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Analysen - Ausland
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05.10.1999
ABN Amro herabgestuft
Hamburgische LB
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Die Analysten der Hamburgischen Landesbank haben die Aktie der ABN Amro (WKN: 880026) von „übergewichten“ auf „neutral“ herabgestuft.
Die niederländische Großbank ABN Amro habe ihren Nettogewinn im 1. Halbjahr 1998 um 20% auf 2,4 Mrd. HFL steigern können. Das Ergebnis je Aktie betrage 1,67 HFL nach 1,41 HFL im Vorjahreszeitraum, berichtet die Bank. Den Gewinn vor Steuern verbesserte das Institut um 16,2% auf 3,6 Mrd. HFL. Dabei habe ABN Amro sowohl im Inland als auch im Ausland - mit Ausnahme von Lateinamerika - die Ergebnisbeiträge wesentlich steigern können. Das operative Ergebnis aus dem Investment Banking sei dabei konstant geblieben.
Die Rückstellungen für die Risikovorsorge seien aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in Asien und Lateinamerika deutlich von 492 Mio. HFL auf 892 Mio. HFL aufgestockt worden.
ABN Amro habe vor wenigen Monaten den Kampf um die Übernahme der belgischen Generale Bank gegen den belgisch-niederländischen Allfinanzkonzern Fortis verloren. Für ABN Amro sei es bereits der zweite mißglückte Übernahmeversuch in diesem Jahr gewesen, nachdem der Kauf der CIC-Bank in Frankreich im April scheiterte.
Erfolgreich sei die Bank dagegen Ende August gewesen, als sie einen 75%igen Anteil an der Bank of Asia in Thailand übernahm. Außerdem hätten die Niederländer die Banco Real, die viertgrößte brasilianische Geschäftsbank erworben und konnten dadurch ihre ohnehin schon gute Position in Lateinamerika weiter ausbauen. Die getätigten Akquisitionen sollen das Ergebnis der ABN Amro ab 1999 positiv beeinflussen, so die Landesbank.
Ausblick und Einschätzung
ABN Amro sehe den europäischen Markt weiter als Zukunftsmarkt. Dabei liege der Schwerpunkt weiterer Akquisitionsbemühungen in Deutschland, Italien, Belgien und Frankreich. In den USA sei ABN Amro als größte ausländische Bank schon gut positioniert, auch dort rechnet man, ebenso wie in Südostasien, mit einer weiteren Expansion, betonen die Experten.
Ferner setze man auf den Ausbau des Versicherungsgeschäftes, mit dem bis zum Jahr 2000 rund 10% der Einkünfte erzielt werden sollen.
Die gute Entwicklung im ersten Halbjahr 1998 dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich die Rahmenbedingungen für den Bankensektor generell deutlich verschlechtert hätten. Auch ABN Amro erwarte eine nochmalige Aufstockung der erforderlichen Rückstellungen zur Risikovorsorge.
Insbesondere für das Rußland-Engagement der Bank bestehe hier ein Wertberichtigungsbedarf von mehreren hundert Millionen Gulden. Am Hedge-Fonds LTCM sei ABN Amro nicht beteiligt. Das Handelsergebnis und der Provisionsüberschuß würden nach Meinung der Experten dennoch von den Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht unbeeinflußt bleiben.
Das 99er-KGV betrage 8,6.
In den Jahren 1997 bis 1999 liege der Gewinn pro Aktie bei jeweils 2,64, 3,01 und 3,36 HFL. Die Dividende schätzt man für 1999 auf 1,52 HFL pro Aktie.
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