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Analysen - Nebenwerte
14.05.2009
GfK halten
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Christoph Schlienkamp, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von GfK (ISIN DE0005875306/ WKN 587530) von "kaufen" auf "halten" zurück.

GfK habe heute Morgen die Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung im ersten Quartal 2009 veröffentlicht. Mit einem angepassten operativen Ergebnis in Höhe von 14,8 Mio. Euro sei die Gesellschaft hinter den Analysten-Erwartungen von 19 Mio. Euro und den Marktprognosen (GfK-Analystenkonsens) von 21,7 Mio. Euro zurückgeblieben. Damit habe der Ergebnisrückgang im Konzern von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahrszeitraum 35,7% betragen.

Der Gewinnrückgang habe zum einen aus niedrigeren Umsätzen insbesondere in den Segmenten Automotive, Financial Services und HealthCare resultiert. Zusätzlich führe der zunehmende Preisdruck zu einer Ergebnisbelastung. Daneben hätten Aufwendungen für die Umsetzung der Kostensenkungsmaßnahmen das Ergebnis geschmälert. Insgesamt sei aber zu beachten, dass die Gesamtkostenquote im ersten Quartal höher sei als im Jahresdurchschnitt, da z. B. Panelaufträge teilweise nicht im ersten Quartal, sondern in den folgenden Quartalen erteilt würden. Die Panelkosten würden dagegen kontinuierlich anfallen.

Organisch habe sich das Ergebnis um 41,7% reduziert, während Akquisitionen das Ergebnis um 4,0% verbessert hätten. Wechselkurseffekte hätten das Ergebnis um 2,1% erhöht. Die Marge habe im ersten Quartal 2009 5,6% gegenüber einer Rendite von 8,6% für den vergleichbaren Vorjahreszeitraum betragen. Insgesamt hätten sich die Sektoren und Regionen der GfK unterschiedlich entwickelt. Insbesondere der Sektor Custom Research habe sich mit einer verhaltenen Nachfrage sowie mit Auftragsverschiebungen konfrontiert gesehen. Regional habe GfK in Lateinamerika sowie in Asien und Pazifik ein gutes organisches Umsatzwachstum verzeichnet, während die Entwicklung in Zentral- und Osteuropa rückläufig gewesen sei. Auch in den Regionen Deutschland, Westeuropa/Mittlerer Osten/ Afrika sowie Nordamerika sei das organische Wachstum zurückgegangen.

Nachdem GfK noch bei der Vorstellung der Gesamtjahreszahlen für 2008 Ende März eine Guidance für 2009 publiziert habe, würden diese Aussagen in dem heute veröffentlichten Quartalsbericht fehlen. Auf der einen Seite können die Analysten vom Bankhaus Lampe dies angesichts des Umfelds nachvollziehen, auf der anderen Seite irritiere sie jedoch die vergleichsweise kurze Zeitspanne zwischen der Guidance und der jetzigen Rücknahme. Sie würden davon ausgehen, dass diese Rücknahme der Prognose die Aktienkursentwicklung in den kommenden Wochen tendenziell belasten werde. Insgesamt würden sie ihre EPS-Prognose für 2009 von 2,04 Euro auf 1,62 Euro und für 2010 von 2,17 Euro auf 2,01 Euro reduzieren.

Die Folge der Modellanpassung der Analysten vom Bankhaus Lampe ist eine Rücknahme des Kursziels von zuvor 22,70 Euro auf 17,00 Euro (Peer Group-Vergleich, DCF-Modell) und eine Herunterstufung der GfK-Aktie von "kaufen" auf "halten". (Analyse vom 14.05.2009) (14.05.2009/ac/a/nw)



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