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Analysen - Nebenwerte
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19.03.2009
ESCADA verkaufen
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Christoph Schlienkamp, stuft die ESCADA-Aktie (ISIN DE0005692107/ WKN 569210) unverändert mit "verkaufen" ein.
Die von ESCADA publizierten endgültigen Zahlen für 2007/08 hätten die Analysten enttäuscht, auch wenn die Gesellschaft Ende Dezember bereits Umsatz und EBITDA-Daten veröffentlicht habe. Die Zahlen würden nun Aufwendungen für Personalmaßnahmen, die Beendigung von Geschäftsbeziehungen und für die vollständige Trennung der ESCADA und Primera-Organisationen von 11,3 Mio. EUR zeigen. Hier hätten die Analysten lediglich mit 6 Mio. EUR gerechnet.
Zudem komme es in der GuV zu Abschreibungen in Höhe von 44,5 Mio. EUR, wovon lediglich ein Betrag in Höhe von 20,0 Mio. EUR auf Abschreibungen auf Sachanlagen entfalle. Somit würden nicht erwartete Abschreibungen von gut 24 Mio. EUR für Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte etc. verbleiben. Der Konzern habe das Geschäftsjahr mit einem Verlust nach Steuern von 70,3 Mio. EUR nach einem Verlust von 27,0 Mio. EUR im Vorjahr geschlossen.
Erwartungsgemäß habe sich der negative Umsatztrend aufgrund der aktuellen Marktentwicklung im ersten Quartal 2008/09 (November bis Januar) fortgesetzt. Der Konzernumsatz habe mit 131,5 Mio. EUR um 7,5% unter dem Wert im ersten Quartal 2007/08 gelegen, als der Rückgang gegenüber dem Vorjahr bereits 11,8% betragen habe. Das EBITDA von 5,5 Mio. EUR (Q1 2007/08: 6,8 Mio. EUR) enthalte einen Ertrag in Höhe von 13,4 Mio. EUR aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen (Immobilie in Barcelona) an einen "befreundeten" Aktionär.
Für das Gesamtjahr 2008/09 gehe der Vorstand von einem Rückgang des Konzernumsatzes um einen hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentsatz aus. Positive Effekte aus der laufenden, grundlegenden Neuausrichtung des Konzerns seien aufgrund der systemimmanenten Vorläufe in der Mode von mindestens einem Jahr frühestens im zweiten Halbjahr des Kalenderjahres 2009 zu erwarten.
Die Organe hätten beschlossen, der Hauptversammlung am 28.4.2009 die Herabsetzung des Grundkapitals von 107,0 Mio. EUR um 48,9 Mio. EUR auf 58,1 Mio. EUR vorzuschlagen. Die vereinfachte Kapitalherabsetzung solle erfolgen, indem ohne Veränderung der Aktienanzahl der rechnerische Anteil je Aktie am Grundkapital von derzeit 5,12 EUR auf 2,78 EUR reduziert werde. Die Kapitalmaßnahme erfolge, um die Unterdeckung des gezeichneten Kapitals der ESCADA AG zu beseitigen. Zudem werde durch die Senkung des rechnerischen Anteils je Aktie am Grundkapital die Ausgabe neuer Aktien erleichtert, weil bei Kapitalerhöhungen der Ausgabepreis für neue Aktien nicht unter dem rechnerischen Anteil einer Aktie liegen dürfe. Ob diese Senkung ausreiche, bleibe abzuwarten.
Im Fokus der nächsten Jahre stünden die Schaffung wettbewerbsfähiger Produkte ("Product Leadership"), die Verbesserung des Verständnisses für die ESCADA Kunden ("Market Intimacy") und die Optimierung der organisatorischen Abläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette ("Operational Excellence"). Der Vorstand gehe davon aus, dass die Umsetzung dieser Ziele einen Zeitraum von drei Jahren erfordern werde. Mit Blick auf die Bilanz, GuV sowie Cashflow-Rechnung der Analysten müsse die Realisation jedoch deutlich schneller erfolgen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Aktie von ESCADA weiterhin mit "verkaufen". Das Kursziel werde von 3,00 EUR auf 1,50 EUR gesenkt. (Analyse vom 19.03.2009) (19.03.2009/ac/a/nw)
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