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Analysen - DAX 100
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09.04.2009
Praktiker Käufe bei Kursen zw. 3,50 und 4 Euro
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" bieten sich Käufe bei der Aktie von Praktiker (ISIN DE000A0F6MD5/ WKN A0F6MD) bei Kursen zwischen 3,50 und 4 Euro an.
Innerhalb von zwei Jahren habe sich die Aktie der zweitgrößten Bau- und Heimwerkerkette Deutschlands gezehntelt. Hätten Investoren in 2007 noch über 30 Euro für einen Anteilsschein bezahlt, sei das Papier kürzlich unter die Marke von drei Euro gerutscht. Aktuell notiere die Aktie bei vier Euro und habe sich von den Tiefs deutlich erholen können. Der Börsenwert liege lediglich bei 230 Mio. Euro. Für eine Gesellschaft mit fast vier Mrd. Euro Umsatz und 436 Märkten in neun Ländern Europas sei es sicherlich nicht ambitioniert. Sporadisch werde die knapp 30.000 Mann starke Gruppe als Übernahmekandidat gehandelt.
Bei dem Besuch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt, habe Vorstandschef Wolfgang Werner auf die Nachfrage der Experten von "TradeCentre.de" die jüngsten Übernahmespekulationen nicht kommentieren wollen. "Gerüchte kommentieren wir nicht", habe Werner gesagt. Die Gerüchte einer Übernahme von Praktiker gebe es übrigens seit circa zwei Jahren.
Im Jahr 2008 hätten die Saarländer Einnahmen von 3,9 Mrd. Euro erzielt. Das EBITA habe bei fast 130 Mio. Euro gelegen. Die Marge: 3,3 Prozent. Vor Steuern sei ein Gewinn von rund 80 Mio. Euro erzielt worden. Auf Nettobasis habe der Gewinn jedoch nur mickrige 7,1 Mio. Euro betragen. Grund dafür seien Wertberichtigungen auf aktiv latente Steuern.
Für das laufende Geschäftsjahr habe die Ergebnis- und Liquiditätssicherung höchste Priorität, habe Werner gesagt. Ziel sei, in 2009 selbst bei rückläufigen Umsätzen zumindest ein angemessenes EBITA zu erwirtschaften. Was hierunter konkret zu verstehen sei, habe das Management nicht näher erläutern wollen. "Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Rezession, die auch in der Baumarktbranche angekommen ist, stellen wir uns auf eine vorübergehende deutliche Abschwächung unseres Geschäfts im In- und Ausland ein", so der CEO.
Wie das Jahr verlaufen werde, sei offen. Mit den Zahlen für das Erstquartal werde Praktiker jedenfalls keinen Blumentopf gewinnen. Einerseits sei die erste Periode stets schwächer. Andererseits habe der lang anhaltende Winter das Geschäft gebremst. "Die Geschäftslage lässt wegen des langen Winters zu wünschen übrig", habe Werner gesagt. Um der Rezession entgegenzusteuern, sollten in diesem Jahr die Kosten um einen zweistelligen Millionenbetrag eingespart werden, habe CFO Thomas Ghabel den Experten von "TradeCentre.de" auf Nachfrage gesagt. Zudem würden die Investitionen von über 100 Mio. Euro in 2008 auf 70 bis 80 Mio. Euro in 2009 gesenkt.
"Wir geben Geld für Investitionen quartalsweise frei. Sollte die Konjunktur im zweiten Halbjahr entgegen der Erwartungen wieder anziehen, könnten die Investitionen auch erhöht werden. Am Jahresende wollen wir nach der Dividendenzahlung mindestens einen ausgeglichenen Free Cashflow erreichen", habe Ghabel gesagt. Analysten würden in 2009 einen Rückgang des Umsatzes auf 3,6 bis 3,7 Mrd. Euro erwarten. Netto sollten mindestens 30 Mio. Euro verdient werden. Das würde einem Gewinn je Aktie von gut 50 Cent entsprechen.
Per Ende 2008 verfüge die in 1978 gegründete Gruppe über ein Eigenkapital von 907 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote von über 40 Prozent sei solide. Die größten Posten auf der Aktiva-Seite seien Vorräte von fast 900 Mio. Euro und Sachanlagen von knapp einer halben Mrd. Euro. Der Goodwill schlage mit 214 Mio. Euro zu Buche. Die Zahlungsmittel hätten per Ende Dezember bei 233 Mio. Euro gelegen. Erfreulich: Kurzfristig sei der einst zur METRO gehörende Konzern nur marginal verschuldet. Langfristig sei das Unternehmen mit einer Wandelanleihe mit einem Volumen von 138 Mio. Euro verschuldet, die in 2011 wahrscheinlich in Cash zurückbezahlt werden müsse.
Zuzüglich stünden noch Leasing-Verbindlichkeiten von 284,5 Mio. Euro auf der Passiv-Seite. Die Nettoverschuldung liege somit bei knapp 200 Mio. Euro. Das sei akzeptabel. Ghabel weise allerdings daraufhin, dass zusätzlich noch Mietverpflichtungen der Filialen von 2,2 Mrd. Euro bestünden. Das seien Verbindlichkeiten aus Mietverträgen, aber keine klassischen Schulden, so Ghabel. Angesichts dieser riesigen Zahl werde Praktiker unter vereinzelten Analysten etwas skeptisch gesehen, da diese "Schulden" refinanziert werden müssten, was der CFO jedoch verneine. Zumindest müssten die Mieten aber durch operative Erträge eingefahren werden.
Mit einem Börsenwert von 230 Mio. Euro sei Praktiker alles andere als teuer. Selbst wenn sich der Buchwert von mehr als 900 Mio. Euro halbiere, wäre die Aktie sehr günstig. 2009 werde für den Vorstand sicherlich eine Herausforderung. Positive News seien derzeit eher nicht zu erwarten. Aber dennoch sehe man bei der Aktie auf aktuellem Kursniveau mehr Chancen als Risiken.
Bei Kursen zwischen 3,50 und 4 Euro bieten sich Käufe bei der Praktiker-Aktie an, so die Experten von "TradeCentre.de". (Analyse vom 09.04.2009) (09.04.2009/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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