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Analysen - Ausland
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18.03.2002
Human Genome Sciences halten
BioTech-World
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Die Analysten von "BioTech-World" empfehlen derzeit die Aktien von Human Genome Sciences (WKN 889323) zu halten.
Human Genome Sciences sei spezialisiert auf die Entwicklung therapeutischer Produkte (Proteine, Fusionsproteine, Antikörper, Peptide, small molecule drugs) und die funktionale Analyse von Genen, wobei die Firma auf ihre selbst entwickelte, umfassende Technologie-Plattform zurückgreifen könne. Human Genome Sciences sei bei seiner Gründung 1992 ein Pionier im Gebiet der Genomik gewesen, was der Firma eine führende Position bei genomisch basierten Wirkstoffen beschert habe.
Ursprünglich sei die Unternehmensausrichtung die Entschlüsselung des menschlichen Genoms und eine darauffolgende Patentierung und Lizenzierung gewesen. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1992 habe Human Genome Sciences nunmehr über 200 Genpatente von der zuständigen US-Behörde erhalten - für weitere 7.500 Erbanlagen sei der Erfinderschutz beantragt worden.
Auch wenn Human Genome Sciences noch kein Produkt am Markt habe, würden sich zur Zeit sechs Präparate in klinischen Testphasen befinden. Alle sechs seien menschliche Proteine, die Kernkompetenz von Human Genome Sciences.
Noch vor zwei Jahren hätte "BioTech-World" die Meldung, dass Human Genome Sciences 88 freie Stellen ausgeschrieben habe, als positives Wachstumssignal unter Chancen verbucht. Im Hinblick auf die angespannte Arbeitsmarktsituation im Biomedizinischen Bereich sei eine Nichtbesetzung von 10 Prozent der möglichen Arbeitsplätze (zur Zeit 720 Mitarbeiter) nach Meinung von "BioTech-World" aber ein Risikofaktor.
Anscheinend gelinge es der Firma nur unzureichend qualifiziertes Personal zu akquirieren. Da aber, und das habe "BioTech-World" schon immer betont, gerade in der Biotechnologie das Humankapital der wichtigste Wachstumsfaktor und somit einen Grundpfeiler der Bewertungen darstelle, sehe "BioTech-World" hier Probleme auf Human Genome Sciences zukommen. Ebenfalls ein Risikofaktor sei, dass Human Genome Sciences jedes Jahr weniger Geld in F&E investiere und die Verwaltungskosten steigen würden.
Probleme bei der Bewertung der Firma bereite die große Zahl bereits erteilter und zukünftiger Patente. Niemand, weder Wissenschaftler noch Analyst, könne das Potenzial und die damit einhergehenden Lizenzierungsmöglichkeiten abschätzen, geschweige denn in monetären Maßstäben darstellen.
Human Genome Sciences habe die Anleger und Analysten mit der Nachricht über eine Ausweitung der Verluste im 4. Quartal 2001 durch fallende Erlöse (minus 42 Prozent) und immens angestiegene Kosten enttäuscht. Der Nettoverlust sei von 6 Millionen US-Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 55,2 Millionen US-Dollar im 4. Quartal 2001 gestiegen. Die Folge sei ein Wertverlust von über 20 Prozent gewesen. Der Vorstand führe diesen Verlustanstieg auf die Neuausrichtung des Human Genome Consortium zurück.
Human Genome Sciences habe mit seinen zahlreichen Patenten und großen, qualitativ hochwertigen Produktionsstätten (Kapazitäten für 100 therapeutische Proteine und 20 neuartige Antikörper pro Jahr) gute Vorraussetzungen, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Es bleibe abzuwarten, ob es dem Management gelinge, dieses Potenzial zu verwerten und Human Genome Sciences im anstehenden Überlebenskampf der Biotechnologie-Unternehmen an die Spitze zu führen.
Der Wert sei trotz des immensen Verlustes und auf Grund des nicht abzuschätzenden Wertes der Patente immer noch überbewertet und daher könne auf dem derzeitigen Stand der Informationen keine Kaufempfehlung gegeben werden.
Die Analysten von "BioTech-World" raten deshalb bei Human Genome Sciences z.Zt. zum Halten der Aktie! Nur für charttechnisch orientierte Biotech-Trader ergebe sich im Moment eine kurzfristige Investition in diesen Wert.
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