Logo
Analysen - Nebenwerte
23.02.2009
Villeroy & Boch kaufen
Equity Analyst

www.optionsscheinecheck.de

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Equity Analyst, Wais Samadzada, stuft die Aktie von Villeroy & Boch (ISIN DE0007657231/ WKN 765723, VZ) von "halten" auf "kaufen" herauf.

Seit der letzten Analystenpublikation habe sich die konjunkturelle Lage weiter verschlechtert. Laut Statistischem Bundesamt sei die Nachfrage nach Keramikartikeln im Schlussquartall -nach einem Zwischenhoch in Q3 - deutlich zurückgegangen. Die Rosenthal-Pleite verdeutliche die schwierige Lage der deutschen Porzellan-Industrie.

Zwar habe der Marktführer Villeroy & Boch in den ersten neun Monaten ein Umsatzplus erwirtschaften können, jedoch habe dieses hauptsächlich an der guten Entwicklung im ersten Halbjahr gelegen. Im dritten Quartal 2008 sei der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,9% gesunken. Die vom Unternehmen verlängerten Weihnachtsferien dürften ein Indiz für einen Nachfragerückgang im Schlussquartal sein.

Im Segment Bad & Wellness dürfte Villeroy & Boch in 2008 einen Umsatz in Höhe von circa EUR 526 Mio. erwirtschaftet haben. Das EBIT sollte bei circa EUR 16,3 Mio. gelegen haben. Für das Segment Tischkultur habe Villeroy & Boch auf der Fachmesse Ambiente bereits vorläufige Zahlen genannt. Demnach habe das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von EUR 319 Mio. erzielt. Gegenüber 2007 entspreche dies einem Rückgang um 2,3%. Hauptgrund für die negative Entwicklung sei die sinkende Konsumnachfrage in den USA, Spanien und Großbritannien gewesen. Die Umsätze in Deutschland dürften konstant geblieben sein. Das EBIT sollte bei circa EUR 9 Mio. liegen. Die anhaltende Krise dürfte die Verunsicherung der Konsumenten verstärken. Dieses spreche gegen eine kurzfristige Erholung in beiden Segmenten.

Das Unternehmen weise Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt EUR 76,6 Mio. aus. Davon seien EUR 6,6 Mio. kurzfristige Verbindlichkeiten. Im Juni 2009 würden EUR 5,5 Mio. fällig. Das Finanzvermögen der Villeroy & Boch AG habe sich zum Ende des dritten Quartals auf rund EUR 81,1 Mio. belaufen. Die Rückzahlung sei somit durch die hohen Liquiditätsreserven gesichert. Zudem könne Villeroy & Boch über einen Kreditrahmen in Höhe von EUR 200 Mio. verfügen.

In der über 260-jährigen Unternehmenshistorie habe Villeroy & Boch ein umfangreiches Portfolio an Grundstücken und Immobilien aufgebaut. Das Anlagevermögen sei zu Anschaffungskosten bilanziert und entspreche somit nur einem Bruchteil des aktuellen Marktwertes. Durch eine Veräußerung würde Villeroy & Boch die stillen Reserven heben. Allerdings scheine ein zeitnaher Verkauf wegen der Finanz- und Immobilienkrise derzeit eher unwahrscheinlich zu sein.

Eine Intensivierung der Kaufzurückhaltung dürfte neben einem Umsatzrückgang auch die Profitabilität des Unternehmens reduzieren. Wegen der tief greifenden Konjunkturkrise sei kurzfristig nicht von einer deutlich ansteigenden Konsumgüternachfrage auszugehen. Für das traditionell schwächere erste Quartal sei vor dem Hintergrund der konjunkturellen Lage ohnehin nicht mit positiven Newsflow zu rechnen.

Equity Analyst reduziere aufgrund der rückläufigen Nachfragentwicklung die Umsatz- und Ergebniserwartung für das laufende Jahr. Das Kursziel werde auf EUR 5,00 je Aktie gesenkt.

Das Rating der Analysten von Equity Analyst für die Aktie von Villeroy & Boch wird von "halten" auf "kaufen" hochgestuft. (Analyse vom 23.02.2009) (23.02.2009/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de