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Analysen - Ausland
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27.02.2009
Austrian Airlines verkaufen
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Martina Valenta, Analystin der Erste Bank, rät die Aktie von Austrian Airlines (ISIN AT0000620158/ WKN 875224) zu verkaufen, wenn der Kurs über EUR 4,00 steigen und die Genehmigung der EU weiter ausständig sein sollte.
Die Deutsche Lufthansa habe heute das Übernahmeangebot für die Austrian Airlines zum angekündigten Kurs von EUR 4,49/Aktie veröffentlicht. Die Annahmefrist laufe vom 2. März bis 11. Mai 2009. Das Angebot unterliege jedoch den bereits bekannten Bedingungen: Erreichung einer gesetzlichen Mindestannahmeschwelle von 50%, bzw. der selbst gesetzten 75%, Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden bis 31.7.2009 sowie Genehmigung der EUR 500 Mio. Restrukturierungsbeihilfe durch die EU bis 31.7.2009. Eine Erfüllung dieser Bedingungen bis 11. Mai sei auch laut des Deutsche Lufthansa-Angebots unwahrscheinlich, sodass die Streubesitzaktionäre auch im Falle des positiven Abschlusses erst viele Wochen später mit der tatsächlichen Kaufpreisauszahlung rechnen könnten.
Die Analysten der Erste Bank empfehlen den Streubesitzaktionären das Übernahmeangebot anzunehmen. Die finanzielle Lage der Austrian Airlines sei äußerst angespannt, von dem EUR 200 Mio. Überbrückungskredit müssten bereits Mittel zur Deckung des Finanzbedarfs aus dem operativen Geschäft verwendet werden. Die Deutsche Lufthansa plane außerdem, die EUR 500 Mio. Restrukturierungsbeihilfe als Kapitalerhöhung zuzuführen, was für Aktionäre, die das Übernahmeangebot nicht annehmen würden, zu einer massiven Verwässerung führen würde. Da die Deutsche Lufthansa eine 100%-Übernahme anstrebe, würde sie laut des Übernahmeangebots bei Erreichen der 90%-Schwelle auch ein Squeeze-Out-Verfahren durchführen.
Risiken für einen erfolgreichen Abschluss der Übernahme bestünden nach wie vor in der noch ausstehenden EU-Genehmigung der EUR 500 Beihilfe und des niedrigen ÖIAG-Kaufpreises sowie eventuell strengen Auflagen, die eine Übernahme für die Deutsche Lufthansa unattraktiv machen würden. Die Analysten der Erste Bank denken, dass diese Risiken sich in einem unter dem Übernahmepreis liegenden Aktienkurs widerspiegeln werden.
Sollte der Kurs der Austrian Airlines-Aktie an der Börse über EUR 4,00 steigen und die Genehmigung der EU weiter ausständig sein, wäre auch ein sofortiger Verkauf über die Börse eine Überlegung wert, da man sich dadurch den (sicher sehr deutlichen) Kursverlust im Falle des Scheiterns der Übernahme ersparen würde, so die Analysten der Erste Bank. (Analyse vom 27.02.2009) (27.02.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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