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Analysen - Nebenwerte
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27.05.2009
MPC Capital verkaufen
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die MPC Capital-Aktie (ISIN DE0005187603/ WKN 518760) unverändert mit "verkaufen" ein.
MPC habe zuletzt die Zahlen zum ersten Quartal veröffentlicht. In Q1 habe ein massiver Einbruch in der Platzierungstätigkeit vermeldet werden müssen. Alle Segmente seien von der Anlegerzurückhaltung betroffen gewesen, wobei der Einbruch im Kernsegment Schiffsbeteiligungen (2,4 Mio. EUR nach 61,3 Mio. EUR in 2008) besonders eklatant gewesen sei. Die Segmente Lebensversicherungsfonds und Strukturierte Produkte hätten lediglich marginale Beiträge (0,4 Mio. EUR bzw. 0,8 Mio. EUR) geliefert, im Segment Private-Equity-Fonds habe nahezu keine Platzierung stattgefunden.
Ergebnisseitig hätten darüber hinaus Abschreibungen auf sechs Tankerschiffe (10,4 Mio. EUR) und Wertberichtigungen auf Schiffinvestments in Höhe von 6,3 Mio. EUR belastet. Die HCI-Beteiligung habe einen Beitrag von -1 Mio. EUR geliefert. Der Konzernverlust habe in der Folge 23,9 Mio. EUR betragen.
MPC verfolge weiterhin das mehrstufige Strategieprogramm, um die Organisation robust auszurichten und gleichzeitig in eine aussichtsreiche Position für das Folgejahr zu bringen. Es seien jährliche Einsparungen in Höhe von 10 Mio. EUR geplant, wobei zwei Drittel über eine Senkung der Sachkosten realisiert werden sollten. Der Personalbestand sei bereits um 55 Personen auf 320 verringert worden. Weitere Personalkosteneinsparungen würden sich aber nach Auffassung der Analysten nur realisieren lassen, wenn man gezielt den Vertrieb verschlanken würde. Bei wieder anziehenden Märkten wäre man dann schlechter aufgestellt.
Ab einem Platzierungsvolumen von 300 Mio. EUR könne MPC angabegemäß kostendeckend arbeiten. Die Analysten würden aktuell nicht davon ausgehen, dass dieser break-even erreichbar sei und in ihren Modellen von 195 Mio. EUR für das Gesamtjahr ausgehen. Hierbei sei zu beachten, dass angesichts der erheblichen Schwäche der Märkte eine Erholung im zweiten Halbjahr einsetzen müsste, um diese Marke zu erreichen.
Folgende positive und negative Effekte sollten bei der MPC-Aktie beachtet werden: Die Kosten seien reduziert worden und MPC habe Finanzierungszusagen bis 2011/2012. Die Platzierungstätigkeit sei im ersten Quartal nochmals drastisch eingebrochen. Es sei nicht zu erwarten, dass man in 2009 kostendeckend wirtschaften könne. Es würden weitere Abschreibungen auf Schiffinvestments und die HCI-Beteiligung drohen (aktueller Buchwert: 6 EUR je Aktie; aktueller Kurs: 1,58 EUR (ETR 12:39). Geschlossene Fonds sähen sich einer anhaltenden Anlegerzurückhaltung ausgesetzt.
Angesichts des anhaltend schwachen Platzierungsgeschäfts und weiter drohenden Abschreibungen raten die Analysten vom Bankhaus Lampe von einem Investment in die MPC-Aktie aktuell weiter ab und votieren mit "verkaufen". Nach Anpassung ihrer Modelle würden sie das Kursziel von 4,00 auf 3,50 EUR reduzieren. (Analyse vom 27.05.2009) (27.05.2009/ac/a/nw)
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