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Analysen - Ausland
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13.03.2009
Austrian Airlines verkaufen
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Martina Valenta, Analystin der Erste Bank, rät die Aktie von Austrian Airlines (ISIN AT0000620158/ WKN 875224) unverändert zu verkaufen.
Die Austrian Airlines habe heute ihr Jahresergebnis 2008 mit einem Rekordverlust von rund EUR 430 Mio. bei einem stabilen Umsatz von rund EUR 2,46 Mrd. präsentiert. Ausschlaggebend gewesen seien zum einen der hohe Ölpreis bis Jahresmitte, der zu einem Anstieg der Treibstoffkosten um rund EUR 140 Mio. geführt habe. Ferner habe Austrian Airlines Wertberichtigungen auf ihre Flotte in Höhe von rund EUR 240 Mio. (rund 13% auf den Buchwert vom 30.09.2008) sowie auf die latenten Ertragssteuern in Höhe von EUR 95,1 Mio. verbucht. Zusätzlich seien im Eigenkapital Wertschwankungen von rund EUR 108 Mio. aufgrund des Kursverfalls von Wertpapieren und aus Ölpreishedging-Transaktionen verbucht worden.
Diese Effekte hätten das Eigenkapital zusätzlich zum starken Verlust strapaziert, sodass dieses von rund EUR 667 Mio. zum 30.09.2008 auf nunmehr EUR 256 Mio. zum 31.12.2008 abgesunken sei. Die Eigenkapitalquote sei auf 11,6% abgesunken. Die Nettoverschuldung habe bei EUR 934 Mio. gelegen. Die Wirtschaftsprüfer hätten zwar einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk gegeben, würden jedoch auf die erläuternden Angaben des Vorstandes zur Unternehmensfortführung verweisen. Dieser weise darauf hin, dass im Fall, dass die Deutsche Lufthansa-Übernahme und damit die Kapitalzufuhr von EUR 500 Mio. nicht oder nicht zeitgerecht eintreten würden, ohne alternative Finanzierung nicht mehr von einer Unternehmensfortführung auszugehen sei.
In der Pressekonferenz habe der Austrian Airlines-Vorstand betont, dass die Liquidität bis zum Closing der Deutsche Lufthansa-Transaktion gesichert sei und dass er von einem positiven Abschluss ausgehe. Die Analysten der Erste Bank empfehlen Streubesitzaktionären unverändert die Annahme des Deutsche Lufthansa-Angebots bzw. einen vorzeitigen Verkauf über den Markt, sollte sich der Kurs den EUR 4,49 annähern.
Die Analysten der Erste Bank bleiben grundsätzlich aber trotzdem bei ihrer "verkaufen"-Einstufung für die Austrian Airlines-Aktie, um den Unsicherheiten durch die ausstehende EU-Genehmigung und die geringen finanziellen Reserven der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Sollte die Deutsche Lufthansa-Übernahme scheitern, sei mit einem unmittelbaren massiven Kursverlust zu rechnen. (Analyse vom 13.03.2009) (13.03.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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