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Analysen - DAX 100
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13.02.2009
GILDEMEISTER kaufen
SRH AlsterResearch
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Claudius Schmidt, stuft die GILDEMEISTER-Aktie (ISIN DE0005878003/ WKN 587800) nach wie vor mit "kaufen" ein.
Der traditionsreiche Werkzeugmaschinenhersteller aus Bielefeld habe 2008 das beste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren und sei zuversichtlich, die Konjunkturschwäche im laufenden Geschäftsjahr dank einer breit diversifizierten Abnehmerstruktur besser als der Branchendurchschnitt meistern zu können. Nach vorläufigen Zahlen habe GILDEMEISTER 2008 den Umsatz um 22% auf 1.904 Mio. Euro und das EBIT um 25,6% auf 158,1 Mio. Euro gesteigert. Die EBIT-Marge sei auf ansehnliche 8,3% gestiegen. Der Konzern-Jahresüberschuss sei rapide um 62% auf 81,1 Mio. Euro geklettert.
In absoluten Zahlen habe das Segment Werkzeugmaschinen 109,6 Mio. Euro und das Segment Services 232,4 Mio. Euro zum Umsatzwachstum beigetragen. Den größten Umsatzsprung habe die hochprofitable Sparte Solartechnik mit einem Plus von 199,5 Mio. Euro gemacht. Ohne die Suncarrier der Tochter a+f GmbH, die zum Segment Services zähle, wäre der Umsatzzuwachs im Rekordjahr 2008 mit 9,2% bescheidener ausgefallen.
Auch der Auftragseingang habe nochmals geringfügig auf 1.882 Mio. Euro gesteigert werden können. Auch hier zeige sich die gewachsene Bedeutung des Segments Services, dem die Analysten einen stabilen Geschäftsverlauf 2009 zutrauen würden. Im Werkzeugmaschinengeschäft hingegen habe sich die Konjunkturschwäche kräftig auf den Auftragseingang im vierten Quartal ausgewirkt. Habe der Konzern in Q4 2007 noch Aufträge über 461 Mio. Euro verbucht, so seien die Aufträge mit 289,2 Mio. Euro nun um 37,3% niedriger ausgefallen.
Eine Wende zum Besseren habe sich nach Aussage von Konzernchef Kapitza auch zu Beginn des Jahres 2009 noch nicht abgezeichnet. Dennoch sei GILDEMEISTER für das laufende Jahr gedämpft optimistisch und wolle ohne Einschnitte bei der Stammbelegschaft auskommen. Von den (2008) zeitweilig 725 Zeitarbeitern werde Ende des ersten Quartals aber nur etwa jeder fünfte bei den Ostwestfalen an Bord sein. Dank der Abnehmerdiversifikation scheine GILDEMEISTER dennoch besser auf die Krise vorbereitet zu sein als die Branche. Wegen des stärkeren US-Dollars, der den Export nach Amerika wieder attraktiver mache, seien Pläne für einen Werksneubau in den USA vorerst auf Eis gelegt.
An Automobilhersteller würden aktuell nur noch 8% der Produktion gehen; inklusive der Zulieferer liefere GILDEMEISTER 15% an die Autobranche. 24% würden an den klassischen Maschinenbau gehen. 13% würden Formbauer ordern, etwa für die Kunststoffindustrie. 10% des Umsatzes erziele man mit mittelständischen Werkstätten, 7% mit Drehereien. Die feinmechanische und optische Industrie steuere 6% zum Umsatz bei, 3% des Geschäfts werde mit der Luft- und Raumfahrtindustrie gemacht.
Die Analysten von SRH AlsterResearch hatten einen Umsatz von 1.853 Mio. Euro, ein EBT von 126,8 Mio. Euro und einen Gewinn je Aktie von 1,85 Euro erwartet. Mit den tatsächlichen Zahlen (Umsatz 1.904 Mio. Euro, EBT 126,7 Mio. Euro, EPS 1,87 Euro) seien ihre Schätzungen leicht übertroffen worden.
Während die Werkzeugmaschinen, die eine schwächere EBIT-Marge vorweisen würden, 2009 einen kräftigen Umsatzrückgang verbuchen würden, sollte das lukrative Segment Services, wo die innovativen Trägersysteme für Solarmodule angesiedelt seien, Umsatz und Ergebnisbeitrag in etwa halten können. Das Rekordergebnis von 2008 werde sich in den nächsten Jahren nicht wiederholen.
Die Analysten von SRH AlsterResearch bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die GILDEMEISTER-Aktie. Ihr unverändertes Kursziel von 8,60 Euro sähen sie als fundamental angemessen an. (Analyse vom 13.02.2009) (13.02.2009/ac/a/d)
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