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Analysen - DAX 100
19.03.2009
KUKA verkaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die KUKA-Aktie (ISIN DE0006204407/ WKN 620440) unverändert mit "verkaufen" ein.

Die Gesellschaft habe sich bereits im Rahmen der vorläufigen Zahlen am 03.02.2009 zur Auftragssituation, zu den Umsätzen sowie zum EBIT und zur Nettoverschuldung geäußert. Mit Blick auf diese Zahlen habe es auch keine Überraschungen gegeben.

Was im Vorfeld nicht kommuniziert worden sei, sei der Free-Cash-flow gewesen, der sich auf -166,9 Mio. EUR (BHLe: -140,7 Mio. EUR) belaufen habe. Dieses negative Ergebnis habe vor allem aus einer deutlichen Reduzierung der Rückstellungen, aus einer Erhöhung der Forderungen aus Fertigungsaufträgen und der Ablösung der Finanzierung des KTPO-Projektes resultiert.

Die Liquidität, die von 223 Mio. EUR auf 41 Mio. EUR gesunken sei, sei zudem noch in Höhe von insgesamt 54 Mio. EUR durch das Aktienrückkaufprogramm sowie die Dividendenzahlung beeinflusst worden. Aufgrund des hohen Mittelabflusses im Geschäftsjahr 2008 und der negativen Entwicklungen zumindest bis voraussichtlich 2010, werde für 2008 keine Dividende ausgeschüttet.

Detailliertere Aussagen zu den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2009 habe es im Rahmen der Analystenkonferenz nicht gegeben. Die Gesellschaft habe entsprechend des zu erwartenden Umsatzrückgangs ein Programm zur Reduzierung der Fixkosten in 2009 in Höhe von ungefähr 50 Mio. EUR ins Leben gerufen. Ca. die Hälfte dieser Einsparungen werde bei den Personalkosten anfallen. Mit einem Rückgang von knapp 10% habe sich der Auftragseingang im 4. Quartal noch recht gut gehalten.

Auch der Januar sei noch ganz gut verlaufen, während sich im Februar offensichtlich eine deutliche Verschlechterung eingestellt habe. Schätzungen würden davon ausgehen, dass das Capex im Automobilsektor in 2009 um 21% sinken werde. Mit diesem Wirtschaftzweig habe KUKA zuletzt ca. zwei Drittel der Umsätze erzielt. Die General Industry werde nach Erachten der Analysten ähnliche Einbußen hinnehmen müssen.

Der Fokus der Gesellschaft werde in 2009 angabegemäß auf dem FCF liegen, um die Liquidität zu sichern bzw. wieder auszubauen. Dazu zähle auch, die Forderungen aus den Fertigungsaufträgen, die von 93 Mio. EUR auf 167 Mio. EUR gestiegen seien, wieder auf ein vernünftiges Niveau zu bringen. Des Weiteren werde das Risikomanagement noch stärker in den Fokus rücken. Die Kundenexposures der sich in finanziellen Schwierigkeiten befindlichen US-amerikanischen Automobilproduzenten würden zu den größten Risiken im KUKA-Konzern gehören.

Die Außenstände seien im Rahmen der Analystenkonferenz auf 150 bis 200 Mio. EUR taxiert worden, wovon die Gesellschaft allerdings "nur" 50 Mio. EUR als Risikoexposure ansehe.

Die Aktie habe sich in dem schwachen Marktumfeld in den letzten Monaten durch die Käufe des neuen Großaktionärs Grenzbach gut gehalten. Nach letzten Meldungen habe die Gesellschaft zugriff auf 19% der Aktien und plane, ihren Anteil auf eine Sperrminorität auszubauen.

Die Analysten könnten sich vorstellen, dass die Aktie kurzfristig weiter eine relative Stärke beweisen könne, würden aber denken, dass mit der Zeit wieder die fundamentale Bewertung in den Vordergrund rücken werde. Im Rahmen ihres Peer-Group-Vergleichs auf Basis der Multiples EV/Sales, EV/EBIT, KGV und KBV weise der Titel aktuell eine deutliche Überbewertung zum deutschen Maschinenbausektor auf.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe behalten deshalb ihre Anlageempfehlung "verkaufen" sowie ihr Kursziel von 7,50 EUR für die KUKA-Aktie bei. (Analyse vom 19.03.2009) (19.03.2009/ac/a/d)



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