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Analysen - Ausland
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18.03.2002
Reuters Group kaufen
Deutsche Bank
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Die Analysten der Deutschen Bank wiederholen trotz einer schwierigen geschäftlichen Situation des Tochterunternehmens Instinet ihre Kaufempfehlung für die Aktie von Reuters Group (WKN 911958).
Die Konsolidierung unter den elektronischen Brokern an der Nasdaq und die Kürzung von Zugangsgebühren habe den Druck auf das Management von Instinet, und damit auch auf den Mehrheitseigentümer Reuters, erhöht, eine klare strategische Antwort auf die veränderten Marktbedingungen zu finden. Die jüngste Preisermäßigung um 60% sei ein Anzeichen dafür, dass Instinet aktiv darum bemüht sei, Verlorenes wieder gutzumachen, anstatt nur auf Preissenkungen der Konkurrenz zu reagieren. Es sei das erste Mal, dass Instinet vorbeugend und aggressiv seine Preise gesenkt habe. Damit schlage Instinet jetzt doppelt so stark zurück wie Island und SuperSOES, was es für die Konkurrenten scher mache, nachzuziehen.
Langfristig sei die derzeitige Situation aus Sicht der Analysten sicher nicht zu halten. Die logische Folge der Intensivierung des Wettbewerbsdruckes müsse eine Konsolidierung der Branche sein. Instinet, mit mehr als 500 Mio. britischen Pfund auf der Bank, sei damit gut positioniert, um aus dem sinkenden Wert seiner Mitbewerber Vorteil zu ziehen. Eine solche Konsolidierung werde sich sehr wahrscheinlich auch positiv auf den Kurs von Reuters auswirken.
Die Aktienvolumina von Instinet in den USA seien im Februar um 24% gesunken. Im Januar seien es sogar -33% gewesen. Dennoch sei der Marktanteil von Instinet an der Nasdaq im Januar von 9,2% auf 9,5% gestiegen und dürfte sich auch im Februar leicht erhöht haben.
Instinet sei im Rahmen der Einzelbewertung aller Unternehmensteile von Reuters (667 britische Pence) 62 britische Pence wert. Der langfristige Cash Flow von Reuters sei aber von den niedrigeren Prognosen für Instinet, das ja ausgegliedert worden sei, fast nicht betroffen. Dennoch werde das Jahr 2002 für Reuters ein schwieriges sein, da das Unternehmen im Zyklus spät angesiedelt sei. Die Analysten seien aber davon überzeugt, dass das langfristige Kurspotential des Unternehmens enorm sei, wenn es dem Management gelinge, der derzeitigen Restrukturierungsplan erfolgreich umzusetzen und in den USA einen Umschwung zu erreichen.
Gemessen am Kurs-EBITDA-Verhältnis von 9 für 2002 und 7 für 2003, werde Reuters derzeit mit einem deutlichen Abschlag gegenüber den Konkurrenten gehandelt, deren Kennzahl bei 10 bis 13 liege. Außerdem lägen das Kurs-EBITDA-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis nahe ihren historischen Tiefstständen der Jahre 1991, 1998 und 2001.
Aus diesem Grund bleiben die Analysten der Deutschen Bank bei ihrer Empfehlung, Aktien der Reuters Group zu kaufen.
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