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Analysen - DAX 100
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06.04.2009
BAUER halten
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von BAUER (ISIN DE0005168108/ WKN 516810) im Rahmen einer Ersteinschätzung mit "halten".
Den letzten News-flow hinsichtlich der operativen Entwicklung habe es im Rahmen der Neun-Monats-Zahlen Mitte November 2008 gegeben. Zu diesem Zeitpunkt habe der Konzern über eine Gesamtkonzernleistung auf 1,11 Mio. EUR berichtet, was einer Steigerung um 24,7% gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt entspreche. Eine Besonderheit der BAUER AG sei, dass sie eine Guidance zu den gesamten Gruppenumsätzen gebe. Diese würden sich mit Blick auf die nach IFRS in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Umsätze in folgenden Punkten unterscheiden: die gesamten Gruppenumsätze seien frei von Konsolidierungseffekten zwischen den einzelnen Unternehmen der BAUER Gruppe. Des Weiteren würden sie auch Umsätze von Tochtergesellschaften enthalten, die nach IFRS nicht bilanziert werden dürften.
Das EBIT habe in den ersten neun Monaten um 38,7% auf 108,4 Mio. EUR erhöht werden können. Der Jahresüberschuss vor Anteilen Dritter habe sich um 74,0% auf 67,8 Mio. EUR verbessert. Ausschlaggebend für diese im Vergleich zum EBIT deutlich überproportionale Steigerung sei eine im Zuge der Steuerreform von 40% auf 27,8% reduzierte Steuerquote gewesen.
Im Geschäftsbereich Bau habe sich die Leistung um 29% auf 520,1 Mio. EUR erhöht. Der Auftragseingang habe sich um 35,8% erhöht. Das operative Segmentergebnis sei um 136,4% auf 29,3 Mio. EUR angestiegen.
Das Segment Maschinen habe eine Leistungssteigerung um 25,5% auf 569,5 Mio. EUR verzeichnet. Das EBIT habe sich hier auf 79,6 Mio. EUR belaufen. Das Volumen der erhaltenen Aufträge sei um 24,6% im Neun-Monats-Zeitraum gestiegen. Die BAUER AG habe sich bereits seit einigen Jahren auf abnehmende Umsätze in der Baubranche sowie auf eine geringere Nachfrage nach Baumaschinen eingestellt. Um dies abzufedern, habe sie intensive Entwicklungsarbeit geleistet und in 2008 einige neue Geräte entwickelt, die auf neue Märkte mit neuen Anforderungen zielen würden.
Das jüngste Segment Resources entwickle sich solide. Zwar habe sich die Leistung und das EBIT mit 87,2 Mio. EUR bzw. 1,2 Mio. EUR nur auf dem Niveau des Vorjahres bewegt, da es eine Reihe von Projektverschiebungen gegeben habe, doch es hätten in den vergangenen Monaten einige Aufträge gewonnnen werden können, so dass der Auftragsbestand um 60,5% über dem Niveau des Vorjahres gelegen habe.
Die Prognose zu den Gruppenumsätzen belaufe sich auf 1,4 Mrd. EUR nach 1,2 Mrd. EUR im Vorjahr. Der Jahresüberschuss vor Anteilen Dritter solle sich nach 74 Mio. EUR in 2007 auf über 100 Mio. EUR belaufen. Die Analysten vom Bankhaus Lampe gehen davon aus, dass diese Ziele erreicht wurden. Die Dividende werde voraussichtlich mit 1,00 EUR auf dem Niveau des Vorjahres verharren. Auch die BAUER AG tendiere hier, auf Grund der Marktgegebenheiten, zu einer zurückhalteneren Ausschüttungsquote.
Für das laufende Geschäftsjahr halte die Gesellschaft einen Umsatzrückgang im Bereich von 10% bis 15% für realistisch. Mit Blick auf die letzten Zahlen des VDMA begründe sich dieser verhaltende Optimismus zum einen in dem guten Orderbuch. Zum anderen sehe die Gesellschaft gerade für ihre großen Bohr- und Fräsmaschinen, hier sei die BAUER AG Weltmarktführer (Anteil an den gesamten Gruppenumsätzen von ca. 42%), noch einen besseren Markt als beispielsweise für kompaktere Baumaschinen wie Bagger, etc.
Insbesondere das Segment Tiefbau könnte von den weltweiten Konjunkturpakten profitieren. Nach Erachten der Analysten auch stärker als das Segment Tiefbaumaschinen, denn in diesem sollte sich in den letzten Jahren des Baubooms ein gewisser Maschinenpark bei den Baufirmen aufgebaut haben, der aktuell noch keine Ersatzinvestitionen erfordere und ihres Erachtens auch nicht groß ausgebaut werden müsse, um die der Bauindustrie infolge der Konjunkturpakete zufliesenden Projekte zu stemmen. Die Marge im Segment Baumaschinen sei im Neun-Monats-Zeitraum mit 19,2% sehr hoch gewesen. Durch den Bauboom sei BAUER hier extrem gut ausgelastet und habe zudem wenige Probleme bei Verkaufsverhandlungen mit Blick auf den Preis gehabt. Dies werde sich nach Erachten der Analysten mittelfristig ändern, wodurch die Margen sinken würden.
Das jüngste und entsprechend kleinste Segment Resources befinde sich noch in der Aufbauphase. Hier sei es zunächst das Ziel, die Marktanteile auszubauen und in diesem Verlauf die Margen mittelfristig auf das Niveau des Bereichs Construction zu steigern. Das Geschäft weise hohe Parallelen sowohl zum Baugeschäft als auch zum Maschinenbausegment auf, weshalb ein Einstieg in diesen Bereich auf der Hand gelegen habe. Mit dem bestehenden Vertriebsnetzwerk werde eine weitere Internationalisierung angestrebt. Mit wachsender Größe biete dieser Geschäftsbereich einen Ausgleich zu den klassischen Bauzykliken. Treiber seien hier eine mittelfristig wieder steigende Nachfrage nach Rohstoffen aller Art.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe die Gesellschaft noch keinerlei Anpassungen im Personalbereich vorgenommen. Es seien weder Leiharbeiter (300 in Deutschland) freigesetzt noch Überstundenkonten abgebaut worden. Die Gesellschaft habe also noch gewisse Spielräume die Kapazitäten anzupassen, ohne das mit diesen Maßnahmen Aufwendungen verbunden sein würden.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die BAUER-Aktie in ihrer Erststudie mit der Anlageempfehlung "halten" ein. Als Spätzykliker würden sie Enttäuschungspotenzial hinsichtlich der Auftragseingänge in den Jahren 2010 und 2011 sehen, wenn diese sich bereits in anderen Branchen wieder auf einem aufsteigenden Ast befinden würden. Zudem würden sie Rahmen eines Peer-Group-Vergleiches und eines DCF-Modells kein großes Aufwärtspotenzial für die Aktie sehen. Das Kursziel werde bei 28,50 EUR gesehen. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2009" vom 06.04.2009) (06.04.2009/ac/a/d)
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