anhaltenden Schwäche im Maschinenbau sei es ungewiss ob die stabilen Segmente Bau und Resources auf Gruppenebene den weiteren Auftragseingang stabilisieren könnten. Für das Jahr 2009 sei Bauer dennoch weiter optimistisch die Ziele zu erreichen. Bei einer Konzernleistung von 1,4 Milliarden Euro solle unterm Strich mehr als 70 Millionen Euro Profit in der Kasse klingeln. Die EBIT-Marge erwarte der CEO zwischen zehn und elf Prozent. "Für unsere Ziele in 2009 müssen wir kämpfen. Wir sind sehr aktiv im Markt anstatt zu warten, bis Kunden auf uns zukommen".
Der Free Cashflow solle in diesem Jahr trotz recht hoher Investitionen von circa 130 Millionen Euro leicht positiv ausfallen. "Unsere Investitionen sind in 2009 von zwei Sonderprojekten geprägt. Ab dem Jahr 2010 wird sich das Investitionsvolumen auf unter 100 Millionen Euro reduzieren", ergänze der Vorstandsvorsitzende.
Trotz schlechter Zeiten werde Bauer auch ohne radikale Einschnitte auf der Personalseite die Krise meistern. "Wir drücken bei den variablen Kosten auf die Bremse. Zudem haben wir einen großen Puffer bei Leiharbeitern und Überstunden, weshalb wir derzeit keine Entlassungen planen. Für eine gewisse Zeit kann ich Kurzarbeit jedoch nicht ausschließen".
Der über 8.000 Mann starke Konzern werde von den weltweiten Konjunkturprogrammen für Infrastruktur profitieren. "Für uns ist das tendenziell von Vorteil. Zur Stabilisierung tragen diese Programme sicherlich bei. Einen großen Boom erwarte ich aber nicht, da die öffentlichen Ausgaben für den Baubereich nicht einmal ein Fünftel der Gesamtausgaben im Bau ausmachen", erkläre der 54-jährige Manager. Für 2010 zeige sich Bauer trotz Konjunkturmilliarden vorsichtig. "Aus heutiger Sicht werden wir im kommenden Jahr nochmals leichte Rückgänge verzeichnen. Ab 2011 besteht die Chance wieder zu wachsen", skizziere Bauer die Zukunft.
Die Aktie von BAUER handle derzeit mit einem KGV von circa acht für 2009. 2010 könnte dies auf zehn bis zwölf steigen. Der Aktienkurs dürfte diese Entwicklung eingepreist haben.
Für die Bauer-Aktie sprechen die gute Marktstellung sowie die solide Bilanz, so die Experten von "TradeCentre.de". Das mit mehr als einer halben Milliarde Euro kapitalisierte Unternehmen sei an schwachen Tagen aussichtsreich. Ideal wären Kaufkurse zwischen 27 und 29 Euro. (Analyse vom 02.06.2009) (02.06.2009/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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