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Analysen - Nebenwerte
19.05.2009
Bertrandt kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Bertrandt (ISIN DE0005232805/ WKN 523280) unverändert mit "kaufen" ein.

Für die kommenden Monate des laufenden Geschäftsjahres könne Bertrandt einen Rückgang des Umsatz- und Ergebnisniveaus aufgrund der angespannten Marktlage nicht mehr ausschließen. Die Krise der OEM's komme mit einem Zeitverzug von vier bis sechs Monaten bei dem Unternehmen an. Sollte sich die Branche nicht stabilisieren, sei davon auszugehen, dass weitere Kostenoptimierungsprogramme seitens der Hersteller und Systemlieferanten durchgeführt würden und dabei auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Fokus stünden.

In diesem Zusammenhang werde es zu temporären Projektverschiebungen bei Bertrandt kommen. Die breite Modellvielfalt bei den Autoherstellern werde sich aber fortsetzen und dringe inzwischen auch in das kleinere und mittlere Segment vor. So sei u. a. auf dem Capital Market Day am 13.05. zu erfahren gewesen, dass z. B. von der neuen Mercedes C-Klasse nur eine Handvoll Fahrzeuge identisch vom Band gelaufen seien, da die Nachfrage der Kunden nach individuellen Autos groß sei. Selbst der Trend zu Low-cost Fahrzeugen (Tata) sei eher auf regionale Märkte begrenzt, wobei die meisten Bestellungen bei diesem 3.000 EUR-Auto deutlich über diesem Einstiegspreis liegen würden.

Bertrandt spüre inzwischen auch den Preisdruck, sodass die Marge im Jahresverlauf zurückgehen könnte. Dabei sei der Rückgang nicht so dramatisch, wie zuletzt von den Analysten befürchtet. Sie hätten bislang mit einem Rückgang der EBIT-Marge auf 5,1% gerechnet und würden nunmehr für das laufende Jahr einen Wert von 8,1% als realistisch ansehen. Insgesamt habe Bertrandt im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/2009 einen Umsatzzuwachs um 4,9% auf 209,8 Mio. EUR von 199,9 Mio. EUR im Vorjahresvergleich verzeichnet. Gemessen am wirtschaftlichen Umfeld sei die Ertragslage mit einem Betriebsergebnis von 19,4 Mio. EUR nach 22,0 Mio. EUR zufriedenstellend (EBIT-Marge 9,2%). Das Ergebnis nach Ertragsteuern habe zum 31.03. mit 15,3 Mio. EUR annähernd auf dem Vorjahresniveau von 15,6 Mio. EUR gehalten werden können.

Bertrandt habe bereits 3 Mio. EUR Restrukturierungsaufwendungen im ersten Halbjahr verbucht und sei zuversichtlich, dass dieser Betrag aktuell ausreichen werde. Dem Unternehmen sei ein steuerfreier Investitionszuschuss von 2,8 Mio. EUR gewährt worden, der das Ergebnis positiv beeinflusst und die Steuerquote auf 21,2% reduziert habe. Das Investitionsvolumen habe sich von 11,4 Mio. EUR auf 11,7 Mio. EUR erhöht und sei in die strategische Beteiligung an der Aeroconseil S. A. vom 18. Dezember 2008 sowie in gezielte Erweiterungsinvestitionen und den Ausbau der Infrastruktur an den Bertrandt-Standorten geflossen.

Auch wenn die Analysten nicht erwarten würden, dass kurzfristige Übernahmen auf der Agenda stünden, so werde Bertrandt stark genug sein, die entsprechenden Gelegenheiten zu nutzen. Als Tier 1 Lieferant für EADS habe man außerhalb der Automobilindustrie noch Chancen, die genutzt werden könnten.

Die Analysten hätten ihre Umsatzerwartungen den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Gleichzeitig seien ihre Gewinnerwartungen deutlich zu konservativ gewesen, sodass sie die EPS-Erwartung von 1,57 EUR auf 2,30 EUR für das laufende Geschäftsjahr anheben würden, während sie für 2009/10 die Erwartung von 2,08 EUR auf 1,58 EUR zurücknehmen würden.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Bertrandt-Aktie, da sie angesichts der soliden Finanzlage des Konzerns bei dem Unternehmen deutlich mehr Chancen als Risiken sehen, in der Konsolidierungsphase weitere Marktanteile zu generieren. Auch die Dividendenrendite sei mit 7% sehr attraktiv. Das Kursziel sehe man nach wie vor bei 19 EUR. (Analyse vom 19.05.2009) (19.05.2009/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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