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Analysen - DAX 100
06.04.2009
Aurubis kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, empfiehlt die Aurubis-Aktie (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) weiterhin zu kaufen.

Mit dem neuen Namen werde die, nach der Übernahme der belgischen Cumerio, internationalere Ausrichtung der Norddeutschen Affinerie mit ihren rund 4.800 Mitarbeitern in sieben europäischen Ländern deutlich werden. In dem am 30. September 2008 abgelaufenen Rekordgeschäftsjahr 2008 habe das Unternehmen mit einem Vorsteuerergebnis von 341 Mio. EUR (+35,9%) und einem Umsatzplus von 29,6% auf 8,4 Mrd. EUR überzeugen können und die Aktionäre mit einer Rekorddividende von 1,60 EUR pro Anteilsschein erfreut.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hätten sich die Umsatzerlöse des Konzerns auf 1.493 Mio. EUR (Vorjahr: 1.415 Mio. EUR) belaufen. Der Anstieg sei bedingt durch die Einbeziehung von Cumerio bei einem gleichzeitigen Rückgang der Umsatzerlöse durch deutlich geringere Kupferpreise. Das Rohergebnis habe mit 26 Mio. EUR im Wesentlichen aufgrund der negativen Bewertungseinflüsse durch den gefallenen Kupferpreis deutlich unter dem Rohergebnis des Vorjahresquartals von 184 Mio. EUR gelegen. Der Personalaufwand sei von 56 Mio. EUR im Vorjahr auf 69 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsjahr gestiegen. Dies sei auf die deutlich höhere Anzahl an Beschäftigten durch die Übernahme von Cumerio zurückzuführen.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen hätten mit 23 Mio. EUR über denen des entsprechenden Zeitraums des Vorjahres von 14 Mio. EUR gelegen. Auf Cumerio seien dabei 10 Mio. EUR entfallen. Das EBITDA habe -86 Mio. EUR (Vorjahr: +106 Mio. EUR) erreicht. Entsprechend habe sich auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf -110 Mio. EUR (Vorjahr: +92 Mio. EUR) reduziert. Nach Einbeziehung des Zinsergebnisses betrage das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) -124 Mio. EUR (Vorjahr: +88 Mio. EUR). Hier habe sich der Anstieg des Zinsaufwands zur Finanzierung der erworbenen Anteile an der Cumerio bemerkbar gemacht.

Nach Berücksichtigung eines Steuerertrages wegen niedriger latenter Steuern verbleibe ein Konzernfehlbetrag in Höhe von -98 Mio. EUR. Im Vorjahr sei ein Konzernüberschuss von 60 Mio. EUR ausgewiesen worden. Hieraus ergebe sich unter Berücksichtigung der Anteile anderer Gesellschafter ein Ergebnis je Aktie von -2,41 EUR nach 1,52 EUR im Vorjahr.

Der leichte Rückgang der Bilanzsumme von -3,2% auf 2.870 Mio. EUR sei im Wesentlichen auf ein verringertes Vorratsvermögen (-221 Mio. EUR), die Reduzierung von Forderungen aus Lieferung und Leistungen (-75 Mio. EUR) sowie des Bestandes an liquiden Mitteln (-79 Mio. EUR) zurückzuführen gewesen. Die Erhöhung der kurzfristigen Forderungen und Vermögenswerte (+212 Mio. EUR) sowie der Finanzanlagen (+42 Mio. EUR) habe dem entgegengewirkt. Letzteres bestehe im Wesentlichen aus Aktien an der Salzgitter AG, die mit etwa 23% größte Anteilseignerin bei Aurubis sei. Die Finanzverbindlichkeiten hätten sich von 933 Mio. EUR zum 30.09.2008 um 129 Mio. EUR auf 804 Mio. EUR zum 31.12.2008 verringert.

Die Realisierung der Synergiepotenziale aus der Übernahme der Cumerio und weiterer Effizienzprogramme solle systematisch weitergeführt werden. Vor allem im derzeit schwierigen Marktumfeld sollte die Verbesserung der Wettbewerbs- und Kostenposition ein wesentliches Ziel sein. Mit der Implementierung der neuen Organisationsstruktur operiere und berichte Aurubis nunmehr in den drei Geschäftsfeldern Primärkupfer, Recycling/Edelmetalle sowie Kupferprodukte. Die wachsende gemeinsame Identität komme auch im neuen Namen der Unternehmensgruppe Aurubis (lat. "das rote Gold") zum Ausdruck, mit dem die ehemalige Norddeutsche Affinerie seit April firmiere.

Gesunkene Rohstoffpreise hätten die inflationären Tendenzen verringert und die real verfügbaren Einkommen erhöht. Im Rahmen der staatlichen Hilfsprogramme würden Investitionen in grundstoffintensive Infrastrukturprojekte gefördert, was sich positiv auf die Nachfragesituation auf den Metallmärkten auswirken sollte. Immerhin habe sich der Kupferpreis von seinen Tiefstständen bereits wieder leicht erholen können und dennoch sei die Dauer der aktuellen Schwächephase schwer abzuschätzen. Nachdem das erste Halbjahr 2008/09 noch von erheblichen Unsicherheiten begleitet sein werde, dürfte im weiteren Verlauf des Jahres eine langsame Erholung auf einem niedrigen Niveau einsetzen.

Allerdings sehe das Management von Aurubis alle Prognosen im derzeitigen volatilen Umfeld mit erheblichen Unsicherheiten belastet. Man erwarte vor diesem Hintergrund, dass das operative Ergebnis deutlich unter den Rekordergebnissen des Vorjahres liegen dürfte. Die Herausforderung dürfte in diesem Jahr sein, das negative Bewertungsergebnis des ersten Quartals auszugleichen und mit einem leichten Plus beim Ergebnis abzuschließen. Gleichwohl richte sich der Fokus im Wesentlichen auf das operative Ergebnis und dort gehe man - wie auch das Unternehmen - weiterhin von einem positiven Abschluss in diesem Jahr aus.

Mit der Salzgitter AG als neuem Großaktionär dürfte das Unternehmen über einen entsprechend finanzstarken Partner verfügen, um die Konsolidierung der Kupferproduzenten weltweit anzuführen. Nachdem sich Aurubis zum größten europäischen Kupferproduzenten entwickelt habe, dürfte der nächste Coup sicherlich außerhalb Europas liegen.

Die negativen Bewertungseffekte aufgrund des Kupferpreisverfalls hätten das Ergebnis im Auftaktquartal überaus negativ beeinflusst. Da sich der Kupferpreis inzwischen mit Preisen über 4.300 USD wieder von seinen Tiefstständen bei 3.000 USD entfernt habe, sollte dieser Effekt einmalig bleiben. Wertaufholungen könnten den Kurs der Aktie stützen.

Die Aktie habe eine beeindruckende Entwicklung im vergangenen Jahr hingelegt und notiere inzwischen wieder auf einem Niveau, das deutlich unter dem Marktwert vor der Cumerio-Übernahme liege. Seitdem die Salzgitter AG ihre Anteilskäufe im laufenden Jahr verringert habe, habe sich der Kurs verringert. Man rechne weiterhin mit einer mittelfristigen Anteilsaufstockung des Großaktionärs, so dass die Aktie - auch unter operativen Gesichtspunkten (auch im Krisenjahr 2009 schwarze Zahlen erwirtschaftet) - zu den Analysten-Favoriten zähle.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen das Rating "kaufen" für die Aurubis-Aktie. Das Kursziel werde von 26,00 EUR auf 27,00 EUR erhöht. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2009" vom 06.04.2009) (06.04.2009/ac/a/d)



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