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21.04.2009
Presse: Hypo Real Estate - Steinbrück soll Krise verschärft haben
aktiencheck.de
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München (aktiencheck.de AG) - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) soll mit seinen Aussagen über die Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) die Lage des ins Schlingern geratenen Kreditinstituts verschärft haben.
Dieser Vorwurf ergibt sich nach Informationen der "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagausgabe) aus einem von der früheren HRE-Spitze in Auftrag gegebenen Bericht. Der Bericht stammt von der Rechtsanwaltskanzlei Shearman & Sterling: Sie war vom alten, inzwischen abgelösten HRE-Vorstand beauftragt worden, den Ablauf der Krise darzustellen.
Der Bundesfinanzminister hatte am 29. September 2008 nach einer ersten Rettungsaktion für die HRE öffentlich von einer "geordneten Abwicklung" der Bank gesprochen. Das soll, so argumentiert die Kanzlei im dem bislang unveröffentlichten Bericht, die Lage des bis heute um seine Existenz kämpfenden Kreditinstituts verschlimmert haben. In dem Bericht heißt es, Steinbrücks Äußerung von einer "geordneten Abwicklung" der Bank sei für die HRE "überraschend" gewesen, da man von einer Fortführung der Geschäfte ausgegangen sei. Noch am selben Tag habe die Rating-Agentur Standard & Poor's die HRE herabgestuft. Vertreter von Standard & Poor's hätten gegenüber der HRE angegeben, Steinbrücks Äußerung seien "mitursächlich" für ein schlechteres "Kurzfrist-Rating" gewesen.
Das Finanzministerium weist den Vorwurf zurück. Ein Sprecher bezeichnete den Vorwurf als "abwegig". Welche Folgen die Äußerungen Steinbrücks gehabt haben, soll auch der HRE-Untersuchungsausschuss klären, der voraussichtlich in dieser Woche auf Betreiben der Grünen, der FDP und der Linken eingesetzt werden wird.
Die Aktie der HRE notiert aktuell unverändert bei 1,39 Euro. (21.04.2009/ac/n/d)
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